Trassenheide - Alte Kiefern weichen neuen Bäumen – OZ - Ostsee-Zeitung
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Usedom Alte Kiefern weichen neuen Bäumen
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00:00 18.02.2014
Eine Holzvollerntemaschine, ein sogenannter Harvester, ist seit dieser Woche in der Trassenheider Strandstraße im Einsatz. Auf einer Fläche von 1,6 Hektar werden die alten, teils kranken Kiefern gefällt, um im kommenden Jahr neue junge Bäume dort zu pflanzen. Fotos (3): Cornelia Meerkatz
Eine Holzvollerntemaschine, ein sogenannter Harvester, ist seit dieser Woche in der Trassenheider Strandstraße im Einsatz. Auf einer Fläche von 1,6 Hektar werden die alten, teils kranken Kiefern gefällt, um im kommenden Jahr neue junge Bäume dort zu pflanzen. Fotos (3): Cornelia Meerkatz
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Trassenheide

In der Strandstraße nahe des Parkplatzes lichtet sich zusehends der Wald. Seit gestern arbeitet dort auf einer 1,6 Hektar großen Fläche ein sogenannter Harvester, ein Holzvollernter. Neugierig bleiben Spaziergänger am Straßenrand stehen und beobachten das Treiben.

Die spezielle Holzernte-Maschine führt Fällung, Entastung und das Zuschneiden der Stämme auf Länge durch. Vollernter können zwischen fünf und 30 Festmeter Holz in der Stunde aufarbeiten, was vor allem von der Stärke des geernteten Holzes abhängig ist. „Hier in Trassenheide geht es relativ zügig“, versichert Forstwirt Maik Wiche aus Lühmannsdorf. Auch heute ist er mit seiner Spezialtechnik in Trassenheide anzutreffen, um Bäume zu fällen. Den Auftrag hat er von Revierförster Axel Schieber, „denn laut unserer Planung müssen wir den Kiefernbestand hier dringend verjüngen“, erläutert er.

Die alten knorrigen Kiefern haben inzwischen mit 120 bis 150 Jahren fast ihr Lebensende erreicht. Einige der abgenommenen Bäume waren, nach der Anzahl der Jahresringe im Stamm zu urteilen, sogar noch älter. Aber: Viele von ihnen — das wird jetzt bei der Fällung deutlich — sind bereits von innen her krank. „Nicht auszudenken, wenn so ein kranker Baum dann auf dem Parkplatz auf abgestellte Autos fällt oder noch schlimmer — auf die Strandstraße kracht, wo vielleicht gerade Urlauber unterwegs sind“, sagt Axel Schiebe.

Allerdings muss der erfahrene Forstmann seit gestern mit allerlei Mutmaßungen leben und die Trassenheider beruhigen: „Die meisten vermuten, dass der Parkplatz hier vergrößert wird. Dem ist jedoch nicht so“, stellt er klar. Das 1,6 Hektar große Areal bleibt weiterhin Wald und wird im kommenden Jahr ebenso wieder aufgeforstet wie die etwas kleinere Fläche (1,2 Hektar) am Parkplatz an den Schienen, wo in dieser Woche noch die Kiefern fallen. „Beide Flächen werden im Frühjahr kommenden Jahres wieder mit Kiefern versehen“, sagt er. Auf den Flächen, auf denen übrigens immer 20 Prozent des Bestandes stehen bleiben, werde das Wachstum der Bäume für Außenstehende so relativ schnell sichtbar, versichert der Förster.

Die notwendige Bestandsverjüngung belegt Schiebe auch mit zahlreichen Bäumen, die inzwischen komplett vom Schwamm befallen sind. Diese Stämme können nicht mehr für die Holzindustrie verwendet werden.

Glücklicherweise kann ein Großteil des gefällten Holzes verkauft werden. So werden Sägeholzabschnitte nach Wismar und Langholz ins Sägewerk Schmidt & Thürmer geliefert. Stehen bleiben in jedem Fall auch mehrere Höhlenbäume, in denen alljährlich Vögel nisten. Axel Schiebe weist auf eine alte Kiefer. Die Vogelhöhlen sind deutlich sichtbar im Stamm. „Ein ganz besonderes Exemplar, ein dreistöckiges Vogelwohnhaus. Kann nicht jeder aufweisen“, betont er und schmunzelt.

Insgesamt werden im Revier Trassenmoor in diesem Jahr rund vier Hektar für die Verjüngung vorbereitet. „Wir lassen die Flächen dann in der Regel ein Jahr liegen und forsten erst im darauffolgenden Frühjahr auf, um Baumschädlingen keine frische Nahrung zu bieten“, sagt der Forstmann. Durch die Pause von einem Sommer trocknen die Stubben der Kiefern aus und bieten dem Großen brauen Rüsselkäfer, einem gefährlichen Kulturschädling, keine neuen Brutmöglichkeiten im Aufforstungsjahr. Für die neuen Pflanzen seien das sehr gute Wachstumsbedingungen — das hätten schon unsere Altvorderen gewusst.



Cornelia Meerkatz