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Usedom Betrüger geben sich auf Usedom als Hotelmitarbeiter aus und fischen nach Konto-Daten
Vorpommern Usedom Betrüger geben sich auf Usedom als Hotelmitarbeiter aus und fischen nach Konto-Daten
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20:28 24.07.2019
Im Maritim Hotel Kaiserhof in Heringsdorf kam es zu einem Anruf mit vermutlich betrügerischen Absichten. Quelle: Gert Nitzsche
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Heringsdorf

Sie checken im Hotel ein, legen Ihren Ausweis auf den Empfangstresen und geben die Daten Ihrer Kreditkarte an. Was wie ein gewöhnlicher Vorgang im Urlaub scheint, könnte dazu führen, dass sie abgezockt werden.

Während Sie sich nämlich auf Ihrem Zimmer einrichten, klingelt an der Rezeption das Telefon. Jemand möchte sich mit ihrem Zimmer verbinden lassen. Die Anrufer werden durchgestellt und erfragen Ihre Kreditkartennummern.

Auch Usedom betroffen

„Wir sind darüber informiert worden, dass schon der Versuch auf Usedom unternommen wurde“, sagt der Dehoga-Vorsitzende Krister Hennige. Bei der Masche mit den Phishing-Anrufen gibt es zwei Methoden. „Entweder lassen sich die Anrufer von der Rezeption aufs Zimmer durchstellen oder sie wählen es sogar direkt an“, sagt Ralf Kloppenburg vom Maritim Hotel Kaiserhof in Heringsdorf.

In seiner Anlage war es zu einem solchen Betrugsversuch gekommen. „Eine Dame hatte sich bei uns gemeldet und gefragt, ob an der Rezeption ein Herr Schmidt arbeitet“, sagt Ralf Kloppenburg.

Betrüger geben sich als Rezeptionist aus

Der Hintergrund: Die Betroffene hatte einen Anruf von diesem vermeintlichen Herr Schmidt, der sich als Rezeptionist ausgab, erhalten. Er erkundigte sich nach ihren Kreditkartendaten, weil angeblich irgendetwas mit der Buchung nicht stimme. „Aber ihr kam das sehr komisch vor, sie legte auf und fragte nach, ob ein Herr Schmidt bei uns arbeitet“, sagt Ralf Kloppenburg. Und ihr Gefühl war richtig: Ein Mann mit diesem Namen ist an der Maritim-Rezeption nicht beschäftigt. „In der Praxis macht das auch keiner. Nach solchen Daten fragen wir nur persönlich.“ Der Anruf war ein Betrugsversuch.

Ralf Kloppenburg war bereits gewarnt. „Dass derzeit verstärkt Telefonphishing betrieben wird, ist mir bekannt“, sagt er. Kollegen aus anderen Häusern hatten von ähnlichen Fällen berichtet. „Und kurz bevor bei uns in Heringsdorf der Versuch unternommen wurde, hatte ich schon eine Info aus der Konzerngeschäftsführung.“

Es wird wahllos auf Zimmern angerufen

Um an die Daten zu gelangen, lassen die Phisher nichts unversucht, sagt der Hotelchef. Auf der Homepage suchen sie nach der Telefonnummer eines Hotels und rufen dann wahllos auf den Zimmern an. „Die wählen hinten beispielsweise die -123 und hoffen, dass sie dann direkt auf dem Zimmer landen.“

In Heringsdorf ist alles gut gegangen, weil die Betroffene rechtzeitig misstrauisch wurde. Doch wer gutgläubig seine Daten herausgibt, kann schnell um einige Euro erleichtert werden.

Polizei: Bisher keine Anzeigen

Auch die Polizei weiß bereits Bescheid. „Die Fälle kennen wir“, sagt der Pressesprecher der Polizeiinspektion Anklam Jörg-Peter Käding. Anzeigen seien aber bisher keine erstattet worden. Dennoch: Die Polizei warnt eindringlich. „Solche Telefonate, in denen es um Geld geht, sind grundsätzlich zu beenden“, sagt Jörg-Peter Käding. „Wenden Sie sich bei solchen Fällen an die Polizei. Machen sie keine Zugeständnisse.“ Aus Sicht der Polizei habe sich die Betroffene in Heringsdorf richtig verhalten.

Hotel zog bereits Konsequenzen

Das Maritim hat bereits erste Konsequenzen gezogen. „Wir haben es abgestellt, dass man direkt auf die Zimmer durchwählen kann.“ Denn die Chance, dass die Anrufer sensible Daten abgreifen können, sei groß, sagt der Hotelchef. „Die rufen meist in den frühen Morgenstunden an“, sagt Ralf Kloppenburg. Die Gäste sind dann noch nicht richtig wach. „Morgens hat man das ja noch nicht so aufm Schirm.“

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Dana Frohbös

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