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Usedom Unternehmer hadern mit der Wirtschaftsförderung
Vorpommern Usedom Unternehmer hadern mit der Wirtschaftsförderung
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00:00 08.11.2013
Die Nähe zur Insel Usedom ist laut Wirtschaftsförderer Rolf Kammann eine Stärke des Wirtschaftsstandortes Wolgast. Als Hindernisse für die Ansiedelung von Unternehmen führte er unter anderem die vergleichsweise hohen Preise für Gewerbeflächen und Erschließungen an. Quelle: Ute Spohler
Wolgast

Das Ziel ist klar formuliert: Die Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG) Vorpommern GmbH versteht sich als „Ansprechpartner für alle Unternehmen, die sich am Wirtschaftsstandort Vorpommern engagieren, expandieren, sich umstrukturieren oder neu ansiedeln wollen“. Die Umsetzung dieses Anspruchs geht aber offenbar mit den Vorstellungen hiesiger Unternehmer nicht konform. Dies wurde am Mittwochabend in Wolgast deutlich, als WFG-Geschäftsführer Rolf Kammann Arbeit und Struktur der Fördergesellschaft im „Alten Speicher“ den Mitgliedern des Wolgaster Lions-Club vorstellte.

Paul Kreismer, früherer Personalchef der Peene-Werft, vermisste eine Offensive der WFG für eine höhere Ausbildungsqualität. „Das Niveau der Schulbildung ist derart abgesunken, dass wir heute anspruchsvolle Ausbildungsberufe teilweise gar nicht mehr besetzen können“, so Kreismer, der daher neue Ausbildungsmodelle forderte. WFG-Chef Kammann gab Kreismer recht: „Wir haben heute weniger und schlechtere Absolventen als noch vor zehn oder 15 Jahren.“ Hier eine Wende einzuleiten sei jedoch eher die Aufgabe der Schulträger, des Bildungsministeriums sowie der Industrie- und Handelskammern.

Kreismer blieb aber dabei: „Wenn Sie im Bereich Ausbildung keine Aktivitäten entwickeln“, so seine Prognose in Richtung Kammann, „haben Sie später nichts mehr zu tun.“

Peter Drechsler, Vorsitzender des DEHOGA-Kreisverbandes, verwies auf den sich verschärfenden Personalnotstand im hiesigen Hotel- und Gaststättengewerbe. Die Strategie der WFG, verstärkt im baltischen Raum und im polnischen Westpommern um beruflichen Nachwuchs zu werben, hält er für falsch. „Sie sollten sich besser auf Südeuropa konzentrieren“, riet Drechsler. Denn: „Von den wirtschaftlichen Zuwachsraten in Polen können wir hier nur träumen. Wenn der polnische Markt sich erweitert, brauchen sie ihre Fachkräfte dort selbst.“ Kammann hielt dagegen, dass die WFG nur über begrenzte finanzielle Mittel und über lediglich sieben Mitarbeiter verfüge und sich daher auf die Präsenz auf z. B. Ausbildungsmessen in Stettin konzentriere.

Auch Metallbauunternehmer Ingolf Kurzmann äußerte Kritik zur Arbeit der WFG: „Wie bringt sich die Wirtschaftsfördergesellschaft eigentlich beim Handwerk ein?“, wollte der Hohendorfer wissen. „Wir spüren da eigentlich gar nichts.“ Kammann jedoch erwiderte, dass die WFG auch von kleineren Unternehmen in Anspruch genommen werde, wenn sich diese etwa mit Erweiterungsabsichten trügen.

Der WFG-Geschäftsführer ging in seinem Vortrag aber auch auf Stärken und Schwächen des Wirtschaftsstandortes Wolgast ein. Als Vorteile führte er unter anderem die Nähe zur Ferieninsel Usedom und zum Energie- und Großgewerbestandort Lubmin an. Nachteilig für die Ansiedelung von produzierendem Gewerbe wirkten sich hingegen die relativ hohen Erschließungskosten — diese bezeichnete Kammann als einen „schwerwiegenden Fakt“ speziell für Wolgast — und die hohen Preise für Gewerbeflächen aus. Während in Ueckermünde lediglich zwei Euro und am Pommerndreieck an der Autobahn A 20 zehn Euro pro Quadratmeter verlangt würden, lägen die Preise für Gewerbeflächen in Wolgast „teilweise über 20 Euro“.

Um Vorpommerns Image als Wirtschaftsstandort aufzupolieren, startete die 2002 gegründete WFG Werbeoffensiven unter dem Titel „Vorpommern: Leben & Arbeiten auf Deutschlands Sonnendeck“ und „Vorpommern: Investieren & Wachsen auf Deutschlands Sonnendeck“.

• www.invest-in-vorpommern.de

Tom Schröter

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