Deutsches Sportabzeichen: So sportlich sind die Polizisten auf Usedom
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Usedom Höher, schneller, weiter – so sportlich sind die Polizisten auf Usedom
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Deutsches Sportabzeichen: So sportlich sind die Polizisten auf Usedom

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07:01 03.09.2020
Polizeimeister Sönke Ehrig (21) muss 1,55 Meter hoch springen, um Gold zu erreichen. Die Marke schafft der Polizist mit Leichtigkeit. Quelle: Hannes Ewert
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Zinnowitz

Polizisten müssen manchmal ganz schnell reagieren. Zum Beispiel, wenn sie einem Straftäter hinterherlaufen, einen Fahrraddieb oder flüchtige Autofahrer stellen wollen, die gerade einen Unfall verursacht haben. Umso wichtiger ist es, dass die Männer und Frauen regelmäßig auf ihre körperliche Leistungsfähigkeit getestet werden. Einmal im Jahr haben die Beamten der Polizeireviere Wolgast und Heringsdorf sowie der Kriminal- und Wasserschutzpolizei die Möglichkeit, ihre Sportabzeichen abzulegen. Am Mittwoch kamen knapp 50 Männer und Frauen zusammen, um ihr sportliches Können zu zeigen.

Dana Franz vom Revier Wolgast im Laufduell mit dem Präventionsbeamten Silvio Gückstock. Quelle: Hannes Ewert

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Jagd nach flüchtigen Fahrraddieben

„Es gibt manchmal Situationen, da muss man richtig schnell sein. Zum Beispiel, wenn unsere zivilen Fahrradstreifen einen Dieb sehen und ihm hinterherfahren müssen“, erklärt Mandy Collet vom Polizeirevier Heringsdorf. Dabei haben es die Diebe auf E-Bikes abgesehen, die innerhalb kürzester Zeit sehr schnell werden können. In der Vergangenheit kam es häufiger vor, dass die Polizisten in solchen Situationen schnelle Beine beweisen mussten – allerdings ohne E-Bike. Oft waren die Polizisten dabei erfolgreich. „Es gab auch schon Fälle, da sind Kollegen in die Ostsee gesprungen, um Badegäste vor dem Ertrinken zu retten“, erzählt sie.

Zwölf Disziplinen stehen zur Auswahl

Am Mittwoch standen den Beamten zwölf Disziplinen in vier Leistungskategorien zur Auswahl. „Entscheidend ist, dass in jeder Kategorie eine Disziplin absolviert wird. Die Kategorien sind Kraft, Ausdauer, Kondition und Schnelligkeit. Zu den Disziplinen zählen Kugelstoßen, Weit- und Hochsprung, 100-Meter-Lauf und Springseilspringen. Ältere Kollegen müssen laut der Norm aber nicht mehr so fit sein wie ihre Kollegen, die gerade aus der Ausbildung kommen“, erklärt sie. Jeder kann aber in seiner Altersklasse das Goldabzeichen erhalten.

Stefan Collet beim Standsprung. Ohne Anlauf muss er zeigen, wie weit er springen kann. Quelle: Hannes Ewert

Sport wichtig für die Beurteilung

Die Polizisten müssen einmal innerhalb von drei Jahren diesen sportlichen Leistungstest ablegen. „Dieses Sportabzeichen fließt unter anderem in ihre Regelbeurteilung ein, die sie alle drei Jahre von der Dienststelle bekommen. Diese Beurteilung ist unter anderem für die Beförderung in einen höheren Dienstgrad oder die Bewerbung auf andere Stellen wichtig“, erklärt Mandy Collet. Diese Beurteilung ist einer Art Zwischenzeugnis wie in der Schule. Wie im Abitur kann eine Höchstpunktzahl von 15 erreicht werden.

Die Usedomer und Wolgaster Polizisten zeigten sich am Mittwoch in vielen Disziplinen durchaus fit. Einer, der wohl kaum Probleme mit dem Sportabzeichen hatte, war Sönke Ehrig. Der 21-Jährige beendete in diesem Jahr seine Ausbildung zum Polizeimeister und ist nun im Heringsdorfer Revier tätig. Seine Leidenschaft ist der Fußball. „Früher habe ich sogar in der Jugendabteilung beim FC Hansa Rostock gespielt. Dann kam für mich die Entscheidung, ob ich in den Profibereich wechsle oder doch eine Ausbildung mache. Ich entschied mich für die Polizei“, sagt er.

Akribisch wird notiert, welcher Kollege in welcher Sportart erfolgreich war. Quelle: Hannes Ewert

Zum Einstellungstest musste Sönke Ehrig damals schon einen Sporttest absolvieren. Dazu zählte unter anderem der Wendelauf zwischen zwei Kästen, der Dreierhopp auf dem linken und rechten Bein, Klimmzüge und ein Konditionstest in Form eines Hindernisparcours. Alle Disziplinen haben allerdings wenig mit dem Deutschen Sportabzeichen zu tun. „Es gibt aber eine Reihe von Kandidaten, die schon beim Sporttest scheitern“, sagt er.

Schwimmen ist auch möglich

Eigentlich wollten die Polizisten bereits im Sommer ihr Sportabzeichen auf dem Zinnowitzer Sportplatz ablegen, doch die Corona-Auflagen machten es ihnen nicht einfach. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in Form eines Grillens ging es für einen Teil der Truppe noch in die hiesige Therme. Dort mussten sie unter anderem zeigen, wie schnell sie eine Distanz von 25 Metern im Wasser bewältigen.

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Von Hannes Ewert