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Usedom Bald in Wolgast: Auge in Auge mit Wolf und Kröte
Vorpommern Usedom Bald in Wolgast: Auge in Auge mit Wolf und Kröte
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17:04 21.11.2019
Dirk Kallon (links) und Roland Piper von einer Firma aus Diedrichshagen errichten im Wolgaster Tierpark momentan eine weit in das Wolfsgehege hineinreichende Besucherplattform, die überdacht sein wird. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

Etwas argwöhnisch beobachten die beiden Wolfsfähen des Wolgaster Tierparks, wie sich ihr angestammtes Gehege in diesen Tagen verändert. Die beiden Wölfinnen müssen aktuell mit einem sorgfältig abgesperrten Teil ihrer angestammten Anlage vorlieb nehmen, weil nebenan gebaut wird.

„Die erhöhte Liegeplattform für die Wölfe ist schon fertig“, berichtet Tierparkleiter Mirko Daus. Links und rechts des Plateaus sind geriffelte Rampen angebracht, auf denen die Tiere später bequem auf das hölzerne Podium gelangen können. Sicher sehr zum Vergnügen der Tierparkgäste, für die direkt gegenüber eine überdachte, weit in das Wolfsrevier hinein ragende Besuchertribüne im Fachwerkstil im Entstehen ist.

Über 100 Quadratmeter mehr Platz für die Wölfe

„Ich kann mir schon gut vorstellen, wie begeistert die Besucher sind, wenn sie zum Beispiel die Fütterung unserer Wölfe live miterleben können“, verkündet Mirko Daus. Die beiden Plattformen, da ist sich der Tierparkchef sicher, werden sich optisch gut in die Umgebung einfügen. Und: „Die Wölfe haben damit künftig über 100 Quadratmeter mehr Platz. Außerdem haben wir für sie einen Teich angelegt, der mit Regenwasser gespeist wird.“

Die für die Wölfe bestimmte erhöhte Liegeebene und der Teich sind bereits fertig. Tierparkleiter Mirko Daus (i.B.) freut sich über den zügigen Baufortschritt. Quelle: Tom Schröter

Nach dem Abschluss der Arbeiten soll voraussichtlich bis zum Februar 2020, wenn die Ranzzeit der Wölfe beginnt, ein männliches Tier angeschafft werden, damit dieser mit den Fähen Gesellschaft schließt. Der Rüde komme aus dem Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin. Mirko Daus und seine Mitarbeiter hoffen auf eine erfolgreiche Zucht.

Zurzeit beherbergt der Wolgaster Tierpark zwei Wolfsfähen, die jeweils etwa zwölf Jahre alt sind. Voraussichtlich bis Februar 2020 soll ein junger Rüde angeschafft werden. Quelle: Tilo Wallrodt

„Unser Tierpark in Wolgast hat sich dem Artenschutz vor der eigenen Haustür verschrieben“, betont Daus. Die Einrichtung im Tannenkamp solle also ein Rückzugsort für rare Vertreter der einheimischen Fauna und Flora sein. Dieser Devise folgend, entstand auf einer Lichtung neben dem neuen Wolfsinformationszentrum gerade ein weiterer, von Besucherbänken flankierter Teich.

Neuer Amphibienteich ist bezugsfertig

„Hier in unserem Wald leben nachweislich verschiedene Amphibien, die wir in dem Teich ansiedeln wollen. Das Wasser soll ihnen auch als Brutstätte dienen“, so der 57-jährige Tierparkleiter, der Erdkröte, Laub-, Gras-, Moor- und Teichfrosch sowie Teich- und Kammmolch zu den potenziellen Bewohnern zählt. „Mit der Anlage schaffen wir ein Refugium für seltene Arten und bereichern gleichzeitig die Erlebniswelt für unser Publikum.“

Um dieses und weitere Projekte finanzieren zu können, sei beabsichtigt, auf den Eintrittspreis auf freiwilliger Basis zusätzlich jeweils einen Artenschutz-Euro zu erheben. Auch die Kosten beispielsweise für das Anlegen von Benjeshecken, von Hochbeeten für das Großziehen von Stieleichen und von Insektenquartieren könnten aus diesem Fonds bestritten werden.

Nächste Idee: Peenestrom-Aquarien

Die Umsetzung einer weiteren Idee, die ebenfalls allmählich Kontur gewinnt, betrifft die heimische Unterwasserwelt. „Wir planen in einem Extragebäude mehrere große Kaltwasseraquarien und hinter Glasscheiben aufgeschüttete Teiche, in denen Fische und andere Bewohner des Peenestroms zu beobachten sind“, blickt Mirko Daus voraus. „Dabei arbeiten wir mit dem Landesanglerverband zusammen.“ Dass eine finanzielle Förderung aus dessen Fischereiabgabe möglich sei, sei ein Ergebnis der engen Kooperation des Schweriner Umweltministeriums mit dem Landeszooverband MV, in dessen Vorstand Mirko Daus seit Oktober 2019 vertreten ist.

Von Tom Schröter

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