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Usedom Arbeit an Toten: Warum eine Usedomer Schülerin Pathologin werden will
Vorpommern Usedom Arbeit an Toten: Warum eine Usedomer Schülerin Pathologin werden will
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17:00 21.08.2019
Janine Gentzow im Sektionssaal während ihres Praktikums in der Berliner Charité. Quelle: privat
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Bansin

Können Sie sich noch an Ihren Berufswunsch als Kind erinnern? Pilot, Lokführer, Polizist, Ärztin? Heute würden die Heranwachsenden wohl Youtube-Star oder Influencerin antworten. Nicht ganz, denn beispielsweise bei den Mädchen liegen Tierärztin, Lehrerin, Polizistin, Erzieherin oder kaufmännische Berufe noch immer weit vorne.

Pathologin taucht da nicht auf. Und genau das soll es sein, was Janine Gentzow aus Bansin machen will. „Ich will Pathologin werden“, sagt die 18-Jährige selbstbewusst. Gerade hat sie an der Europaschule in Ahlbeck ihr Abitur mit 1,7 abgeschlossen. Jetzt will sie Medizin studieren und sich anschließend in der Pathologie spezialisieren. Doch Wunsch und Realität klaffen weit auseinander. „Ich habe mich in Rostock, Magdeburg und Greifswald für das Studium beworben. Bislang Fehlanzeige. In diesem Jahr komme ich da wohl nicht mehr rein“, sagt Janine.

Interesse an der Anatomie des Körpers

Der Wunsch, beruflich im Sektionssaal mit Toten zu tun zu haben, kam erst in der 9. Klasse. Am wohl berühmtesten TV-Gerichtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) vom Münster-Tatort lag es aber nicht. Sie schaut kaum Fernsehen. Schuld war die Literatur, die sie förmlich verschlang. „Ich lese gerne Krimis.“ Sebastian Fitzek und Charlotte Link zählen zu ihren Lieblingsautoren. „Die Arbeit der Pathologen und Gerichtsmediziner wird dort spannend beschrieben. Mich interessiert die Anatomie unseres Körpers. Es ist interessant, wie die Organe angeordnet sind.“

Pathologe und Gerichtsmediziner – wo ist der Unterschied? Ein Pathologe untersucht Leichen nach einer Krankheit, die zum Tod führte. Ein Gerichtsmediziner wiederum untersucht, an welchen fremden Einwirkungen Menschen gestorben sind. Die Arbeit am Toten erlebte die Bansinerin bereits bei einem einwöchigen Praktikum in der Berliner Charité. „Ich war bei den Obduktionen dabei. Da werden Organe betrachtet. In dem Fall war es ein Mann Mitte 30, der an Krebs gestorben ist“, so Janine Gentzow. Berührungsängste mit Verstorbenen habe sie nicht.

Sollte sie ein Medizinstudium bekommen, warten zwölf Semester (sechs Jahre) Studium auf die Insulanerin. Falls es in diesem Jahr noch nicht klappt, will sie zunächst im sozialen Bereich ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Als Übergang könnte sie sich auch eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester vorstellen. Nach dem Praktikum in der Charité hatte sie die Hoffnung, dort eine Ausbildung in der medizinischen Sektions- und Präparationsassistenz zu bekommen. „Leider wird dieser Ausbildungsgang vorerst nicht mehr angeboten“, so die 18-Jährige.

Über 140 Ausbildungsberufe

Schulabgänger haben heute die Qual der Wahl: „Im Landkreis Vorpommern-Greifswald haben die Betriebe in diesem Jahr 1770 Ausbildungsplätze für über 140 verschiedene Ausbildungsberufe angeboten. Im Juli waren im Kreis noch 881 Ausbildungsstellen unbesetzt und noch 443 junge Menschen auf der Suche“, sagt Kristina Birkholz von der Agentur für Arbeit Greifswald. Wer noch auf der Suche ist, sollte sich unbedingt informieren. Die nächste Gelegenheit bietet sich bei der „Karriere kompakt“ in Greifswald. Hier informieren am 13. September rund 40 Arbeitgeber und Bildungsinstitute über ihre Stellen-, Aus- und Weiterbildungs- sowie Studienangebote.

Mitunter finden sich dann auch Berufe, die eben nicht von einer Mehrzahl von Bewerbern auf der Favoritenliste stehen. „Freie Lehrstellen für 2019 gibt es beispielsweise noch für Eisenbahner/-in, Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen, Gießereimechaniker/-in, Orthopädieschuhmacher/-in oder Segelmacher/-in. Gute Lotsen durch diese vielen Angebote sind auf jeden Fall die Berufsberater der Arbeitsagentur“, so Kristina Birkholz.

Info zur Berufsberatung: 0800 4 5555 00

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Von Henrik Nitzsche

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