Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom DRK-Wasserretter üben Ernstfall am Heringsdorfer Strand
Vorpommern Usedom DRK-Wasserretter üben Ernstfall am Heringsdorfer Strand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:45 07.10.2019
Der erste Vermisste wird geborgen. Stefan Klemmt aus Berlin spielte den Bewusstlosen. Hinterher gab er etwas unterkühlt zu: „Mein einer Arm hat schon gekribbelt.“ Quelle: Dietmar Pühler
Anzeige
Heringsdorf

Vier Tage lang übten 16 Rettungsschwimmer von der Insel Usedom, aus Anklam, Parchim, Grevesmühlen, von der Mecklenburgischen Seenplatte und aus Berlin Steglitz-Zehlendorf in Heringsdorf, um sich gemeinsam auf besondere Anforderungen im Wasserrettungsdienst vorzubereiten. Sie alle wurden zu Wasserrettern ausgebildet.

Gastgeber war zum vierten Mal die Wasserwacht des DRK-Kreisverbandes Ostvorpommern-Greifswald. Wie die Kreisleiterin der Wasserwacht, Anke Radlof, mitteilte, wurden Einsätze unter besonders schwierigen Bedingungen sowie bei Großschadenereignissen oder Katastrophen geübt. „Die Wasserwachtler wurden in der groß angelegten Ausbildung auf genau derartige Szenarien umfangreich vorbereitet“, so Anke Radlof.

Am Heringsdorfer Strand übten die DRK-Wasserretter in der Dunkelheit für den Ernstfall. Viele Abläufe klappten schon hervorragend. Manch ein Spaziergänger glaubte, dass alles echt sei.

Angemessene Führungsstruktur wichtig

Zur Ausbildung zählten der Umgang mit den verschiedenen Rettungsmitteln, die Einbindung in diverse Notsituationen, mögliche Szenarien und Erkrankungen, die Reanimation oder die Knotenkunde. Höhepunkte waren jedoch die kombinierten Übungen am Strand, die von vielen Passanten am verlängerten Wochenende aufmerksam verfolgt wurden.

Besonders wichtig sei es gewesen, dass die ausgebildeten Wasserretter bei den Übungen die unterschiedlichen Funktionen verinnerlichten, die die einer Lage angemessene Führungsstruktur mit sich bringe. So habe jeder eine bestimmte Rolle in der Hierarchie Einsatzleitung-Zugführung-Gruppenführung-Trupp einzuhalten und entsprechend zu agieren.

Frau liegt ohnmächtig in den Dünen

Das wurde beispielsweise bei der Nachtübung am Freitagabend deutlich. Obwohl die Teilnehmer wussten, dass es im Rahmen der Spezialausbildung eine Nachtübung geben wird, wurden sie völlig davon überrascht. Denn üblicher Weise fand diese Übung stets an einem Samstagabend statt, dieses Mal aber schon einen Tag früher. So mussten alle schnell aus ihrer Freizeitkleidung in die persönliche Schutzausrüstung steigen und von der Rettungsschwimmer-Unterkunft in der Delbrückstraße zum Strand eilen.

Dort wartete eine in Tränen aufgelöste Frau, die ihre Mutter vermisst gemeldet hatte, nachdem diese nicht mehr in die Klinik zurückkehrt war. Bei der Suche nach der ohnmächtig in der Düne liegenden Frau stellte eine Gruppe fest, dass an anderer Stelle am Strand eine Decke mit Rucksack und zwei Paar Schuhen lag. Das bedeutete eine neue Lage, die entsprechend koordiniert werden musste. Die beiden gesuchten Personen wurden nach geraumer Zeit aus dem Wasser geborgen.

Kommunikation lief nicht optimal

Während die Suche und Bergung der vermissten Frau, gespielt von Anke Radlof, „bei mir bestens“ verlief, so die Anklamerin, hätte es bei der zweiten Lage Kleinigkeiten in der Kommunikation gegeben, die nicht optimal funktioniert hätten. Für den Beobachter sah es so aus, dass die Bergung der beiden Personen zu lange gedauert hat. Die Kreisleiterin der Wasserwacht relativierte: „Lieber geduldige Absprachen als Hals über Kopf ins Wasser rennen. Bei der Übung war es dann so, dass einige Gruppenführer statt zu führen, eher Angehörige betreuten oder sich um Schaulustige kümmerten. Es geht aber darum, dass der Gruppenführer jederzeit den Überblick behält und seinen Helfern Aufgaben entsprechend der jeweiligen Lage zuteilt.“

Spaziergänger glauben an Ernstfall

Deshalb wurde am Samstagabend eine weitere Nachtübung, dieses Mal an der Ahlbecker Seebrücke, durchgeführt. Ein siebenjähriger Junge wurde vermisst gemeldet, zudem gab es einen versuchten Suizid. Da dort noch etliche Passanten unterwegs waren, gingen einige dieser Spaziergänger von einem Ernstfall aus. Diese konnten dann aber rasch beruhigt werden. „Wir mussten realitätsnah spielen“, so Anke Radlof, die als Freundin der Frau agierte, die von der Seebrücke springen wollte. „Bei dieser zweiten Übung waren die Gruppen super“, erklärte sie.

Insgesamt zog Radlof ein sehr positives Fazit von der Spezialausbildung: „Die Teilnehmer waren richtig toll motiviert und engagiert. Sie hatten schon viel drauf, auch wenn einige noch sehr jung sind. Wir hatten auch 17-Jährige dabei.“ Die Teilnehmer hätten ebenfalls ein positives Feedback gegeben und die praxisnahe Ausbildung gelobt.

Von Dietmar Pühler

Mit 57 Zentimetern von Kopf bis Fuß war der kleine Jayden-Curtis das größte Baby der Woche in den Geburtskliniken Greifswald und Anklam. Insgesamt kamen 23 Kinder zur Welt. Gleich drei Babys wurden kurz nach Mitternacht geboren.

07.10.2019
Usedom Festival in Karlshagen Bunte Lenkdrachen an der Ostsee

Kuriose, kleine, riesige, selbstgebastelte und professionelle Großdrachen haben am Wochenende den Ostseehimmel in Karlshagen beim Drachenfestival in ein buntes Farbenmeer getaucht.

06.10.2019
Usedom Junges Usedomer Musikfestival Die „Besten von morgen“ begeistern

Nachwuchskünstler begeistern im Heringsdorfer Kaiserbädersaal bei der 6. Verleihung der Achterkerke-Musikpreise beim Jungen Usedomer Musikfestival. Anna Betker aus Neverin gewinnt „Akkordeon solo“.

06.10.2019