Berliner zeigt, welchen Müll er am Strand von Usedom gefunden hat
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Berliner zeigt, welchen Müll er am Strand von Usedom gefunden hat

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18:08 22.12.2019
Roger Ogorek aus Berlin sammelte während seiner Kur auf der Insel Usedom jede Menge Müll am Strand. Quelle: Hannes Ewert
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Heringsdorf

Roger Ogorek kennt die Insel Usedom noch aus frühen Kindheitstagen. „Selbstverständlich, Usedom ist doch die Badewanne der Berliner“, sagt er und lacht. Schon als kleiner Steppke spielte der heute 58-Jährige im Sand zwischen Ahlbeck und Karlshagen und verbrachte fast jedes Jahr schöne Tage an der Ostsee.

Im November kam er wieder auf die Insel –für einen fünfwöchigen Kuraufenthalt in Heringsdorf. „Ich habe unter anderem Probleme mit den Knochen. Ständig habe ich Schmerzen“, sagt er. So kam für ihn nur ein Kuraufenthalt in Frage.

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Jeden Tag Nordic Walking am Strand

Zu seiner Therapie gehörte unter anderem das Nordic Walking am Strand zwischen Bansin und Ahlbeck. Aber das einfache Gehen am Strand wurde ihm schnell zu eintönig. Also spielte er wieder im Sand – so wie in Kindheitstagen. „Ich habe nebenbei Müll am Strand gesammelt“, erzählt er. Wie oft sich der Berliner dabei gebückt hat, hat er nicht gezählt. Eines steht aber fest: Es müssen tausende Male gewesen sein. „Was ich innerhalb von fünf Wochen an Zigarettenstummeln gefunden hab, ist schon enorm“, sagt er entsetzt. Auf einer Decke breitete er seine gesammelten Schätze aus.

Hier sieht man, was der Kururlauber alles am Strand gefunden hat. Quelle: Hannes Ewert

„Mittlerweile hab ich ein Auge dafür, ob es sich um Müll handelt oder um einen Stein oder eine Muschel“, sagt er. Sein Einsatzgebiet war nur der Strand. „Würde ich im Ort weitermachen, hätte ich ja gar keine Zeit mehr“, sagt er.

Ich will zeigen, was die Menschen am Strand lassen

Ogorek wandte sich zum Ende seiner Kur an die OZ, damit dieser Artikel entsteht. „Ich will damit auf keinen Fall zeigen, dass es in den Kaiserbädern sehr dreckig oder verschmutzt ist. Ganz im Gegenteil: Ich will zeigen, was die Menschen alles am Strand hinterlassen. Wir leben ja in einer Zeit, in der es mehr als wichtig ist, ein Zeichen für die Umwelt zu setzen. Auch wenn mein Zeichen nur sehr klein ist, würde ich mich freuen, wenn es mir andere gleichtun“, erklärt er.

Zigarettenstummel, Plastik und Bierflaschen

Der Berliner fand am Strand eigentlich alles, was die Spaziergänger in den Taschen und Jacken haben. Angefangen von Zigaretten, Bierdeckeln, Bierflaschen, Tampons und Papierreste. Aber auch Plastiklöffel, Eisstiele und ein kleines Fischernetz, welches an den Strand gespült wurde“, erklärt er.

Am Dienstagmorgen reist Roger Ogorek wieder ab und feiert das Weihnachtsfest in der Hauptstadt. „In Berlin habe ich leider keinen Strand, an welchem ich Müll sammeln kann“, sagt er und lacht. Er will aber wiederkommen. In Kröslin hat er eine Gartenlaube und fährt somit regelmäßig Richtung Norden.

Plastikabfälle fand Roger Ogorek ohne Ende. Quelle: Hannes Ewert

Knallfreie Zonen zum Jahreswechsel

Dass in den kommenden Tagen wieder jede Menge Müll an den Stränden der Insel landet, ist wohl keine Überraschung. Spätestens zum Jahreswechsel zünden tausende Gäste ihr Feuerwehr zwischen Düne und Wasserkante. Doch die Gemeinden entwickelten in den vergangenen Jahren Konzepte, um die Knallerei und damit den entstandenen Müll einzudämmen. In einigen Orten gibt es unter anderem knallfreie Zonen.

In Karlshagen soll es –wie im vergangenen Jahr auch – kostenlose Mülltüten am Bierwagen geben. In Zinnowitz wird der Strand am Neujahrsmorgen ab 7 Uhr vom Bauhof grob aufgeräumt. „Wir haben ja am Abend noch das Neujahrsfeuerwerk. Am 2. Januar beginnen dann die gründlichen Aufräumarbeiten. Dann wird auch der Strand tiefengereinigt“, sagt das Gemeindeoberhaupt. In privater Initiative möchte eine Gruppe Zinnowitzer am zweiten Januarwochenende den Strand- und Dünenbereich vom Müll befreien.

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Von Hannes Ewert

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