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Usedom Aldi- und Edeka-Neubau in Heringsdorf: Gibt es 2022 endlich Baurecht?
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Aldi- und Edeka-Neubau in Heringsdorf: Gibt es 2022 endlich Baurecht?  

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07:00 20.12.2021
An der Kreuzung in Neuhof ist ein Kreisverkehr geplant. Zudem sollen die Märkte Aldi und Edeka abgerissen und neu gebaut werden.
An der Kreuzung in Neuhof ist ein Kreisverkehr geplant. Zudem sollen die Märkte Aldi und Edeka abgerissen und neu gebaut werden. Quelle: Patrick Nitzsche
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Heringsdorf

Können Aldi und Edeka im kommenden Jahr endlich einen Bauantrag stellen? Heringsdorfs Bauamtsleiter Andreas Hartwig ist optimistisch, dass die Firma Edeka, die beide Bauprojekte realisieren will, in der zweiten Jahreshälfte 2022 aktiv werden kann. Voraussetzung dafür ist der Bebauungsplan, der nach zahlreichen Runden nun hoffentlich auf der Zielgeraden ist. Im Februar 2022 soll der B-Plan öffentlich ausgelegt werden. Auf die erneute Abwägung durch den Gemeinderat folgt der Satzungsbeschluss, der quasi Baurecht bedeute.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand er wieder einmal auf der Tagesordnung – der Bebauungsplan Nr. 35 „Einzelhandelsstandort Heringsdorf Labahnstraße und Wohngebiet“. Damit will die Gemeinde gleich mehrere Probleme in Neuhof anpacken. Zum einen geht es um die Regenwasserproblematik in diesem Bereich. Da laufen bereits die Arbeiten.

Im Fokus steht allerdings der Einzelhandelsstandort. Die Märkte Aldi und Edeka sollen abgerissen und neu gebaut werden. Die Verkaufsfläche des Aldi-Marktes werde verdoppelt, Edeka plane statt jetzt 940 dann mit 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche. Edeka-Inhaber Norbert Pfitzmann hatte im Oktober auf den Zeitdruck hingewiesen und erklärt, dass es nicht mehr tragbar ist, auf der kleinen Fläche Tausende Bürger zu versorgen.

Im Zuge der Planung soll auch der Verkehr an dem Knotenpunkt L 266 Neuhofer Straße, Schul- und Labahnstraße neu geordnet werden. Der Ausbau zum Kreisel sowie der geplante Tunnel für Radfahrer und Fußgänger in der Verlängerung des derzeitigen Dorfangers unter der Landesstraße wird in einem gesonderten Planfeststellungsverfahren vom Land realisiert. Beide Vorhaben müssen allerdings miteinander abgestimmt sein.

Der B-Plan 35, dessen Aufstellungsbeschluss von November 2013 datiert, liegt nun in einem neuen Entwurf vor. Der wurde im Februar 2020 von der Gemeindevertretung bestätigt und lag im vergangenen Jahr zweimal öffentlich aus. Die Stellungnahmen und Einwände sind in dem neuen Papier berücksichtigt worden, das am Donnerstagabend in der Ratssitzung bestätigt wurde.

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Laut Hartwig beziehen sich die Stellungnahmen auf die Erweiterung des Einzelhandelsstandortes verbunden mit Einwendungen zum Lärmschutz, zu den Schadstoffimmissionen, zur verkehrstechnischen Untersuchung, Regenentwässerung, zu festgesetzten Gelände- und Gebäudehöhen und zu den Abstandsflächen.

Für Dieter Fürhoff (Kaiserbäderbündnis) geht das alles nicht schnell genug. „Ich habe kein Verständnis dafür, wenn eine Eigentümerin von Wohnungen das Vorhaben blockiert. Wir brauchen dringend die neuen Märkte“, so der Gemeindevertreter. Hartwig wies allerdings daraufhin, dass es ein öffentliches Verfahren ist, wo jeder das Recht hat, sich einzubringen. „Das hat nichts mit verzögern zu tun. Das ist legitime Praxis.“

Von Henrik Nitzsche