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Usedom „Auschwitz und Birkenau haben uns erschüttert“
Vorpommern Usedom „Auschwitz und Birkenau haben uns erschüttert“
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00:00 31.05.2017
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Ückeritz

Zum ersten Mal in der Geschichte der Ostseeschule Ückeritz unternahmen 18 Schüler mit ihren Lehrern eine Fahrt in die deutsche Vergangenheit – in ein dunkles Kapitel während der Hitler-Zeit. Polen war das Ziel, genau die Stadt Oswiciem. Das ist der Ort, der durch die nationalsozialistischen Konzentrationslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau schreckliche Berühmtheit erlangt hat.

Bewegender Ausflug: Ückeritzer Schüler besuchten ehemalige KZ in Polen

Anna Radünzel (16)

aus Bansin-Dorf gehört zum Reporter-Nachwuchsteam OZ Impuls.

„Als wir ins Stammlager Auschwitz gefahren sind, da haben wir noch gelacht und Spaß gemacht“, erzählt Monique Handrich (15), „aber als wir die Gebäude gesehen haben, waren alle still, einige hatten Tränen in den Augen.“

„Arbeit Macht Frei“. Diesen zynischen Schriftzug – den sechs Millionen Menschen auf dem Weg zum Tod gesehen haben – konnten die Schüler auf den Weg in das ehemalige KZ-Stammlager betrachten. Die Jungen und Mädchen von der Insel wurden von den beiden Geschichtslehrern Anne Lorber und Holger Srama begleitet. Auf dem ehemaligen KZ-Gelände selbst hatten sie die Möglichkeit, das Areal sowie die Blöcke, in denen die Insassen – vor allem Juden – gefangen gehalten wurden, anzusehen. Heute befinden sich in diesen Gebäuden Ausstellungen, die dazu dienen, sich die damaligen Verhältnisse besser vor Augen führen zu können. Das gelang auch durch fachkundige Begleiter, die die Informationen gut für die Neunt- und Zehntklässler aufgearbeitet haben.

Beispielsweise sahen sie einen Berg, bestehend aus zwei Tonnen Haare der damaligen Insassen. Erschütternd für alle Besucher. Zudem wurden weitere Gegenstände, die den Insassen abgenommen wurden, dort ausgestellt. So ein Haufen von 40 000 Schuhen und weiteren Alltagsgegenständen. In einem anderen Raum befand sich ein Buch, in dem die Namen von vier Millionen Juden stehen, die beim Holocaust umgekommen sind. „Die Stimmung war gedrückt und es war beklemmend, da zu stehen, wo einstmals das Grauen stattfand“, sagt Schülerin Matylda Wießmann (16).

Einen Tag später stand der Besuch im ehemaligen Vernichtungslager Birkenau auf dem Programm. ,,Die Größe des Geländes war überraschend. Es gab viele Baracken und es hat mich schockiert“, meint Monique Handrich (15). Beim Betreten des Geländes sahen die Schüler das sogenannte „Tor des Todes“, wo der Zug durchfuhr, in deren Waggons die vielen Menschen eingepfercht waren. An der sogenannten Judenrampe mussten sie aussteigen, wo über Tod und Leben durch die SS-Leute entschieden wurde. Im weiteren Verlauf des Rundganges besichtigten die Usedomer fünf zerstörte Krematorien und einen See, in dem die Asche der Leichen entsorgt wurde.

„Als ich die Frauenbaracken sah, habe ich mich gefragt, wie die Frauen dort alle reingepasst haben und wie eng es dort gewesen sein muss. Es ist für mich unvorstellbar, wie die Menschen die Hitze im Sommer bei der Arbeit ausgehalten haben, ohne Essen und Trinken“, sagt Nikolas Borgmann (17) erschüttert. Am letzten Tag besuchten die Ückeritzer Krakau. Interessant war die Besichtigung der Drehplätze des Filmes „Schindlers Liste“ und der Besuch der Emaillefabrik von Oskar Schindler.

Für die Schüler der Ostseeschule steht nun eine ausführliche Nachbereitung im Unterricht an. „Diese Fahrt war kein Klassenausflug wie sonst üblich. Diese Eindrücke, die wir in Auschwitz und Birkenau gesammelt haben, werden wir nie vergessen“, sagt eine nachdenkliche Matylda Wießmann.

Anna Radünzel

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