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Usedom Endlich: Zinnowitzer Sportschule feierlich eröffnet
Vorpommern Usedom Endlich: Zinnowitzer Sportschule feierlich eröffnet
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17:35 19.05.2019
Am Sonnabend wurde in die Zinnowitz nach knapp dreijähriger Bauzeit die Sportschule eröffnet.
Am Sonnabend wurde in die Zinnowitz nach knapp dreijähriger Bauzeit die Sportschule eröffnet. Quelle: Hannes Ewert
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Zinnowitz

Der Zinnowitzer Sportschulenleiter Carsten Nichelmann und Markus Constantin vom St. Otto-Heim verbindet eine Leidenschaft: die Liebe zum Sport. Und deshalb überreichte Constantin ihm ein ganz besonderes Geschenk bei der feierlichen Eröffnung der Sportschule am Sonnabend in Zinnowitz. Er bekam den Laufschuh, den er bei seinem ersten Marathon auf der Insel Usedom getragen hat. „Ich erinnere mich noch genau. Es lief nicht immer gerade, zwischendurch gab es Hügel, Berge und kleinere Täler. Und kurz vor dem Stadion in Wolgast gab es einen ganz steilen Anstieg. Ans Aufgeben dachte ich nie“, sagt er.

So sehr hat sich die Sportschule in Zinnowitz von 2016 bis heute verändert. Sogar Boxtrainer-Legende Uli Wegner kam am Sonnabend zur Eröffnung in das Ostseebad

Ähnlich erging es auch der Sportschule in den vergangenen drei Jahren. Es lief nicht immer alles glatt. Bauverzögerungen durch fehlende Fundamente unter dem Treppenhaus, Kostensteigerungen bei den Baupreisen oder auch Insolvenzen von Handwerkern. Doch umso glücklicher waren alle Beteiligten, dass nun die Sanierung geschafft ist. Stefan Rimpf, der Planer und Architekt des Objektes aus Greifswald, bereitete die Baustelle oft Kopfzerbrechen. „Manchmal lief es sehr zäh und dann kam etwas dazwischen. Zum Beispiel Insolvenzen von Unternehmen, die an dem Bau beteiligt waren. Und in kürzester Zeit neue Handwerker aufzutreiben, war oft eine Herausforderung“, sagt er. Zum Ende des Bauphase war er beinahe täglich auf der Baustelle, um den Fortschritt zu sehen.

Mehr Betten und mehr Komfort in der Sportschule

Von der Anzahl der Betten gab es einen gewaltigen Sprung nach oben. „Wir haben nun 238 Betten, vorher waren es 134“, so Nichelmann. Vorher war auch nicht auf jedem Zimmer eine Toilette, eine Dusche oder geschweige ein Fernseher. Das Gebäude stammt aus den 1960-er Jahren. Da Zinnowitz ein ähnliches Klima wie in Tokio hat und dies die DDR-Führung erkannte, wurde in dem Ostseebad das Haus gebaut, damit sich die Athleten auf die Olympischen Spiele vorbereiten können. Er freute sich, dass die Gäste nun Bedingungen nach dem neuesten Standard haben. „Es fehlen zwar noch die Leisten am Boden, aber das hängt damit zusammen, dass es noch eine Schutzfolie auf der Wand geben soll“, sagt er.

Fünf verschiedene Zimmerkategorien sind nun verfügbar –vom Vier-Bett-Zimmer bis hin zum Einzelappartement. „Eine immer größeren Stellenwert nehmen die Sportler mit Handicap ein. Es gibt sechs Räume, in denen Rollstuhlfahrer schlafen können. Diese haben breitere Türen und einen Bereich, in dem mehrere Rollstühle stehen können. Dazu gibt es ein Bett für den Betreuer“, so Nichelmann. Auch die Senioren sollen nicht zu kurz kommen.

Bislang 2000 Übernachtungen seit Ostern

Ehrlicherweise ist die Sportschule aber nicht erst seit Sonnabend auf, sondern öffnete schon zum Osterfest. „Seit dem Zeitpunkt haben wir rund 2000 Übernachtungen generiert. Wir kennen nun die Schwachstellen und Stärken des Hauses und wissen, woran wir arbeiten müssen“, sagt er. Eine Herrenfußballmannschaft aus Leipzig hatte sogar das Vergnügen, die letzten Sportler in der alten Stätte zu sein und war zum Osterfest die erste Mannschaft, die dort ihr Quartier beziehen konnte.

17 neue Arbeitsplätze geschaffen

Neu ist in der Sportschule, dass das Haus ganzjährig geöffnet hat. „Vorher war das nicht mehr möglich. Durch die ganzjährige Öffnung musste auch der Personal aufgestockt werden. Wir haben jetzt 17 Mitarbeiter beschäftigt, die sich 12,5 Vollzeitstellen teilen –von der Reinigung bis in die Küche“, erklärt er.

Etliche Gäste aus der Lokalpolitik, dem Ort, von Verbänden oder auch ehemalige Sportler des Hauses machten sich am Sonnabend ein Bild von der Sportschule. Unter anderem tauchte auch Boxtrainerlegende Uli Wegner auf und schüttelte fleißig die Hände. Er unterhielt sich unter anderem mit dem Planer Stefan Rimpf und beide entwickelten noch vor Ort die Idee, dass es in dem Haus eine große Wand geben soll, auf denen viele Bilder von Uli Wegner hängen sollen.

Trotz aller Euphorie: Einen Wermutstropfen hat Carsten Nichelmann dennoch. Er würde sich freuen, wenn das Haus endlich einen Telefonanschluss und auch eine Internetverbindung bekommt.

Hannes Ewert