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Usedom Das große Umziehen im Tannenkamp
Vorpommern Usedom Das große Umziehen im Tannenkamp
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00:00 20.06.2015
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Wolgast

Da blickten sich das Lemuren-Äffchen und der Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft tief in die Augen. Peter Sanftleben reiste am Donnerstag, dem

Landeszootag, in Vertretung für Umwelt-Minister Till Backhaus (SPD), in den Familientierpark im Wolgaster Tannenkamp. Der Schweriner schlenderte durch die Gehege und war vor allem vom Wissen der Tierpflegerin Anett Fensch angetan. „Sie können die wirklich alle auseinanderhalten?“, fragte er ungläubig. Anett Fensch konnte und bewies es dem tierlieben Politiker. „Das eine Weibchen hat ein schmales Gesicht, die andere sieht eher rundlich wie eine Mutti aus und das Äffchen dort hinten, schauen Sie mal, hat einen ganz runden Schwanz“, erklärte sie. Der Staatssekretär war überzeugt.

Drei Tierparks besuchte SanftlebenWolgast war an diesem Vormittag die zweite Station. Einen Überblick wolle er sich verschaffen, sagte der Staatssekretär. Derzeit werden die Haushaltsdiskussionen im Landtag geführt: „Und die Landespolitik hat erkannt, dass Kommunen sich weder Tierparks noch Auffangstationen für Wildtiere allein leisten können. Das Land muss künftig einspringen, wenn es um die Ausstattung von Gehegen geht und eine Anschubfinanzierung leisten.“

Das war das Stichwort für Tierpark-Chef Rainer Jarling und den Vorsitzenden des Fördervereins Andreas Pantermehl. Während sie im begehbaren Damwild-Gehege den zahmen, weißen Hirsch Kurt streichelten und ein vier Tage altes Rehkitz bewunderten, wurden Zukunftspläne geschmiedet. Die neue Übersichtstafel am Eingang des Tierparks zeigt bereits, wie es hier einmal aussehen soll: Etliche Tiere werden in größere Gehege umziehen. Im Herbst bekommen die Erdmännchen ein neues Heim. Zeitgleich ziehen die Alpakas, Emus und Kängurus um. „Wir werden Alpakas züchten“, erklärt Lars Bergemann vom Förderverein. „Aber heute wollen wir dem Politiker erst einmal eine begehbare Vogelvoliere schmackhaft machen.“ Diese soll gegenüber dem Pferdestall entstehen. Natürlich gebe es viele Tierparks im Land, die Geld brauchen. „Deswegen müssen wir langsamen Schritts, aber stetig voran gehen“, sagte Bergemann.

Die Ideen und Vorhaben von Tierparkleitung und dem Förderverein sind schier unendlich. Die verwaiste Bärenburg, in der noch bis zum vergangenen Jahr Hanna, das Wappentier des Parks, lebte, soll im August Veranstaltungsort für ein Konzert und im September für Kinovorstellungen werden. Ein Bauernhof mit Schweinen, Ziegen und Hühnern sei ebenso geplant, wie die Erweiterung des Wolfgeheges.

Irgendwann soll der Tierpark auch wieder neue Braunbären aufnehmen. „In einem großen, artgerechten Käfig“, sagt Andreas Pantermehl. Einen Platz hat der Chef des Fördervereins schon ausgesucht: „Dort wo heute noch der Hühnerstall steht, haben wir Platz, um ein großes Bären-Areal entstehen zu lassen.“ Doch das ist noch Zukunftsmusik, die in weiter Ferne erklingt. „Vorher wollen wir den vorhandenen Tieren bessere Lebensbedingungen schaffen.“ Worte die auch Peter Sanftleben gern hört. „Wenn ich sehe, wie viel Arbeit und Liebe nicht nur die fest angestellten Mitarbeiter, sondern auch die ehrenamtlichen Helfer in diesen Tierpark stecken, ist das einfach nur förderwürdig“, lobte er.

Die liebevolle Art, mit den Tieren umzugehen, bleibt auch den Besuchern nicht verborgen. Brit Pöger und ihr Mann Thomas aus der Nähe von Leipzig sind beispielsweise echte Fans des Wolgaster Tierparks. „Mein Mann kommt hierher seitdem er ein Kind ist und seine Sommerurlaube mit den Eltern auf Usedom verbrachte“, erzählt sie während Thomas Pöger seinem Sohn Matti erklärt, dass Hirsch Kurt erst vor Kurzem sein Geweih abwarf und ihm nun ein neues wächst. Die Gäste kommen den Tieren in den neuen begehbaren Anlagen sehr nahe. Grit Pöger schwärmt nicht nur von den sauberen Tieren und der gepflegten Anlage, sondern auch von den schönen Spielplätzen des Parks.

Währenddessen wird an mehreren Stellen des Tiergartens gebaut. Der frühere Pferde- und Eselstall zum Beispiel wurde gründlich gereinigt und im Inneren teilweise umgestaltet. „Hier entsteht unsere teilweise begehbare Kaninchen- und Meerschweinchen-Welt, die am 12. Juli im Rahmen des Tierparkfestes eröffnet werden soll“, berichtet Lars Bergemann weiter. Die beiden im Tierpark verbliebenen Ponys Campino und Surprise, die aktuell auf einer Koppel gegenüber dem Eingang grasen, müssen künftig mit nur einer Stallhälfte als Nachtquartier vorlieb nehmen. Auf der anderen Seite entsteht zurzeit in der Holzwerkstatt der der Wolgaster Tagesstätte „Ein Lichtblick“ eine große mehrfach unterteilte Bucht für die Meerschweinchen und Kaninchen, die später von den Gästen auch einsehbar ist. Im Hof vor dem Stall hat die Mölschower Baufirma von Gerd-Günter Schulz ein Areal abgesteckt und alten, von den Pferde gedüngten Boden gegen frischen Sand ausgetauscht. Ein Kriechschutz sorgt dafür, dass die Nager sich nicht unter dem Zaun hindurch graben können, der das Freigehege später abgrenzt. Der Tierpark-Mitarbeiter Andreas Struß setzte in dieser Woche bereits die Begrenzungspfähle.

Erdarbeiten sind auch auf dem Gelände im Gange, auf dem sich seit der Eröffnung des Tierparks Anfang der 1960-er Jahre das Rotwild den Besuchern präsentierte. Alte Betonfundamente werden aus dem Waldboden geholt und das Terrain zur späteren Aufnahme der Alpakas hergerichtet. „Nach und nach setzen wir so das von der Stadtvertretung beschlossene Tierpark-Konzept um, damit der Park attraktiver wird“, sagt Bergemann. Die Hoffung der Beteiligten ruht auch auf Wirtschaftsstaatssekretär Stephan Rudolph (CDU), der dem Tierpark seine Hilfe zugesagt hat. Hier geht es speziell um Bauarbeiten im Bereich des Wirtschaftshofes, wo viele Einrichtungen komplett marode sind und erneuert werden müssen.



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