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Usedom Eishalle doch an der Ostseetherme?
Vorpommern Usedom Eishalle doch an der Ostseetherme?
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00:00 03.07.2018
Heringsdorf will statt der Eislaufbahn im Winter eine ganzjährig zu nutzende Eishalle. Doch wo soll sie stehen? Quelle: Fotos: Henrik Nitzsche, Hannes Ewert
Heringsdorf

Grenzparkplatz oder doch Ostseetherme? Der vorgesehene Bau einer Eissporthalle in der Gemeinde Heringsdorf erhitzt trotz des eisigen Themas die Gemüter in der Gemeindevertretung gewaltig. Schon die Tatsache, dass das beauftragte Rostocker Planungsbüro Wagner nicht nur den Grenzparkplatz als Standort untersucht hat, sondern auch eine innerstädtische Lösung an der Ostseetherme ins Kalkül zieht, sorgte für emotionsgeladene Debatten.

Fördermittel für die Therme gibt es nur mit der Eishalle.Andreas Hartwig, Bauamtsleiter Heringsdorf

Peter Wagner begründete die neuerliche Betrachtung der Therme als Eishallenstandort als Gebot der Zeit: „Ich sehe nicht, dass der Außenbereich am Grenzparkplatz in der geforderten Weise entwickelt werden kann. Dort haben wir FFH- und Naturschutzgebiet sowie die Forst mit ihren Belangen zu berücksichtigen“, erklärte er. Ein Bau der Eishalle an der Therme und die Einbeziehung des Gebäudes in die Nutzung habe viele Vorteile: So könne die Therme in Kombination mit der Eishalle für die Nutzung neu ausgerichtet werden, zugleich könne die Achse in Richtung der Ortszentren von Heringsdorf und Ahlbeck neu ausgebaut und touristisch mitgenutzt werden. Und es sei mit der Eishalle möglich, auch die Therme energetisch zu sanieren und dafür Fördermittel zu erhalten, begründete Wagner. Eine Sanierung der Therme ohne jegliche Fördermittel koste um die elf Millionen Euro.

Wagner riet zu einer Machbarkeitsstudie für einen endgültigen Entscheid. Hans-Jürgen Merkle (BI) zeigte sich daraufhin sprachlos: „Wir reden seit 15 Jahren und kommen zu keinem Schluss.“ Er plädierte eindeutig für den Grenzparkplatz. Matthias Mantei (CDU) dagegen fand die Idee gut. „Ich habe nie verstanden, warum wir auf den Grenzparkplatz wollen. Wir haben nie an die Folgekosten und an Energieeffizienz schon gar nicht gedacht“, so Mantei. Er plädierte deshalb für die Machbarkeitsstudie, von der Wagner sagte, dass sie im Oktober vorliegen könne. Petra Arnhold (BI) wiederum findet zwar die Synergieeffekte bei der Kombination Therme-Eishalle gut, vermisst aber genaue Zahlen zu den Baukosten der Eishalle. Zudem forderte sie wie andere Gemeindevertreter auch, dass die Eishalle auf breites Publikum ausgelegt sein muss und nicht nur das betuchte Klientel im Visier haben darf. Joachim Schulz (BI) verwies auf den großen Druck, schnell eine neue Eishalle zu errichten, da die derzeitige Lösung nur noch kurze Zeit halte. Für ihn steht fest: „Das Planungsbüro ist mit der Thermen-Lösung übers Ziel hinausgeschossen.“ Helmut Friedrich (UWG) warnte zudem vor Gefahren und Kosten, wenn man sich auf die Therme verständige. Er brachte deshalb gleich einen Änderungsvorschlag ein: Das Theaterzelt Chapeau Rouge soll dauerhaft versetzt werden, sodass an diesem Standort, an dem sich im Winter sowieso die Eisbahn befindet, die Eishalle errichtet wird. Die Idee fand allerdings keine Mehrheit.

Geschlagene zwei Stunden lieferten sich die Abgeordneten ein Pro und Kontra zur Eishalle an den beiden Standorten Ostseetherme oder Grenzparkplatz. Fritz Spalink (SPD) fasste zusammen: „Eigentlich wollen wir gar nichts, wir eiern nur rum.“ Am Ende verwies Bauamtsleiter Andreas Hartwig darauf, dass sich zwar beide Standorte für die Eishalle eignen und auch förderfähig seien. „Wenn aber auf eine Förderung bei der Sanierung der Therme gehofft wird, geht das nur mit dem Neubau der Eishalle“, so Hartwig. „Und zwar über die energetische Schiene als einzige Möglichkeit, da die Gemeinde für den Bau der Ostseetherme seinerzeit bereits Förderung erhalten hat“, ergänzte Bürgermeister Lars Petersen (CDU).

Am Ende entschieden sich die Gemeindevertreter mehrheitlich für eine Machbarkeitsstudie zum Bau der Eishalle an der Ostseetherme. Wenn sie im Oktober vorliegt, wird weiter beraten.

Cornelia Meerkatz

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