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Bansiner Forsthaus Langenberg wird Saisonhotel

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19:00 24.02.2020
Idyllisch gelegen im Wald an der Bansiner Steilküste: Das Forsthaus Langenberg wird ein Saisonhotel. Quelle: Patrick Nitzsche
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Bansin

Beim Blick in den Wintergarten scheint es, als käme jeden Moment eine Kellnerin, um das Geschirr abzuräumen. Die Tische sind gedeckt. Gäste dürften da doch nicht weit sein. Sind sie aber, denn die ersten sollen erst im April wiederkommen. Das Forsthaus Langenberg in Bansin auf Usedom ist ein Saisonhotel geworden.

„Wir haben von Ostern bis Ende Oktober und über die Feiertage Weihnachten und Silvester geöffnet. Das Forsthaus wird als Hotel garni geführt“, sagt Jürgen Lindhorst von der gleichnamigen Unternehmensgruppe aus Winsen (Aller).

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Die Lindhorst-Gruppe aus der niedersächsischen Stadt im Landkreis Celle hat das Objekt in den Kaiserbädern bereits 2017 erworben, wie Lindhorst informiert. Die Gruppe hatte das Haus von Familie Kachlik übernommen, die nach 16 Jahren Langenberg in den Ruhestand gegangen und in ihre Heimat im Harz zurückgekehrt waren. Junior Robert Kachlik und Schwiegertochter Ulrike führten das Haus noch einige Monate weiter, ehe auch sie in die Heimat gingen. Seit April 2019 gibt es hier keine öffentliche Gastronomie mehr.

Kein Ganzjahresbetrieb

So mancher dürfte mit dem Haus viele Erinnerungen verbinden – Urlaub und Familienfeiern. Das Forsthaus Langenberg wirbt gerne damit, das höchstgelegene Hotel und Restaurant auf Usedom zu sein. Doch um das Hotel an der Steilküste im Bansiner Wald ist es ruhiger geworden. Die neuen Eigentümer verabschiedeten sich vom Ganzjahresbetrieb. „Im Winter war es sehr schwach frequentiert“, so Lindhorst, in dessen Unternehmen die Hotellerie nicht unbedingt zum Kerngeschäft zählt.

Im Portfolio der Lindhorst-Gruppe finden sich eher Landwirtschaft, Pflege, Bioenergie und Immobilien. Über einen Freund von der Insel Usedom sei er auf das Objekt aufmerksam geworden. „Die Lage ist fantastisch. Es wird auf jeden Fall ein Hotel bleiben. 2021 werden wir mit der Modernisierung des Langenbergs beginnen“, kündigt Lindhorst an. Dann soll es auch wieder eine öffentliche Gastronomie mit einem Sommergarten geben.“

Das Hotel verfügt über Einzel- und Doppelzimmer, dazu kommen noch Unterkünfte in mehreren Holzblockhäusern auf dem Gelände. „Wie wir das Haus umgestalten und was wir mit den Bungalows machen, müssen wir mit den Baubehörden und der Gemeinde noch abstimmen. Priorität haben in der Region zunächst unser Objekt in Ahlbeck und der geplante Bau eines großen Pflegeheimes in Greifswald“, sagt Lindhorst. Mit dem Ahlbecker Objekt sei das Hotel Ostende gemeint, das umstrukturiert und renoviert werden soll.

Hausgäste seit 1879

Zurück zum Langenberg: Ostern sollen sich die Türen wieder für Hausgäste öffnen, so Lindhorst. Den Blick aufs Meer konnten Hausgäste bereits 1879 genießen, als hier mit der Errichtung eines Aussichtspunktes durch die Aktiengesellschaft Heringsdorf eine kleine Gastronomie eröffnet wurde. Erst die Bohrung eines 60 Meter tiefen Brunnens und die Errichtung einer Wasserpumpe ermöglichten es, auf dem Gelände ein Ausflugslokal zu eröffnen.

Peu à peu verwandelte es sich zum gefragten Restaurant. Ab 1974 ging die HO-Gaststätte in den Besitz der Edelstahlgießerei Silbnitz und des Wohnungsbaukombinats Gera über. Sie bauten das Forsthaus zu einem Ferienheim um, das 1979 eröffnet und bis 1990 viele Urlauber beherbergte.

Eng verbunden mit der Geschichte des Hauses sind Sabine und Alfred Feike, die nach der Wende die Pacht für das Forsthaus Langenberg übernahmen und 1993 den Zuschlag für den Kauf der Immobilie erhielten. Danach übernahmen Karin und Hans Kachlik.

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Von Henrik Nitzsche