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Usedom Azubibörse in der Ahlbecker Pommernhalle mit Ausstellerrekord
Vorpommern Usedom Azubibörse in der Ahlbecker Pommernhalle mit Ausstellerrekord
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08:53 21.11.2019
Die Ahlbecker Pommernhalle verwandelte sich gestern in eine Berufs-Messehalle. Quelle: Dietmar Pühler
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Ahlbeck

„Was bin ich?“ – so hieß einmal das heitere Beruferaten, das einst in der ARD ausgestrahlt wurde. „Was will ich werden?“ ist dagegen die aktuelle Frage vieler Schüler, die vor ihrer Berufswahl stehen. In Ahlbeck durften sie im Vorfeld der Azubi-Börse der Europäischen Gesamtschule Insel Usedom schon mal ihre Berufswünsche ankreuzen.

Erzieher steht hoch im Kurs

Dabei kamen überraschende Ergebnisse ans Licht. 23 von 109 befragten Regionalschülern nannten „Erzieher“ als ersten Berufswunsch. Damit lag der wichtige, aber meist unterbezahlte Beruf weit vor allen anderen 43 Berufen, die es auf die Liste der Europaschule geschafft hatten. An zweiter Stelle rangiert „Tierpfleger/Tierarzt/Tiermedizinischer Fachangestellter“ mit zwölf Nennungen. Danach folgen „Kfz-Mechaniker/Mechatroniker“ sowie „Tischler/Zimmermann“ mit jeweils sieben Nennungen.

Emilie Plessow, Tom Müller und Isabell Stahnke vom Eigenbetrieb Kaiserbäder warben für eine Lehrstelle beim kommunalen Betrieb. Quelle: Dietmar Pühler

Ein anderes Bild ergab sich bei der Befragung der Gymnasialklassen. Hier wurden „Medizin/Arzt/Zahnarzt“ sowie „Polizist/Justizvollzugsbeamter“ jeweils zwanzig Mal genannt. Auf Platz drei schafften es die „Lehrer“ mit 16 Nennungen. Insgesamt machten 182 Gymnasiasten eine Angabe zu ihrem Berufswunsch.

Der Mitorganisator der Azubi-Börse, Kai Kruse, informierte Adam Yakin über den Beruf des Mechatronikers und dessen Aufstiegsmöglichkeiten. Quelle: Dietmar Pühler

In der Pommernhalle waren am Mittwoch viele der genannten Berufe vertreten, sodass sich die Schüler der Klassenstufen 7 bis 12 aus erster Hand informieren konnten. Mit 40 Ständen gab es eine Rekordbeteiligung von regionalen Firmen, Behörden, Einrichtungen und Verbänden. „Wir haben so viele Aussteller wie noch nie“, sagte Mitorganisator Kai Kruse vom Autohaus Kruse in Ahlbeck.

Gute Organisation der Messe

Er lobte die gute Organisation und Vorarbeit durch die Schule, insbesondere von Petra Meißner, der stellvertretenden Schulleiterin. „Was wir machen hat den Vorteil, dass die Schüler die Stunde hier hereingeführt werden und dann die nächsten kommen“, erklärte der Kfz-Meister, der zurzeit sechs Lehrlinge ausbildet.

Die Azubi-Börse hatte mit 40 Ausstellern ein Rekordergebnis zu verzeichnen. Quelle: Dietmar Pühler

Die 20 Klassen der Europaschule konnten die Azubi-Börse in drei Blöcken besuchen, die Klassen 7 bis 10 je zwei Doppelstunden lang und die Oberstufenklassen ab 13 Uhr. Adam Yakin, der sich beim Autohaus Kruse über den Beruf des Mechatronikers informierte, gab diesen Beruf als seine zweite Präferenz an. An erster Stelle steht bei ihm eine Karriere bei der Bundespolizei.

Damit steht er nicht allein da. Auch die Freundinnen Celina, Tessa und Maxi haben die Polizei als ersten oder zweiten Berufswunsch angegeben. Wobei Celina noch lieber Sozialpädagogik studieren und Tessa gerne Fotografin werden möchte. Nur Maxi legt sich fest. Sie findet die Polizei „einfach cool“.

Viele Firmen waren nicht nur mit ihrem Chef bei der Azubi-Börse vertreten, sondern auch mit ihren derzeitigen bzw. ehemaligen Auszubildenden. Diese konnten sehr authentisch ihren Alterskameraden aus ihrem Berufsalltag berichten.

Nils Wachtel möchte Handelsfachwirt werden

Celina, Tessa und Maxi befragten Rewe-Mitarbeiter Adrian Veit zu seinem Beruf als Kaufmann im Einzelhandel bei Rewe. Quelle: Dietmar Pühler

So wie Nils Wachtel und Adrian Veit von REWE. Beide üben ihren Beruf mit großer Begeisterung aus und gaben das auch so an die Schüler weiter. Nils arbeitet in Ahlbeck und ist dort für die Getränkeabteilung verantwortlich. Adrian hat seine Ausbildung gerade erst in Demmin abgeschlossen und plant schon den nächsten Schritt. „Handelsfachwirt ist mein Ziel“, sagte der 20-Jährige, dem Celina, Tessa und Maxi Löcher viele Fragen stellte.

Mit der Hobelbank zur Azubi-Messe

Mit einer schweren Hobelbank und einer Oberfräse kamen Tischlermeister Christian Witt aus Zecherin und sein Azubi Robert Bartels zur Azubi-Börse. Wie alle anderen Handwerkskollegen sucht auch Witt händeringend Berufsnachwuchs. Der engagierte Tischler findet, dass zu wenige Jugendliche wüssten, welche Betriebe es in ihrer Nachbarschaft gibt. Er lädt regelmäßig Schulklassen ein, ihren Wandertag bei ihm zu beginnen. Dann gibt es dort ein Frühstück und eine Betriebsführung.

So würden die Schüler sehen, dass in einer Tischlerei nach wie vor mit den Händen gearbeitet wird, aber auch jede zweite Maschine mit einem Computer verbunden ist. Wichtig sei in seinem Betrieb, dass „der Geselle, der die Möbel baut, sie auch zeichnet und plant.“ Das Nachwuchsproblem im Handwerk sei auch ein gesellschaftliches Thema. „Die Rahmenbedingungen müssen besser werden“, erklärte er. So gebe es am Wochenende keine Busverbindung nach Anklam und in die Kaiserbäder.

Christian Witt (re.) und Tischler-Azubi Robert Bartels frästen und schliffen Teelichthalter in Sternform als Werbegeschenk. Quelle: Dietmar Pühler

Sein Azubi Robert gibt ihm Recht. Der Bansiner könnte die Ausbildung in Zecherin nicht machen, wenn er kein Auto hätte und auch keine Wohnung. „Hätte ich hier keine Wohnung wäre ich wohl weg“, sagte er nüchtern. Seine Ziele nach der Lehre formulierte er ebenso klar: „Ich habe vor, den Meister zu machen“. Wenn es geht, will er sich hier auf Usedom selbständig machen.

Von Dietmar Pühler

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