Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Der Zauber Finnlands zieht auf die Insel
Vorpommern Usedom Der Zauber Finnlands zieht auf die Insel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 28.09.2015
Anzeige
Zinnowitz

Heringsdorf. Hoch im Norden Finnlands erzählt man sich atemberaubende Geschichten von der Erschaffung der Welt, vom Zaubern durch Singen, von Recken und Hexen. Morgen Abend um 19.30 Uhr erweckt die in Rundfunk und Fernsehen omnipräsente Stimme des Sprechers Frank Arnold diese Mythenwelt im Hotel Steigenberger and Spa in Heringsdorf zum Leben. Frank Arnold studierte Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin und hat viele erfolgreiche Hörbücher gelesen, u. a. auch „Goethe — Kunstwerk des Lebens“ von Rüdiger Safranski, der in diesem Jahr bereits während der Usedomer Literaturtage zu hören war. Mit musikalischer Begleitung des finnischen Pianisten Sami Väänänen wird der mit dem deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnete Sprecher nicht nur live zu erleben sein, sondern auch aus der „Kalevala“ lesen, einer Sammlung alter Lieder und Geschichten, die der finnische Philologe Elias Lönnrot im 19. Jahrhundert zusammengestellt hat und die zu Finnlands Nationalepos wurden.

„Im Kalevala werden die Zuhörer in die Welt vom Zauberer Väinämöinen entführt, sie hören die tragische Geschichte vom verstoßenen Jungen Kullervo, Lieder über den Schmied Ilmarinen und den Zyklus von Marjatta, die von einer Preiselbeere schwanger wird und den neuen König von Karelien zur Welt bringt“, freut sich Dr. Jan Brachmann, Dramaturg des Usedomer Musikfestivals auf den Abend. Am Klavier präsentiert Sami Väänänen Vertonungen der Mythen des Kalevala aus Finnland. Der in Berlin lebende Pianist spielt seit Jahren eine Vielzahl an Konzerten sowohl als Solist als auch Kammermusiker und Lied-Pianist. Der Schwerpunkt seines Repertoires liegt auf der Spätromantik und auf den Klassikern des 20. Jahrhunderts.

Zum Konzertabend im Steigenberger stehen die finnischen Komponisten Erkki Melartin und Jean Sibelius im Mittelpunkt. Jean Sibelius gehörte im 19. Jahrhundert einer Gruppe junger Künstler, Dichter, Maler, Komponisten an, die in ihren Werken immer wieder auf Figuren und Geschichten aus dem „Kalevala“ zurückgriffen.

Dienstag, 19.30 Uhr „Finnlands große Mythen“ im Heringsdorfer Steigenberger Hotel. Tickets in allen Touristinformationen und an der Abendkasse.

Finnland-Fakten
Finnland ist das Land der tausend Seen: Aber wie viele sind es wirklich? Was nach einer märchenhaften Beschreibung klingt, ist sogar eine Untertreibung.

187 888 Seen mit einer Fläche von jeweils mindestens 500 Quadratmetern sind offiziell erfasst: besonders seenreich ist der Südosten des Landes. Als größter See gilt der Saimaa. Er ist eigentlich ein Netz aus verschiedenen Seen, die zusammen eine Gesamtfläche von 4370 Quadratkilometern haben. Durch einen Kanal ist der Saimaa seit 1850 mit dem Finnischen Meerbusen verbunden.

Der Päijänne, der längste See Finnlands, hat eine Fläche von 1118 Quadratkilometer. Das touristisch beliebte Gewässer umspült insgesamt 1886 Inseln. Es ist bis zu 95 Meter tief und führt das meiste Wasser aller Seen des Landes.
Finnischer Tango in Zinnowitz: Atmosphärisch und hinreißend musiziert
Finnland ohne Sauna? Das ist schwer vorstellbar! Und Finnland ohne Tango? Geht schon gar nicht!
So oder ähnlich kann man es hören und lesen. Aber auch dies: Der Tango wäre eine finnische Erfindung! Und warum? Weil die Finnen Melancholiker sind: zu viel Landschaft, nur Wald und Seen, zu wenig Menschen — und dann die viele Dunkelheit Wie dem (augenzwinkernd) auch sei: Seit der Tango 1913 von Südamerika nach Finnland kam, ist er dort nicht nur Erfolgsgeschichte, sondern nationales Kulturgut mit Identifikations- charakter, eigenen Komponisten, eigengeprägtem Repertoire, riesigen Tangofesten,- königen und —königinnen. Kostproben gab es vorgestern beim Usedomer Musikfestival in Zinnowitz mit dem Trio Cayao (Berlin). Es waren dies mit Iskander Widjaja (Violine), Nhassim Gazale (Kontrabass) und Jarkko Rihimäki (Klavier) drei brillante Musiker, denen das begeisterte Publikum in der dortigen Evangelischen Kirche einen musikalisch und musikantisch so anregenden wie aufschlussreichen Abend verdankte: Tango argentinisch und finnisch, älteren wie neueren Datums, folkloristisch wie eher konzertant und von genrespezifisch höchst vielfältiger Stilistik. Bestimmend sind also traditionelle, festgelegte Charakteristika von Rhythmik, Harmonik wie Melodik und eine so unverwechselbar zum Tango gehörende Atmosphäre des aber schon mal vital ausbrechenden Melancholischen, des Nachdenklichen; voller sanglichem Schmelz, manchmal auch Schmalz, nicht ohne improvisatorischen, auch an den Jazz erinnernden Einschlag und mit jener hier eher etwas verhaltenen, früher mal sehr erotischen Leidenschaft, die den Tango so anziehend machte — und noch macht!
Lebendig wurde eine lange, viele Namen berücksichtigende Tangogeschichte, die - ergänzt von Ravel und Bach — mit so einfühlsamer wie professioneller Darstellung in den Bann zog. Ein Finnlandfest ohne Tango — das wäre wirklich nicht gegangen! Ekkehard Ochs



Wolfgang Labahn

Eine gute Apfelernte beschert Markus Remy in diesen Wochen reichlich Arbeit. Landauf, landab ist er mit seiner mobilen Lohnmosterei unterwegs.

28.09.2015

Das 2. Oktoberfest am Sonnabend im Heringsdorfer „Maritim“-Hotel wurde traditionell mit dem Bierfassanstich von Hoteldirektor Ralf Kloppenburg und Bürgermeister Lars Petersen eröffnet.

28.09.2015

Hohendorfer Carnevalclub feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest

28.09.2015