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Usedom Aus für Babyfotografie: Ex-Chefarzt appelliert an Unimedizin
Vorpommern Usedom

Aus für Babyfotografie: Ex-Chefarzt appelliert an Unimedizin

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13:46 06.01.2020
Ergreift für den Wolgaster Fotografenmeister Stefan Wasmund Partei: Dr. Frank Gürtler, ehemaliger Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Gynäkologie/Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus Wolgast. Quelle: Antje Brecht
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Wolgast/Greifswald

Das Echo ist groß: Die Nachricht, wonach die Unimedizin Greifswald (UMG) dem Wolgaster Fotografenmeister Stefan Wasmund den Kooperationsvertrag für die Babyfotografie in der Frauenklinik zum 31. Januar 2020 kündigte, sorgt bei vielen unserer Leser für Enttäuschung und Kopfschütteln. Wie die OZ berichtete, soll der Auftrag von Wasmund, der 13 Jahre lang seine Dienstleistungen in Greifswald erbrachte, künftig an das Großunternehmen Baby Smile aus Chemnitz gehen.

Verzweifelt wehrt sich der Meister aus Wolgast gegen die Entscheidung des Univorstandes. Mit der Bitte um Unterstützung wandte er sich unter anderem an die Unimedizin selbst, an örtliche Parteien, die lokale Presse, den Parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann als Kümmerer vor Ort und sogar an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (beide SPD). Auch Mathias Brodkorb (SPD), Sonderbeauftragter und Aufsichtsratschef der Unikliniken in Rostock und Greifswald, wurde informiert und gebeten, die Kündigung zum Gegenstand der nächsten Aufsichtsratssitzung zu machen und möglichst zu revidieren.

„Kann Enttäuschung vollumfänglich nachvollziehen“

Moralischen Beistand erhält Wasmund unter anderem vom ehemaligen Ärztlichen Direktor und Chefarzt der Gynäkologie/Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus Wolgast, Dr. Frank Gürtler. „Die Enttäuschung von Stefan Wasmund über die Kündigung des Auftrages durch die UMG und insbesondere die Verfahrensweise dazu kann ich vollumfänglich nachvollziehen“, so Gürtler, der Wasmunds Service aus eigener Erfahrung lobt. Die Entscheidung der UMG gegen das Fotostudio sei nicht nachvollziehbar, treffe das Familienunternehmen empfindlich und setze noch dazu die Arbeitsplätze angestellter Mitarbeiter aufs Spiel.

„Offensichtlich“, so argumentiert Gürtler, „gab es für die Entscheidung der Auftragskündigung weder eine Begründung noch eine Chance für das Fotostudio Wasmund, im Rahmen einer Ausschreibung, wie es sich für öffentliche Auftraggeber meines Erachtens gehört, ihren Service zu präsentieren bzw. gewünschten Anforderungen entsprechend anzupassen.“ Wieder einmal bleibe die Verantwortung für die Menschen in unserer Region auf der Strecke. Gürtlers Fazit in der Angelegenheit: „Möglicherweise enttäuschte Eltern, zwei notwendige Kündigungen von Angestellten, Umsatz- und Steuerverlust in unserer Region sowie weiterer Vertrauensverlust in Verantwortliche.“

„All das können wir auch liefern“

Die Unimedizin hatte ihre Kündigung auf Nachfrage verteidigt. Pressesprecher Christian Arns erklärte: „Der Service, den Baby Smile anbietet, ist einfach bedeutend umfangreicher.“ Dabei nahm Arns insbesondere Bezug auf den Onlinebereich und hier etwa auf die Betreuung von Bildergalerien, was bisher stets die Hebammen erledigten, und die Möglichkeit für die Eltern, Bilder nachzubestellen. Wasmund wiederum erklärt hierzu: „All das können wir auch liefern. Ich weiß nur nichts davon. Mit uns hat niemand gesprochen oder gefragt.“ Zudem betont Wasmund, dass sich sein Service ebenfalls auf die Neonatologie erstreckt: „Wir fotografieren auch die Kleinen, die zu früh sind und Startschwierigkeiten haben – einfach als nette Geste, um uns vorzustellen, ohne hier etwas zu verdienen.“

Mehrfach hat Wasmund den Vorstand der Unimedizin Greifswald um einen Gesprächstermin gebeten, um die für ihn so wichtige Angelegenheit zu klären. „Bisher hat auf meine Bitte aber niemand reagiert“, sagte er am Montag. Auf Nachfrage teilte Uni-Sprecher Arns mit: „Herr Wasmund hat sich mit einem Brief an die Universitätsmedizin gewandt. Ich bitte daher um Ihr Verständnis, dass wir ihm auch persönlich antworten, nicht über die Medien.“

Von Tom Schröter

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