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Usedom Sammler von Usedom: Bikinis mit Heimatbezug
Vorpommern Usedom Sammler von Usedom: Bikinis mit Heimatbezug
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11:04 10.12.2018
Das Musterfabrikat „Zinnowitz“ war eins von vielen, das Sammler Jürgen Kraft bei seinen Recherchen in Sachsen entdeckte. Quelle: Jürgen Kraft
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Zinnowitz

Jürgen Kraft ist stolzer Besitzer von 450 Badeanzügen. Nicht etwa, um selbst an den Stränden mit den bunten Fummeln zu kokettieren, sondern, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Kraft ist Sammler historischer Bademoden. Die Bikinis und Anzüge, die überwiegend aus DDR-Zeiten stammen, findet er zumeist auf Dachböden und Flohmärkten oder auf Internetplattformen. Nicht selten würden die Leute auch auf ihn zukommen, um ihm den Badeanzug der Oma aus den 1960er Jahren zur Verfügung zu stellen.

Kraft ist in der Region kein Unbekannter. In den vergangenen Jahren fand seine Leidenschaft, für die er anfangs belächelt wurde, immer mehr Aufmerksamkeit. Mehrere Zeitungen berichteten über ihn und seine Sammlung, unter anderem die OZ. Sogar Fernsehmoderatorin Judith Rakers kam nach Ahlbeck, wo der gebürtige Leipziger lebt, um im Rahmen eines Fernsehbeitrages, mit einem roten Badeanzug bekleidet, mit Kraft in der Ostsee zu plantschen.

Recherchearbeiten in Sachsen

Für sein neustes Projekt fuhr der Sammler zu Recherche-Arbeiten nach Sachsen. Zu DDR-Zeiten gab es dort eine ganze Reihe an Textilunternehmen, die Bademode produzierten. So wie das Unternehmen „Juvena“. Kraft fand heraus, dass die Firma, die in Chemnitz produzierte, sich damals großer Beliebtheit erfreute. Er habe sich den Namen als Patent schützen lassen und würde gern eines Tages erreichen, dass wieder unter dem ehemaligen Firmennamen Bademode hergestellt wird. Denn so ganz begreife er nicht, warum es heute sowohl im Osten noch im Westen kaum mehr Fabriken gibt, die sich der Herstellung von Bademoden widmen.

„Mittlerweile stammt alles aus Südostasien. Die alten Firmen haben dicht gemacht“, erzählt Kraft mit Bedauern. Bei seinen Recherchen in Sachsen erfuhr er jedoch nicht nur von „Juvena“. Im Örtchen Jahnsbach im Erzgebirge traf er sich mit der ehemaligen Betriebsleiterin der DDR-Textilfirma „Oswald-Hoffmann“, die ihm ein Buch mit Fotos von den unterschiedlichen Musterfabrikaten von damals vorlegte. Viele von ihnen haben einen ganz besonderen Bezug zu Mecklenburg-Vorpommern, denn sie erhielten Namen von Inseln und Städten aus dem Norden. So gibt es unter anderem das Modell „Zinnowitz“, ein eleganter Zweiteiler, weiß mit Punkten. Das Modell „Binz“ ist den Badeanzügen von heute ziemlich ähnlich und das Fabrikat „Rostock“ gleicht eher einem ziemlich freizügigen Abendkleid, denn einem Badeanzug.

Viele der zu DDR-Zeiten in Sachsen hergestellten Musterfabrikate erhielten die Namen von Städten aus Mecklenburg-Vorpommern, wie zum Beispiel die Modelle Rostock, Binz und Ahlbeck.

Kraft hätte gern mehr Zeit, um derartige Nachforschungen anzustellen, doch sein Leben auf Usedom lässt das nicht immer zu. Zumindest in einer offiziellen Funktion kann er seiner Leidenschaft mittlerweile nachgehen: Als Kurator im „Bikini-Art-Museum“ in Bad Rappenau wo er hin und wieder als Experte beratend zur Seite steht und seine Sammlungsstücke als Leihgaben zur Verfügung stellt. Dabei hätte es durchaus auch eine Position in höherer Verantwortung sein können. Im Frühjahr dieses Jahres, so Kraft, habe ihm der Investor des Museums in Baden-Württemberg die Geschäftsführung angeboten. Kraft lehnte ab. Zu sehr ist er mittlerweile auf Usedom verankert. Das Bikini-Museum ist dennoch ein Schritt in die richtige Richtung, wie er glaubt.

Auf 1000 Quadratmetern gibt es dort Historie der Bademode zu bestaunen. Ein Paradies für Kraft, dessen großer Wunsch es ist, irgendwann einmal ein eigenes Bademoden-Museum auf Usedom zu eröffnen. „Heringsdorf, Ahlbeck und Co. sind Seebäder mit einer langen Badetradition“, sagt er. Nichts passe daher besser zu diesen Orten, als mit historischer Bademode an die vergangenen Zeiten zu erinnern. „Es werden ja für so viele kulturelle und historische Einrichtungen Fördergelder vergeben. Warum kann man nicht auch Geld für ein solches Museum aufbringen?“

Flemming Goldbecher

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