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Usedom Hier gibt’s bald Hochprozentiges aus eigener Produktion
Vorpommern Usedom Hier gibt’s bald Hochprozentiges aus eigener Produktion
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15:37 26.07.2019
Schon jetzt gibt es Vorführungen mit einer Mini-Destille: Philipp Fornis mit Stephani Köhn und den Kindern Moritz (7) und Lena (10) aus Berlin. Quelle: Rainer L. Hein
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Mellenthin

Neues Highlight im Wasserschloss Mellenthin: Schlossherr Jan Fidora, seit vielen Jahren Besitzer des Kleinods, will noch in diesem Herbst eine neue große Destille auf dem Areal eröffnen und so seinen Gästen aus nah und fern allerlei edles Hochprozentiges kredenzen. Bislang machte Fidora vor allem mit neuen Biersorten wie Cannabis- oder Ingwerbier von sich reden.

In der neuen Destille können Besucher hautnah erleben, wie Schnaps gebrannt wird. Dazu wird auf dem Schlossgelände ein Schauhaus hergerichtet. Nach knapp fünf Jahren Wartezeit wird im Herbst die Baugenehmigung erwartet. Hinter Glasscheiben soll dann der neue Destillateur, Philipp Fornis (40), seine Kunst präsentieren. Fornis wechselt vom Erzgebirge auf die Insel Usedom, zuvor war er Spitzenbrenner in Berlin.

Am Schauhaus betätigte sich Emilie Winkelmann

Derzeit steht das künftige Schaugebäude noch leer, neue Dachbalken wurden allerdings schon eingebaut. Das Haus aus dem Jahre 1913 in unmittelbarer Sichtnähe des Schlosses diente einst als Wirtschafts- und Gesindehaus sowie als Stall für die edlen Zuchtpferde der Adeligen. Das Haus hat eine Einmaligkeit deutscher Baugeschichte vorzuweisen: Als erste Frau durfte sich in Kaisers Zeiten Emilie Winkelmann als Architektin betätigen. Das war bis dahin für Frauen unmöglich. Dann in Usedom der Durchbruch, kurios für die damalige Männerwelt. Später wurden unter Winkelmanns Anleitung berühmte Bauten wie Guts- und Herrenhäuser für den Adel besonders in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern errichtet. Wenn das Gebäude in Mellenthin restauriert ist, wird es mit seinen alten Balken und Ornamenten an den Wänden an die Kaiserzeit und die Jahre davor erinnern.

Destille wird am Bodensee gefertigt

Die Mellenthiner Destille ist eine Sonderbestellung und besteht zu einem großen Teil aus Kupfer: Das 150 Liter fassende Gefäß samt Armaturen ist noch im Bau bei einem der führenden Handwerksbetriebe auf diesem Gebiet, der Firma Arnold Holstein am Bodensee. Dort wurde die Destille für das Wasserschloss auch konstruiert. „Da kommt nichts aus dem Regal“, meint Jan Fidora lachend, „meine Destille hat spezielle Armaturen.“

So wird die neue Destille aussehen, die derzeit am Bodensee im Bau ist. Quelle: privat

Muss sie auch, denn wenn die Anfangsproduktion angelaufen ist, will der Schlossherr eine spezielle Whisky­sorte auf den Markt bringen. „Whisky ist ein Steckenpferd von mir“, verrät er. Bis zum ersten Glas zum Verkosten dauert es aber noch, weil auch der Mellenthiner Whisky mindestens drei Jahre in Holzfässern lagern muss. Die Fässer hat Fidora speziell in Schottland bestellt. Hat dieses hochprozentige Tröpfchen für „harte Männer“ (und Frauen) schon einen Namen? „Nein“, sagt Jan Fidora, „denn wir wollen in einem Wettbewerb Gäste und Einheimische um Namensvorschläge bitten. Der Sieger bekommt natürlich mindestens eine Flasche.“ Kreative Vorschläge können bereits direkt ans Schloss geschickt werden, denn „Usedomer Whisky“ klinge nicht gerade edel, eher bieder, meint Fidora.

Eierlikör wird nicht vergessen

Ansonsten setzt der Schlossherr mit seinem Destillateur Fornis auf heimische Produkte. So werden für die Schnäpse ausschließlich Blüten und Pflanzen von der Insel verarbeitet. Wie Malz fürs Bier, Früchte für die entsprechenden Obstbrände wie Kirschen, Pflaumen, Mirabellen, Apfel, Himbeeren und den heimischen Sanddorn. Übrigens – wegen ihrer Belebtheit sollen auch Eierliköre nicht fehlen.

Philipp Fornis, Destillateurmeister aus dem Erzgebirge, arbeitet nun im Mellenthiner Wasserschloss. Quelle: Rainer L. Hein

Bereits jetzt werden die Gäste in Mellenthin auf die Zukunft eingestimmt: Führungen durch die schlosseigene Brauerei (mit Verkostungen) werden um die Zubereitung von Schnäpsen ergänzt. Mit einem Minilabor zeigt Philipp Fornis Interessierten alle Finessen des Destillierens. Die sind begeistert. Stephani Köhn aus Berlin sagt: „Unglaublich, was aus dem reinen Alkohol mit mehr als 80 Prozent für edle Getränke gezaubert werden.“

Ende August auch wieder Cannabisbier

Schlossherr Jan Fidora will künftig Hochprozentiges destillieren. Quelle: Rainer L. Hein

Übrigens sei nicht unerwähnt: Das neu von Jan Fidora entwickelte Kaffeebier mit Bohnen aus Honduras, Brasilien, Guatemala und Indonesien ist einmalig im Geschmack und im Schloss im Ausschank. Der wahre Renner steht Ende August wieder in den Regalen: Cannabisbier. In diesem Jahr werden 2000 Liter zur Verfügung stehen, denn Fidoras Nachbar, ein Landwirt, hat mehr angebaut, nachdem im letzten Jahr die 1000 Liter nach zwei Wochen vergriffen waren.

Mit seiner neuen Destille, davon ist Jan Fidora überzeugt, holt er weitere Gäste ins Wasserschloss nach Mellenthin und wertet die Insel Usedom mit einer weiteren Attraktion auf.

Mehr zu den innovativen Ideen von Jan Fidora lesen Sie hier:

Auf Usedom gibt’s Cannabisbier

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Rainer L. Hein

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