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Usedom Chronik von Usedom
Vorpommern Usedom Chronik von Usedom
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12:48 12.09.2019
Am 15. September wird in der Usedomer Kirche eine Chronik der Stadt und des Klosters Grobe präsentiert. Quelle: Ingrid Nadler
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Usedom

Am Sonntag stellen Roland Voth, Gottfried Ehrig und Erwin Putzke um 15.30 Uhr in der Marienkirche eine 1000 Jahre umfassende Chronik der Stadt Usedom und ihres Prämonstratenser-Klosters Grobe vor. Wie viele Stunden die drei Usedomer an dem auffallend schönen in Kunstleder gebundenen und 368 Seiten umfassenden Buch gearbeitet haben, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Der Polizeihauptmeister Voth, der pensionierte Agraringenieur Ehrig und der ebenfalls schon lange berentete Abteilungsleiter der Zentralen Bau-Organisation (ZBO) Putzke haben mit Akribie und Hingabe zusammengetragen, was sich seit der ersten bekannten Besiedlung im 9. Jahrhundert in der Stadt Usedom und im damaligen Kaufmannsort Grobe zugetragen hat. Die Darstellung endet mit der Kommunalwahl im Mai 2019. Was für ein geschichtlich weit gespannter Rahmen!

„Wir hätten mindestens noch mal so viele Seiten gebraucht, um die Geschichte wirklich lückenlos zu erzählen“, sagt Gottfried Ehrig, der wochenlang Tag für Tag über Stunden am Computer gesessen und sich nichts Spannenderes hätte vorstellen können, als die historisch überlieferten Daten mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verbinden. Dabei sind die Hobbyhistoriker auf manch spannende Details gestoßen. So kann Bischof Otto von Bamberg die Christianisierung der Pommern 1128 nicht auf dem Schlossberg verkündet haben, weil dieser erst in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts aufgeschüttet wurde. Drei Seiten haben die Autoren allein für die Quellenangaben gebraucht.

Seltene Luftaufnahme von Zecheriner Brücke

So haben sie wichtige Hinweise den Niederschriften des Archäologen Prof. Felix Biermann entnommen, der die Ausgrabungen in Usedom und am Klosterort Grobe seinerzeit geleitet hat. Aus anderer Quelle haben die drei eine äußerst seltene Luftaufnahme vom Bau der Zecheriner Brücke aus dem Jahr 1930. Interessant sicher auch diese biografische Entdeckung: Der heute noch in Usedom bekannte Familienname Strehlow taucht in den Geschichtsbüchern schon 1338 auf. Was für eine möglicherweise spannende Familiengeschichte. Die Zusammenarbeit mit dem Vorpommerschen Landesarchiv sei sehr gut gewesen.

Die Chronik ist eingeteilt in die alte und die sogenannte neue Zeit. Roland Voth: „Bei der Darstellung der jüngeren Vergangenheit haben uns viele Einwohner mit ihren privaten Fotos und mit wertvollen Hinweisen geholfen. Auch nach unserer jüngsten Ausstellung im Rathaus sind uns noch viele Informationen zugetragen worden. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich. Wir wollen, dass die Usedomer ihre Geschichte kennen und stolz darauf sind und die größte Freude wäre es für uns, wenn die nächste Generation die Chronik weiterschreiben würde. Aus diesem Grunde haben wir unsere gesamten Aufzeichnungen digitalisiert. Bitte auch zukünftig nichts wegwerfen, was geschichtlich relevant sein könnte“, appelliert Roland Voth an die jungen Usedomer.

Auflage 500 Stück

Damit die Geschichte nicht gar so trocken daherkommt, haben die Herausgeber ihre Texte auch mit mancher Anekdote gespickt. Zum Beispiel mit dieser: Bis 1945 hat es in Usedom einen Ausrufer namens Westphal gegeben, der ein wahrer Spaßvogel gewesen sein muss, denn er hat verkündet, dass ein hiesiger Fischer im Usedomer See einen Wal gefangen habe. Dieser werde tags darauf im Deutschen Haus der Öffentlichkeit präsentiert. Eine Lehrerin soll mit ihrer Klasse tatsächlich flugs dorthin geeilt sein …

Zur Buchpräsentation in der St.-Marien-Kirche sind die Usedomer und ihre Gäste Sonntagnachmittag also herzlich eingeladen. Die Chronik ist in der Steffen Media GmbH Usedom gedruckt und zunächst mit einer Auflage von 500 Stück herausgegeben worden. Die Bücher kosten 50 Euro und können vor Ort gleich erworben werden.

Von Ingrid Nadler

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