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Usedom Till Demtroeder: Netzwerker, Inselbotschafter und Motivator
Vorpommern Usedom Till Demtroeder: Netzwerker, Inselbotschafter und Motivator
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17:02 30.01.2019
Lockt wieder reichlich Prominenz auf die Insel Usedom. Schauspieler Till Demtroedern freut sich auf die vierte Auflage von „Baltic Lights“. Quelle: Hannes Ewert
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Heringsdorf

 Vom 8. bis 10 März findet in Heringsdorf die vierte Auflage von „Baltic Lights –dem nördlichsten Schlittenhunderennen Deutschlands“ statt. Veranstalter Till Demtroeder verrät im OZ-Interview, welche Promis in diesem Jahr nach Usedom und welche Herausforderungen es gibt.

Welche Neuerungen gibt es in diesem Jahr?

Wir haben noch mehr Hunde am Start – in diesem Jahr rund 450. Dementsprechend noch mehr Musher-Teams und mehr Rennen. Auch die Anzahl der Promis hat sich erhöht.

Wer kommt denn dieses Mal?

Unter anderem haben sich der Ex-Profiboxer Henry Maske, Entertainer Wolfgang Lippert sowie Wolfgang Barow von GZSZ angekündigt. Dort spielt er den Anwalt Jo Gerner. Henry Maske habe ich schon mal eingeladen, aber er hatte leider nie Zeit. Er ist Hundefan und hat das Herz am rechten Fleck. Joey Kelly ist zum ersten Mal dabei. Er kommt zwar nur kurz, aber er startet. Das ist monatelange Arbeit und vergleichbar mit einem Sack Flöhe. (lacht). Manche sagen zu, dann wieder ab. Ganz wichtig ist, dass wir keine Gage zahlen. Alle Promis kommen freiwillig und aus Überzeugung.

Gibt es Neues in Sachen Sicherheit?

Wir bieten den Startern ein Sicherheitstraining auf einer Spezialstrecke am Strand an. Wir haben in diesem Jahr eine neue Rennleitung – die Zeitnahme ist noch besser. Dieses Jahr bauen wir auch Nachtbildkameras auf, um einen Nagelanschlag auf der Strecke wie im Vorjahr zu verhindern. Es soll sich niemand mit uns anlegen.

Beim nördlichsten Schlittenhunderennen Deutschlands haben Prominente am Samstag alles gegeben. Dafür wurden sie noch am gleichen Abend gebührend gefeiert. Das sind die Gewinner.

Wie schwer ist es, die Stars nach Vorpommern zu holen?

Viel Überzeugungsarbeit, viel Freundschaft zu mir und Liebe für die Dinge, die ich mache sind die Zutaten. Die Promis sollen nicht nur Kamerafutter sein. Sie bekommen von mir eine schöne Zeit. Sie sollen ein Blick für die Schönheit der Insel bekommen – und Zeit zum entschleunigen. Es ist ein ziemlicher Aufwand, alle an die Ostsee zu bekommen, weil sie einen großen Weg auf sich nehmen. Gewichtheber Matthias Steiner kam im Vorjahr aus Wien nach Usedom, um teilzunehmen. Die Kombination besteht aus schöner Insel, den tollen Huskys, dem Hauch von Abenteuer und die schönen Feuer am Strand. In Hamburg erarbeite ich das Event mit sechs Kollegen, hier vor Ort sind wir 60 Männer und Frauen. Dabei muss man immer auf die Kosten schauen. Wichtig ist auch, dass kein einziger Spendencent in die Veranstaltung fließt.

Wofür wird dieses Jahr gespendet?

Für die Welthungerhilfe und jeder Cent kommt auch dort an. Im Vorjahr gingen die Promis durch das Publikum und sammelten Geld. Tausende Euro kamen zusammen. 2018 wurden rund 43 000 Euro vor Ort eingesammelt und durch die Leser der verschiedenen Zeitschriften hat sich die Summe fast verdreifacht. Mehr als 120 000 Euro kamen zusammen.

Welche Highlights gibt es dieses Jahr?

Das Rennen wird dieses Jahr im Hauptabendprogramm des NDR übertragen. Und ganz Norddeutschland schaut dann nach Usedom. Und das macht mich stolz.

Welches Risiko gibt es?

Das Wetter. Man hat ja in der Vergangenheit gesehen, was Sturmfluten anrichten können. Ich hatte mit allen meinen Veranstaltungen allerdings immer Glück. Ich kann mich noch darin erinnern, dass wir tags zuvor die Pflöcke ins Eis gehauen haben. In einem anderen Jahr war es so warm, dass die Stars im T-Shirt starteten. Schauspieler Hendrik Duryn (“Der Lehrer“) ging danach sogar in der Ostsee baden.

Wie geht es mit Cross Country im Herbst weiter?

Die Usedom Tourismus GmbH hat sich finanziell leider aus dem Event zurückgezogen. Man muss sagen: Die Prominenten, die ich mal hergebracht habe, kommen wieder. Sie schicken mir Bilder vom Strand und so weiter. Mir wurde gesagt, dass die UTG generell keine Veranstaltungen auf der Insel unterstützt. Das Unternehmen besteht aus mehreren kommunalen Gesellschaftern und diese meinten, dass sie Events wie zum Beispiel „Volleyball am Strand“ haben und auch unterstützt werden wollen. Man muss schauen, welche Schlagzeilen das Event macht. Wenn ihr (Anm.: die OZ) über das Volleyballturnier schreibt, interessiert es die Leute hier, aber spätestens in Lübeck möchte da keiner was von wissen. Wenn allerdings Events wie Cross Country laufen, kommt der Burda-Verlag aus München und schickt einen Reporter an die Ostsee. Das lesen so viele Leute und das ist gut für das Marketing der Insel.

Wird es Cross Country 2019 geben?

Ja, aber es wird für mich immer schwerer. Es kommt auf die Partner an. Es können auch kleinere sein, diese können wir gerne integrieren. Wir generieren mit „Baltic Lights“ mehr als 1000 Übernachtungen durch das gesamte Team. Das läuft.

Kommen die Partner auf Sie zu oder umgekehrt?

Man muss ihnen eine Geschichte bieten, wie es für sie interessant sein kann. Das Fundament für die Zusammenarbeit muss gelegt werden und dann springen sie auch drauf an. Die Veranstaltung fördert den Zusammenhalt der Insel. Denn alle zusammen sind Usedom. Ich sehe mich auch als Motivator und Netzwerker für alle. Dann vertrauen sie mir, weil bei mir keine heiße Luft folgt. Ich verstehe mich als Inselbotschafter und das spüren die Leute auch. Ich mache das nicht, um hier Geld zu verdienen, sondern aus Leidenschaft. Diese Kombination überzeugt die Leute.

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Hannes Ewert