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Usedom Von 175 auf 100 Kilo: Dieser Lassaner speckt fast die Hälfte seines Körpergewichts ab
Vorpommern Usedom Von 175 auf 100 Kilo: Dieser Lassaner speckt fast die Hälfte seines Körpergewichts ab
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17:12 18.11.2019
André Lubitz aus Lassan wog mal 175 Kilogramm. Mit viel Sport und einer Magenverkleinerung wiegt er jetzt nur noch 100 kg. Quelle: privat
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Lassan

André Lubitz aus Lassan hat aufregende Tage vor sich. Am Freitagmorgen fährt er nach Greifswald, um sich operieren zu lassen. Klingt erstmal relativ unspektakulär, wenn man jedoch die Geschichte hinter der Operation sieht, wird es interessant. Genauer gesagt, wird es eine Bauchreduktionsoperation. Seit vielen Wochen schwirrt ihm das magische Datum „22.11.19“ im Kopf umher. Nun kann er bis dahin die Stunden zählen.

Vor fünf Jahren wog André Lubitz noch 175 Kilogramm, trug T-Shirtgröße 6XL. „Das Essen schmeckte immer gut, die Bequemlichkeit und die Spielerei an der Playstation kamen hinzu“, sagt er. Die Couch und er waren (fast) unzertrennliche Freunde. Der Besuch beim Sportplatz stand immer im Einklang mit dem Trinken von einem Bier – manchmal auch zwei oder mehr. Hinzu kam das Rauchen. Am Abend versackte er oftmals in der Kneipe. Weitere Wegstrecken von zu Hause in die Umgebung gingen nicht ohne größere Pause. „Ich musste mich nach 150 Metern an der Hauswand abstützen, um Luft zu holen“, erzählt er heute.

Wendepunkt im August 2014

„Zum Teil ist es die erbliche Veranlagung, zum anderen aber auch meine eigene Schuld, dass ich früher so ausgesehen habe“, gesteht er. Der 16. August 2014 war der Wendepunkt in seinem Leben. „Es war der Geburtstag meiner Frau, das weiß ich noch ganz genau. An dem Tag stand ich kurz vor dem Herzinfarkt. Ständig bekam ich Schweißausbrüche und Angstzustände. Für mich war es Fünf vor Zwölf. Hinzu kamen psychische Probleme“, erinnert er sich.

André Lubitz aus Lassan wog mal 175 Kilogramm. Mit viel Sport und einer Magenverkleinerung wiegt er jetzt nur noch 100 kg.  Quelle: Privat

Er musste schnell zum Arzt. „Dann sollte ich meine Ernährung ändern und mit dem Rauchen aufhören“, berichtet er. Gesagt, getan. Im Februar 2016 folgte die erste Operation – eine Schlauchmagen-OP. Der größte Teil seines Magens wurde bei diesem Eingriff entfernt. „Danach wog ich 20 Kilogramm weniger als vorher.“

Mit dem Laufen purzelten die Pfunde

„Ich wusste, dass es nicht so weitergehen kann.“ Er fing an, etwas Sport zu treiben. Bewegung an der frischen Luft und die Runden mit dem Hund taten ihm gut. Im Februar 2017 „begünstigte“ ein Wildunfall mit seinem Auto seine körperliche Fitness. „Meine Mutter wohnt rund eineinhalb Kilometer weg von uns und ich musste immer hinlaufen, da das Auto ja kaputt war. Eines Tages fing ich an, die Strecke zu joggen. Damit verdiente meine Jogginghose endlich ihren Namen“, sagt er und lacht.

André Lubitz hat sich fast halbiert.  Quelle: Privat

Die Strecken wurden immer länger, die Pausen dazwischen immer kürzer. Die Fitness wurde besser, die Kilos purzelten dahin. Dann suchte er nach Gleichgesinnten in der Umgebung. „Bei Facebook gab ich die Begriffe ,Laufen’ und ,Usedom’ ein und stieß auf die Usedomer Laufmützen. Schnell meldeten sich die Mitglieder und meinten, dass ich vorbeikommen könnte“, sagt er.

Aus Gleichgesinnten werden Freunde

Und aus den Mitgliedern der Usedomer Laufmützen wurden feste Freunde. Immer, wenn es zeitlich passt, zieht sich André Lubitz die neongrünen Laufshirts an und läuft damit rund um Lassan, auf Usedom oder in Polen. In Swinemünde und Umgebung gibt es eine Reihe von Laufevents, bei denen etliche Läufer dabei sind.

André Lubitz zeigt stolz seine Teilnahmemedaillen.  Quelle: Hannes Ewert

„Ich habe durch das Laufen Orte und Plätze in der Umgebung gesehen, die ich noch nicht kannte, denn normalerweise war ich nur mit dem Auto unterwegs“, sagt er. Durch das Laufen war Lubitz schon in vielen Teilen des Landes unterwegs. Stralsund, Greifswald, die Insel Usedom und Rostock wurden schon von ihm erkundet.

Das Resultat kann sich sehen lassen: im heimischen Flur hängen dutzende Medaillen und Urkunden. Darunter sind drei Halbmarathon-Strecken: zweimal Usedom und einmal in Rostock. „Vor fünf Jahren hätte ich nie gedacht, dass es einmal so weit kommt“, sagt er stolz.

Nächstes Ziel: Einen Marathon laufen

Durch die Operation am Freitag wird er nochmals bis zu fünf Kilogramm verlieren. Die Laufschuhe hat er für dieses Jahr schon an den Nagel gehängt. „Ich habe dieses Jahr 975 Kilometer auf der Uhr, im Vorjahr waren es 1048 Kilometer“, sagt er stolz. Sein nächstes Ziel ist irgendwann einmal ein Marathon von 42,195 Kilometern. „Wann und wo das sein soll, weiß ich noch nicht. Ich möchte es zumindest versuchen.“

Bedanken möchte sich der 48-Jährige ausdrücklich bei allen Freunden, der Familie und den Kollegen, die immer viel Verständnis für sein neues Hobby aufbringen.

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Von Hannes Ewert

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