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Usedom Betrüger ziehen Flüchtlinge ab: Hilferuf vor „arabischer Mafia“
Vorpommern Usedom Betrüger ziehen Flüchtlinge ab: Hilferuf vor „arabischer Mafia“
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00:00 20.07.2015
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Greifswald

Betrüger treiben seit einiger Zeit ihr Unwesen im Greifswalder Flüchtlingsheim. Nach Informationen der OZ handelt es sich dabei um zwei Männer aus dem arabischen Kulturkreis, die den vor Krieg und anderen Katastrophen geflohenen Menschen in Greifswald teure Hilfen anbieten — etwa Begleitung bei Ämtergängen oder Übersetzungen. Hunderte Euro verlangen sie dafür. Leistungen dieser Art stellt der zuständige Landkreis Vorpommern-Greifswald den Flüchtlingen aber auch völlig kostenlos zur Verfügung. So wurde erst jüngst die Liste der arabischsprechenden Dolmetscher deutlich verlängert.

Doch damit nicht genug: Die Männer sollen dezentral untergebrachte Flüchtlinge in ihren zur Verfügung gestellten Wohnungen aufsuchen und ihnen dort haltlose Versprechungen machen. Bekannt ist beispielsweise, dass Menschen, die gerade erst nach Greifswald gekommen sind, eine Wohnung innerhalb weniger Tage zugesagt wurde. Es müsse nur eben die Kasse stimmen. Dasselbe gelte für das Beschaffen von Dokumenten.

Angeblich geht das schon seit Februar so. Wie viele Opfer bislang auf die Betrüger reingefallen sind, lässt sich nur schwer schätzen. Ebenso der entstandene Schaden. Klar ist, dass er in die Tausende geht. Allein in der vergangenen Woche sollen drei Fälle gemeldet worden sein.

Die Behörden haben erst nach entsprechenden Hinweisen der OZ von der Angelegenheit erfahren und sind nun tätig geworden. Mittlerweile sind ihnen die Namen der mutmaßlichen Täter bekannt. Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald: „Die Personen kriegen Hausverbot im Flüchtlingsheim. Wir haben Anzeige wegen Betrugs erstattet.“ Brisant könnte auch sei, dass die beiden Männer womöglich keinen offiziellen Aufenthaltsstatus haben.

Zudem gehen die Behörden nun auch einer Angelegenheit in Wolgast nach. Von dort aus erreichte die Redaktion ein Schreiben, das offenbar von verzweifelten Flüchtlingen verfasst wurde. Darin heißt es, dass die „arabische Mafia“ vor Ort sei und „schlecht“ mit den Flüchtlingen umgehe. Die arabische Mafia in Wolgast? Das Innenministerium hat zu möglichen Strukturen in Vorpommern „keine belastbaren Erkenntnisse“, so Sprecherin Marion Schlender. Auch der jüngste Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2013 gibt dazu keine Infos. Der Brief endet mit den Worten: „Bitte bitte helfen Sie uns. Wir sind viele, die Probleme haben.“

Ob ein Zusammenhang zwischen den Betrugsfällen in Greifswald und dem Hilferuf aus Wolgast besteht, ist unklar. Sicher ist aber, dass die Betrüger ihre Forderungen in der Hansestadt durchsetzen können und die Opfer selbst bei der Polizei keine Anzeige erstattet haben. Das kann zum einen damit zusammen hängen, dass es gegen die kulturellen Gepflogenheiten ist, einen anderen Araber bei den deutschen Behörden anzuschwärzen. Zum anderen, so vermutet Polizeisprecher Axel Falkenberg, ist es möglich, dass die Flüchtlinge in ihren Herkunftsländern keine gute Erfahrungen mit der Polizei und den Behörden gemacht und deshalb (noch) kein Vertrauen in die Institutionen hierzulande haben.



Marc Lensian

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