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Usedom Bürgermeisterwahl: Höhn lässt erneut auszählen
Vorpommern Usedom Bürgermeisterwahl: Höhn lässt erneut auszählen
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14:51 30.05.2019
Wahlleiterin Barbara Schmöker (2.v.r.) und drei weitere Mitarbeiterinnen des Amtes Usedom Nord zählten am Mittwochabend auf Wunsch noch einmal die Stimmen zur Bürgermeisterwahl in Karlshagen aus. Quelle: Cornelia Meerkatz
Karlshagen

Und plötzlich war die Bürgermeisterwahl für die Gemeinde Karlshagen doch noch nicht beendet ... Nach der langen Wahlnacht vom Sonntag stand am Montagmorgen endlich fest, dass Einzelbewerber Sven Käning und Daniel Telle von der Wählergemeinschaft „Wir in Karlshagen“ (WIK) am 16. Juni in der Stichwahl gegeneinander antreten. Der bisherige Amtsinhaber Christian Höhn von der Wählergemeinschaft Bürger für Karlshagen (BfK) war mit nur einer Stimme Unterschied an der Stichwahl vorbeigeschrammt. Telle holte 456 Stimmen, Höhn 455. Er muss nun das Amt an einem Nachfolger übergeben. Auch seinen Amtsvorsteher-Posten ist er dann los. Das denkbar knappe Wahlergebnis war die Überraschung im Inselnorden.

Doch mindestens genau so überrascht waren einige Karlshagener, als es am Dienstagabend plötzlich hieß, es werde am Mittwoch erneut ausgezählt. Grund dafür war der Wunsch von Christian Höhn ans Amt, die ausgezählten Stimmen noch einmal zu überprüfen. Es sei schließlich schon gegen 2 Uhr gewesen, als die Auszählung endlich beendet war und die Wahlhelfer nach einem Marathoneinsatz mit den Kräften am Ende. Da sei es durchaus denkbar, dass mal ein Wahlzettel einem falschen Stapel zugeordnet oder sich einfach verzählt wurde, lautete seine Argumentation.

„Wir haben die Bitte von Christian Höhn sofort mit dem Landkreis besprochen. Kreiswahlleiter Kurt Rabe hatte Verständnis dafür und sagte, dass wir unbedingt noch mal die Stimmen der vier Kandidaten nachzählen sollen“, erklärt Barbara Schmöker, Wahlleiterin im Amt Usedom Nord. Sie selbst äußerte ebenfalls Verständnis für das nochmalige Auszählen, „denn nach so einer Wahlnacht kann tatsächlich etwas unbeabsichtigt übersehen werden“, sagte sie. Also wurden die vier Bürgermeisterkandidaten Christian Höhn, Wolfgang Hümer, Sven Käning und Daniel Telle informiert und zur erneuten Auszählung am Mittwochabend ins Amt nach Zinnowitz eingeladen. Bis auf Hümer, Kandidat der Linken, waren alle Bewerber bei der Auszählung vor Ort.

Daniel Telle geht am 16. Juni in die Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters. Quelle: Cornelia Meerkatz

Punkt 19 Uhr begannen Barbara Schmöker und drei weitere Mitarbeiterinnen des Amtes mit der Auszählung der Stimmen zur Bürgermeisterwahl aus beiden Karlshagener Wahlbezirken. Die neuerlichen vier Wahlhelfer zählten flott und sehr konzentriert. Nach 45 Minuten stand fest: Das alte Wahlergebnis wurde bestätigt. 456 Stimmen für Telle, 455 für Höhn. Der bedankte sich für die Mühen. Nun habe er wirklich Gewissheit, dass die Wahl so denkbar knapp entschieden wurde. „Das ist Demokratie, daran gibt es jetzt nichts mehr zu deuteln“, sagte Höhn. Die Karlshagener hätten gezeigt, dass sie mit der Entscheidung zum Bau der Hafenstraße ebenso wenig einverstanden waren wie mit dem Hotelneubau. Auch die Differenzen in der Waldstraße mit dem Zweckverband hätten Stimmen gekostet. Er bedaure zwar, nicht erneut Bürgermeister geworden zu sein, konzentriere sich nun aber auf seine Arbeit als Gemeindevertreter.

Telle versicherte, er könne nun tatsächlich wieder ruhig schlafen, alles habe seine Richtigkeit. „Wobei ich nie am Ergebnis der Auszählung gezweifelt habe. Die Wahlhelfer haben Unglaubliches geleistet und bis in den Montagmorgen alles zusammengetragen. Ich ziehe den Hut vor ihnen, denn das geht definitiv an die Substanz“, betonte Daniel Telle. Im Amt Usedom Nord waren am Wahlsonntag insgesamt 88 Wahlhelfer im Einsatz, viele davon 20 Stunden und mehr.

Nun heißt es am 16. Juni in der Stichwahl in Karlshagen Sven Käning gegen Daniel Telle. Wer im Vorfeld auf ein öffentliches Wahlduell hoffte, wird enttäuscht. Zwar hatte Telle diese Idee an Käning herangetragen. Doch am Rande der Auszählung von ihm darauf angesprochen, lehnte Sven Käning ab. Begründung: Er habe kein Interesse, er und sein Kontrahent seien zu verschieden und verfolgten unterschiedliche Ziele für die Gemeinde.

Sven Käning geht am 16. Juni in Karlshagen in die Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters. Quelle: Cornelia Meerkatz

Cornelia Meerkatz

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