Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Auweia, die Bauastraße
Vorpommern Usedom Auweia, die Bauastraße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:08 06.02.2019
Das Straßenschild am Wohnblock an der Wolgaster „Bauastraße“.
Das Straßenschild am Wohnblock an der Wolgaster „Bauastraße“. Quelle: Tilo Wallrodt
Anzeige
Wolgast

In Wolgast gab und gibt es viele alte Wege und Flurbezeichnungen, die im Laufe der Jahre der Vergessenheit anheim fielen und fallen. Um 1900 zum Beispiel kannte man noch den Paschenborn, wohin 1905 die Reiferbahn verlegt wurde, die sich zuvor in der Bahnhofstraße befand. Auch der Jungfernsteig oder -stieg, der entlang des Peene­stroms von der Straße Am Fischmarkt in Richtung Dreilindengrund verläuft, ist vielen Peenestädtern kaum noch ein Begriff, obwohl dieser sogar von einer Sage umwoben ist. In der Grämitz nordwestlich des Tannenkamps standen früher die Wagenburgen dort campierender Sinti und Roma. Auch der Stadt-Pars, die Rietow’sche Wiese, die Stadtkoppel, Siebeneichen und vieles andere mehr waren markante Flurnamen. Eine „Bauastraße“ hingegen gibt es in Wolgast erst seit wenigen Jahrzehnten, und das auch nur an einem Straßenschild am Giebel des Hauses in der Baustraße Nr. 35 bis 45. Relativ unbeachtet wird diese orthografische Entgleisung unterdessen kaum in die Geschichte eingehen.

Tom Schröter