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Usedom Ein Werk Ernst Moritz Arndts für „die Gerechtigkeit“
Vorpommern Usedom Ein Werk Ernst Moritz Arndts für „die Gerechtigkeit“
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00:02 22.05.2018
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Vorpommern

Der Rüganer Ernst Moritz Arndt (1769-1860) war in aller Munde, nachdem die Universität Greifswald den Namen nach längerem Streit abgelegt hatte. Trotzdem bleiben Arndts Schriften als Ergebnis seines umfangreichen Schaffens erhalten und verdienen besondere Beachtung unter Historikern und geschichtsinteressierten Lesern.

Zeichnung von Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

Als ein Werk „für die Gerechtigkeit“ verstand er beispielsweise seinen „Versuch über die Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen“. Vor 215 Jahren veröffentlichte er die Schrift, die damals für viel Beachtung sorgte. In einem Brief an seinen Freund und Verleger Andreas Georg Reimer (1776-1842) ahnte er, wie das Lesepublikum darauf reagieren würde. Das Buch werde „mir hier im Lande wenige Gönner machen“, schrieb er und wünschte sich mit Inhalt und Art der Darstellung ein großes Interesse bei Menschen, die an der „Aufhebung der Knechtschaft im ganzen großen Vaterlande“

interessiert waren.

Arndt wollte mehr als nur ein Geschichtsschreiber sein, denn er erwähnte in seiner Vorrede, dass er „Vorurteile widerlegen, alte Verdrehungen zurecht rücken, verjährte Lügen aufdecken“ wolle.

Zunächst betrachtete er in einem 53-seitigen Kapitel die Entwicklung der Leibeigenschaft in den deutschen Ländern. Auf weiteren 220 Seiten untersuchte er die „Unterjochungsgeschichte“ der an der Ostsee lebenden Menschen. Dabei stellte er heraus, dass auf der Insel Rügen im 18. Jahrhundert „die Willkür und Plackerei die unangemessenste war und der Dienst und die Abhängigkeit der armen Leute sich als die härtesten darstellten.“

Für seine geschichtliche Aufarbeitung studierte der damals 33-jährige Universitätsprofessor zahlreiche Schriften, wie zum Beispiel den „Rügenschen Landgebrauch“ des Landvogts Matthäus von Normann (nach 1490-1556). Der Jurist stellte im 16. Jahrhundert eine Sammlung des auf Rügen geltenden Rechts zusammen und gab damit unter anderem Auskunft über die bäuerlichen Verhältnisse dieser Zeit. An „Greulichkeiten“, wie Arndt die Machenschaften der adligen Herren bezeichnete, habe er viele gesehen und sich darüber empört. Mit beispielhaften Erscheinungen stellte Arndt die bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts herrschenden Zustände dar: Bauernhöfe wurden enteignet und eingezogen (Bauernlegen).

André Farin

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