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Usedom Moderne Kunst für Auge, Ohr und Nase
Vorpommern Usedom Moderne Kunst für Auge, Ohr und Nase
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08:39 15.08.2019
Der richtige Sound ist wichtig: Parallel zu den Ferrari-Fotografien von Günther Raupp lässt Direktor Till Richter mittels App auch das jeweilige Motorengeräusch der einzelnen Fahrzeugmodelle erklingen. Quelle: Tom Schröter
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Buggenhagen

Pünktlich im August hat Dr. Till Richter die Ausstellung in seinem Museum im Schloss Buggenhagen nahe Lassan erneuert. Zusätzlich zur Dauerausstellung zeigt der Kunsthistoriker nunmehr die Werke von neun Künstlern aus fünf Ländern – Mexiko, USA, Bulgarien, Holland und Deutschland. Und wie immer wartet der junge Direktor mit einer interessanten Genrevielfalt auf.

Etwa 80 Personen waren zur Vernissage am 10. August in den aufwendig sanierten früheren Herrensitz nach Buggenhagen gekommen, um sich durch die neue Schau führen zu lassen. „Insgesamt steht unsere Ausstellung diesmal unter der Überschrift: ,Was wird und was bleibt?‘ Denn unsere Künstler untersuchen auf ihre jeweilige spezielle Weise jene menschlichen Spuren, die wir in jüngerer Zeit auf dieser Erde hinterlassen haben“, erklärt Till Richter.

Im Erdgeschoss dominieren Arbeiten des Künstlers Bram Braam aus dem niederländischen Sittard die Szenerie. Braam, Jahrgang 1980, verwendet Mauerwerk, Glas, Styropor, Beton und Mörtel, wenn er sich dem erwähnten Thema zuwendet und zeigt, wie sich Kunst und Architektur in Bauten und Material teils fortentwickeln, teils alte Formensprachen aufgreifen. „Zwei Monate lang arbeitete Braam bei uns und griff in seinen Werken gern auf Details zurück, die er hier im Schloss vorfand“, berichtet Richter.

Eugenia Frese vor einem Kunstwerk von Bram Braam. Der niederländische Künstler spürt in seinen Arbeiten unter anderem der Frage nach, was die Spuren menschlichen Handelns in der Welt sind, die wir erschaffen. Quelle: Tom Schröter

Wer die Ausstellung durchstreift, dem dringt hin und wieder sattes Motorengeräusch ans Ohr. Denn in einem Raum im ersten Stock sind Fotografien von Günther Raupp, seit 36 Jahren der Fotograf des offiziellen Ferrari-Kalenders, zu sehen und ... zu hören! Über zwei Lautsprecher ertönt dank einer Smartphone-App auf Knopfdruck der jeweilige Sound der Boliden, die dank des Meisterfotografen selbst im Stillstand rasant anmuten. Im Kalender für 2020 kann sogar das spezielle Motoröl der Fahrzeugmodelle erschnuppert werden.

Auf Computersimulation beruhen die Bilder im zweiten Teil von Gerhard Mantz’ Ausstellung „No Place to Fall“. In den Werken mit den künstlich erzeugten menschlichen Wesen, die wie Avatare anmuten, setzt sich der Künstler nun mit (kunst-)historischen Vorbildern auseinander. Von früheren Malern dargestellte biblische Szenen und Porträts von Wissenschaftlern erfahren so eine bemerkenswerte Renaissance. „Die Bilder könnten ein Prequel sein zu der in Teil 1 gezeigten Serie von dystopischen Bildern, in denen Kinder und Jugendliche sich in einer dekadenten und kriegerischen Welt bewähren müssen, die nicht von ihnen selbst geschaffen worden ist“, findet Till Richter.

Von Annalise N. Gratovich stammen diese Holzschnitte, in denen die Künstlerin ihre ukrainischen Wurzeln mit aktuellen Geschehnissen amerikanischer Innen- und Außenpolitik verknüpft. Hier setzt sie sich kritisch mit der Migrationspolitik auseinander. Quelle: Tom Schröter

Um das hochwertige Handwerk der Druckkunst geht es in einer Kollektion von Bildern unter anderem von Annalise N. Gratovich. Unter dem Arbeitstitel „Migrating Heritage“, zu Deutsch „migrierendes Erbe“, greift die in der Ukraine aufgewachsene und heute in den USA lebende Künstlerin aktuelle Themen wie Migration und Klimawandel auf. Ebenso geschickt wie eindrucksvoll verwendet sie in ihren facettenreichen Motiven Stilmittel des eigenen kulturellen Hintergrunds. Ähnlich verhält es sich bei den Arbeiten von John Hitchcock, der die Auslöschung der einst großen Büffelherden in der amerikanischen Prärie zu seinem Thema macht.

Die Werke von Gerhard Mantz zeigen durch Computersimulation erzeugte Motive, die sich mit (kunst-)historischen Vorbildern auseinandersetzen. Quelle: Tom Schröter

Ein Besuch im Till-Richter-Museum lohnt sich also – unerwartet stößt der neugierige Gast in dem beschaulichen Dorf im Achterland auf eine erfrischende Kunstoase, durch die der Direktor sein Publikum auf Wunsch sogar persönlich führt. Geöffnet ist das Museum von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr (Director's Tour: ab 15 Uhr; Telefon: 03 83 74/55 19 19).

Von Tom Schröter

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