Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Zirchows Kulturhalle wird zum Londoner Ally Pally
Vorpommern Usedom

Darts: Wenn die Zirchower Kulturhalle zum Londoner Ally Pally wird

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:36 19.01.2020
Antje Minder aus Ahlbeck gehört dem Dartsclub Linden 54 an. Quelle: Henrik Nitzsche
Anzeige
Zirchow

Da fehlt nur noch der Caller, der in den Saal mit kräftiger Stimme „One Hundred and Eighty“ schreit. 180 Punkte – mit drei Pfeilen können das gute Darter werfen. Den Schiedsrichter des Dartsports hat die Zirchower Kulturhalle an diesem Tag nicht zu bieten. Dafür aber eine Bühne, zehn Dartscheiben und Musik, die an die fantastische Stimmung bei der jüngsten Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace, unter den Fans „Ally Pally“ genannt, erinnert. Die Michael van Gerwen, Peter Wright und Fallon Sherrock heißen hier Colin Zonrow, Martin Laue oder Antje Minder – Insulaner, die die Liebe zum Dartsport mit anderen teilen.

Heute sind in der Zirchower Kulturhalle 64 Teilnehmer am Start, die nur ein Ziel im Blick haben: Ihren Pfeil möglichst gut in die kleinen Felder auf den beiden Ringen der Dartscheibe oder in die Mitte ins Bullseye (Durchmesser 12.7 mm) zu bringen. Den Hut auf hat bei diesem Turnier im „Club 90“ die Dartsgemeinde von „Baltic Bulls Bansin“. Sieben Insulaner, die schon jahrelang befreundet sind und gemeinsame Zeit beim Angeln verbringen, warfen früher die Pfeile auf eine E-Dartscheibe im Keller in Dorf Bansin. „So fing alles an“, erzählt Colin Zornow. Für den Handballer vom HSV ist Darts der beste Ausgleich zum rasanten Mannschaftssport. „Du kannst ruhig bleiben, musst dich konzentrieren und bekommst den Kopf frei“, sagt Colin. „Besonders schön ist es, wenn der Pfeil da landet, wo er landen soll“, fügt Martin Laue aus Bansin hinzu. Er hat sein Spiel gerade mit 2:0 gewonnen. Von den 64 Teilnehmern gehen 32 in die Hauptrunde. Dort geht es weiter mit dem Achtel-, Viertel- und Halbfinale bis ins Finale.

Pfeile von Barneveld

Da wollen sie alle hin, die Spieler aus Greifswald, Wolgast, Neubrandenburg, Ahlbeck oder Bansin. „Das ist bereits unser drittes Turnier in Zirchow“, erzählt Henry Szendeleit, der mit seinem Bruder Thomas ebenfalls den Bansiner Bulls angehört. Angefangen haben sie mit 20 Teilnehmern, im vergangenen Jahr waren es schon 40, diesmal 64. „Wir hatten noch mehr Anmeldungen. 64 ist schon die Grenze“, sagt Colin, der wie seine Mitstreiter rund zwölf Stunden vor den Dartscheiben stehen wird.

Sie profitieren von den WM-Übertragungen im Fernsehen. Darts ist mittlerweile zum Massensport geworden. Und nicht billig, wie Colin betont. Seine drei Pfeile stammen aus dem Dartshop von Raymond van Barneveld – Kosten 100 Euro. Der Holländer ist neben der Darts-Ikone Phil Taylor der bekannteste Dartspieler. Rund 1000 Euro hängen an der Wand der Kulturhalle – das sind die acht Dartscheiben mit LED-Ring, auf die im Abstand von 2,37 Meter geworfen wird. Der ausgelegte Teppich, der vor Kratzern auf dem Parkett schützen soll, wurde gesponsert. Das gilt auch für das Vereinslogo der Bulls, das eine Designerin entworfen hat.

Alles muss pink sein

Sie wollen immer professioneller werden und denken darüber nach, sich als Sparte dem Verein Eintracht Ahlbeck anzuschließen. „Gegenwärtig sind unsere neuen Shirts in Arbeit. Das ist der Ausstatter, der die Bundesliga-Trikots anfertigt“, sagt Colin. Ganz so schrille Outfits wie der schottische Weltmeister Peter Wright, Spitzname „Snakebite“, sind zwischen den vielen Pfeilen nicht zu entdecken. Allerdings fällt Antje Minder aus Ahlbeck schon auf mit ihrem pinken Haar und dem schwarzen Shirt mit der pinken Flamme auf dem Rücken. Klar, dass die Flyer ihrer Pfeile auch pink sind. Seit zwei Jahren gehört sie dem Dartsclub „Linden 54“ an. Der Name erklärt sich durch die Trainingsstätte – Ahlbeck, Lindenstraße 54. Durch ihren Vater ist sie zum Darts gekommen. „Ich mag vor allem die Konzentration“, sagt sie. Eine 180 habe sie auch schon geworfen. „Aber meistens, wenn keiner guckt“, gibt sie zu.

Wer bei dem Turnier die meisten 180 wirft, bekommt einen Pokal. Die Sieger natürlich auch. Und wer es bis ins Halbfinale und Finale schafft, der darf dann auf der großen Bühne spielen. Gewonnen hat der Bansiner Martin Laue vor Colin Zornow aus Heringsdorf und dem Wolgaster Torsten Lüdtke. Die Partien wurden in der Halle auf zwei Leinwänden übertragen, dazu lief die Einlaufmusik des jeweiligen Spielers. Das ist fast so wie im berühmten „Ally Pally“ in London.

Von Henrik Nitzsche

Usedom Brandstiftung? - Wolgast: PKW brennt aus

In Wolgast ist in der Nacht ein PKW vollständig ausgebrannt. Die Polizei vermutet Brandstiftung, aber die Ermittlungen dauern noch an.

19.01.2020

Was der Alltag so mit sich bringt – von kleinen Irrtümern, lustigen Dialogen, unfreiwilligem Humor und doppeldeutigen Komplimenten. Wer beruflich viel mit anderen Menschen zu tun hat, der erlebt die interessantesten Sachen.

18.01.2020

Fit bleiben gehört zum guten Ton. Viele Menschen trainieren regelmäßig und bereiten sich auf kleinere oder größere Wettbewerbe vor. Die OZ stellt heute Lauf-Veranstaltungen in der Region vor.

18.01.2020