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Usedom Drei Vorpommern stürzen sich ins Abenteuer
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Drei Vorpommern am Start internationaler Rallye

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14:00 23.02.2020
Am 22. Februar geht es in Hamburg los für Mathias Voigt und Guido Golle (v.r.) bei der Baltic Sea Circle. Die Spenden, die das Team gesammelt hat, gehen an den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Leuchtturm. Klar, dass Marlies Rüchel da die Daumen für die Tour drückt. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

„Wir sind reisefertig“, sagt Guido Golle. Am22. Februar um 11 Uhr startet der 52-Jährige gemeinsam mit seinem Sohn Benjamin (30) und dessen Kumpel Mathias Voigt (34) in Hamburg zu einem Abenteuer. Das Stralsunder Trio nimmt an der Charity-Rallye Baltic Sea Circle teil (OSTSEE-ZEITUNG berichtete).

Lust auf Abenteuer

Das Besondere an dieser Rallye: Entlang der Ostsee führt die 7500-Kilometer-Tour die Teilnehmer in 16 Tagen durch zehn verschiedene Länder. Das Ganze in einem mindestens 15 Jahre alten Auto, ohne Navi und ohne GPS, Autobahnen dürfen nicht genutzt werden. Ein bisschen verrückt ist diese Idee schon, gibt Guido Golle zu, aber: „Wir freuen uns drauf.“ Das bestätigt auch Mathias Voigt, der als dritter Mann etwas später zum Team „Frontal daneben“ stieß. „Es ist eine Mischung aus Vorfreude und aufgeregt sein“, sagt der junge Mann mit einem Lachen.

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Auch die Straßenverhältnisse können abenteuerlich werden, denn Autobahnen sind für die Teilnehmer tabu. Quelle: Baltic Sea Circle

Der Teamname kommt nicht von ungefähr, denn das Auto ihres Vertrauens ist ein Opel Frontera. „Da haben wir im Vorfeld einiges dran gemacht“, sagt Guido Golle und zählt auf: Kupplung, Zylinderkopfdichtung und Stoßdämpfer wurden ausgewechselt, Schneeketten liegen bereit und ein Satz Reifen mit Spikes ebenfalls. In den Wintermonaten müssen die drei Hansestädter auf der Strecke mit allem rechnen: Temperaturunterschiede von bis zu 40 Grad Celsius und Straßenverhältnisse, die von trockenen Asphaltpisten bei 10 Grad, über Schotterpisten mit geschlossener Schneedecke bei minus 20 Grad bis hin zum vereisten Schlaglochparcours bei 0 Grad reichen. Klar, dass da auch noch einmal bei den Klamotten aufgerüstet wurde: Thermounterwäsche, Winterkombis, neue Schlafsäcke … Fest gebucht sind bisher nur zwei Übernachtungen, sagt Guido Golle. „Vom 28. Februar zum 1. März müssen wir am Nordkap sein.“

Spenden für den guten Zweck

Neben dem Abenteuer, auf das sich die Stralsunder freuen und begeben, zählt jedoch ein weiterer wichtiger Aspekt: der Charity-Gedanke. Jedes der diesmal 65 teilnehmenden Teams muss mindestens 750 Euro an Spendengeldern für einen guten Zweck sammeln. Guido und Benjamin Golle und Mathias Voigt hatten sich schnell dafür entschieden, ein regionales Projekt zu unterstützen. „Unsere Spende geht an den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Leuchtturm in Greifswald“, erklärt Guido Golle und er gibt zu: „Wir haben uns das am Anfang wirklich leichter vorgestellt, Spenden zu sammeln.“ Deshalb sind sie so dankbar, dass mittlerweile 2400 Euro zusammengekommen sind.

Mit etwas Glück sehen die Teilnehmer der Baltic Sea Circle auf ihrer Tour auch Polarlichter. Quelle: Baltic Sea Circle

Noch mehr freut sich darüber allerdings Marlies Rüchel vom ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Leuchtturm. „Absolut klasse!“, sagt sie. „Unser großes Satzungsziel ist es, irgendwann ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz zu errichten. Dafür brauchen wir dann jeden Cent.“ Doch auch der laufende Betrieb muss finanziert werden, zum Beispiel die Ausbildungen zu Familien- oder Trauerbegleitern. „Wir haben derzeit 32 ehrenamtlich Engagierte“, sagt Marlies Rüchel. „Und zehn befinden sich in der Ausbildung.“

Eine von ihnen ist Ulrike Below. „Nachdem meine Tochter ausgezogen ist, hatte ich plötzlich viel mehr Zeit – und die wollte ich sozusagen gern sinnvoll spenden. Also habe ich mich bei der Ehrenamtsmesse informiert und schließlich im Herbst mit meiner 100 Stunden umfassenden Ausbildung begonnen“, erklärt Ulrike Below, die im normalen Beruf im Hotel arbeitet.

Das Ziel: Ein stationäres Hospiz in MV

Unterwegs sind die Ehrenamtlichen im Gebiet Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen. also von Usedom bis zum Fischland. „Das muss auch erst einmal bewältigt werden“, sagt Marlies Rüchel und fügt hinzu, dass es in ganz Mecklenburg-Vorpommern nicht ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz gebe. „Wir kümmern uns um Kinder und Familie, bei denen die Welt aus den Fugen geraten ist“, erklärt sie. Das könne zum Beispiel passieren, wenn ein Kind oder ein junger Erwachsener die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit erhält. Das könne aber auch geschehen, wenn ein Familienmitglied eines Kindes so eine Diagnose erhält oder das Kind und die Familie den Verlust eines Elternteils zu verkraften haben. „Es geht in erster Linie um Trauerarbeit für Kinder“, sagt Marlies Rüchel.

Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Leuchtturm

Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Leuchtturm hat seinen Sitz in Greifswald, Poggenweg 29. Telefonisch ist er unter der Nummer 03834/5 20 52 00 zu erreichen. Ansprechpartnerin ist die Koordinatorin des Vereins Katy Lorenschat.

Ziel ist eine Verbesserung und Förderung der palliativen Begleitung und Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer schweren oder lebensverkürzenden Erkrankung. Dazu gehört auch ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz in der Region.

Angst, Hilflosigkeit, Überforderung und Hoffnungslosigkeit bestimmen oft das Leben der betroffenen Familien. Aber auch Isolation und finanzielle Probleme können ihren Lebensalltag unerträglich machen. Leuchtturm unterstützt und begleitet die gesamte Familie vom Zeitpunkt der Diagnosestellung an und richtet sein Betreuungsangebot nach den Bedürfnissen der Familie aus. „Das heißt, dass wir uns auch um die Geschwisterkinder von erkrankten Kindern kümmern und mit ihnen Zeit verbringen oder dass wir den Eltern mal eine Atempause verschaffen“, sagt Marlies Rüchel. „Wir freuen uns also riesig über die Unterstützung und drücken dem Abenteurertrio die Daumen für eine gute Reise!“

Wer noch spenden möchte oder die Tour der drei Stralsunder bei der Winteredition der Baltic Sea Circle verfolgen möchte, kann das unter www.frontal-daneben.de.

Von Miriam Weber

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