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Usedom Erdbeben und Donner auf Knopfdruck
Vorpommern Usedom Erdbeben und Donner auf Knopfdruck
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12:52 31.07.2019
Bei der Vineta-Aufführung auf der Zinnowitzer Ostseebühne gibt es auch viel Pyrotechnik. Quelle: Henrik Nitzsche
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Zinnowitz

Ein Erdbeben auf Knopfdruck. Und wenn sie Wind will, bekommt sie Wind. Sogar Bäume bringt sie zum Sprechen. Ohne Cornelia Flesch geht bei Vineta in Zinnowitz gar nichts. Mit dem Walkie Talkie in der Hand sitzt sie vor einem dicken Manuskript und geht Szene für Szene, Satz für Satz und Wort für Wort mit.

Mittwochabend, kurz nach halb acht, Ostseebühne Zinnowitz: „Jungs, alles klar und nebeln bitte. Jetzt der Ton und bitte den Baum.“ Das Vineta-Spektakel läuft. Immer Mittwoch, Freitag und Samstag geht es hier um die sagenhafte Stadt, die inzwischen von ihrem einstigen Glanz weit entfernt ist.

Es knallt, wenn es knallen soll!

Damit das Licht zur richtigen Zeit auf den richtigen Schauspieler scheint, das Lied nach genau dem Satz eingespielt wird und es knallt, wenn es knallen soll, dafür sind Cornelia Flesch und ihre Mitstreiter von der Technik zuständig. „Conny“, wie die Inspizientin der Vorpommerschen Landesbühne Anklam genannt wird, sitzt mit zwei Kollegen hinter der Tribüne in einem massiven Gebäude, was aber eher an einen Container erinnert. Wenigstens der Blick ist Premium. Rechts von ihr sitzt Maxim-Paul Krüger – sein Metier sind die Scheinwerfer. „Um die 120 haben wir hier auf der Ostseebühne“, sagt der Lichttechniker der Landesbühne. Links von Conny sitzt Bernhard Flesch, Tonmeister und Ehemann. Ja, sie gibt die Kommandos, was ihren Gatten aber nicht stört. „Sie ist die Chefin, der Feldwebel“, hatte Bernhard Flesch noch vor der Vorstellung mit einem Lächeln verraten, als seine Frau noch hinter der Theaterbühne unterwegs war. Während der Show sind dort zwei Bühnen- und ein Pyrotechniker im Einsatz.

 

Zum Personal, was dreimal in der Woche die Geschichte um Gold, Dryaden, Baumnymphen und das Einhorn Fabella erzählt, kommen noch die Akteure auf der Bühne. „24 Darsteller sind dabei. Heute fehlen uns sechs wegen Krankheit. Da mussten wir ganz schnell Ersatz finden“, sagt Cornelia Flesch, die mit ihrem Mann seit 33 Jahren bei der Landesbühne ist. Und wirklich schon eine Menge erlebt hat. „Das ist halt live“, sagt sie und zieht die Brille auf die Stirn.

Kurz einmal durchatmen, weil jetzt das Lied „Warin, du sollst brennen!“ läuft. Warin wird verkörpert von Erwin Bröderbauer. Der Schauspieler ist Kult bei Vineta.

Bitte ein Nebelstößchen

Nun ist wieder Maxim-Paul Krüger an seinem Lichtpult mit den Nebelgeräten gefragt. Ein Nebelstößchen wird gebraucht. Bitte, da ist es. Elf Nebelgeräte gibt es auf der Bühne. Dazu kommen noch vier Falb-Laser. Währenddessen schaut Bernhard Flesch mit leichten Sorgenfalten auf die Mikroportanlage. Hier hängen 15 Mikros für 15 Schauspieler mit Sprechrollen dran. Es rauscht kurz. „Tonfrequenzen können sich auch mal überschneiden“, sagt Flesch. Das Rauschen ist weg. Der Ton passt. Der Experte schaut wieder aus dem Fenster auf die Bühne.

Lichttechniker Maxim-Paul Krüger und Inspizientin Cornelia Flesch beraten sich während der Vineta-Vorstellung im Technikraum. Quelle: Henrik Nitzsche

Die über 850 Besucher vor ihm bekommen von dem Treiben im Technikraum nichts mit. Warum auch, schließlich spielt die Musik auf der Bühne. Jetzt kommt Pyro zum Einsatz. Es knallt, dazu steigen dicke Nebelschwaden auf. „Bitte den Donner“, sagt Conny Flesch. Halbgott Tavaril (Ole Riebesell) schlägt dreimal mit dem Stock auf den Boden – das Geräusch kommt von Tonmeister Flesch. Ein Rad greift ins andere.

Bernhard Flesch ist Tonmeister bei der Vorpommerschen Landesbühne. Quelle: Henrik Nitzsche

 

Von Routine will der Lichttechniker dennoch nicht sprechen. „Heute hast du hier über 800 Besucher. Ein bisschen Anspannung ist schon da“, so der 32-Jährige, der mit Vineta groß geworden ist. Kein Wunder, sein Vater ist Wolfgang Bordel, der Vineta-Erfinder.

Geschafft. Der finale Satz ist gesprochen. Fürs Tanzen, Singen, Fechten und Prügeln gibt es viel Beifall. Alle Nebelbatterien sind abgeschossen, die Laser erloschen. Feierabend für Cornelia Flesch und ihr Team. Bis es am Freitag wieder heißt: „Jungs, alles klar und nebeln bitte.“

Henrik Nitzsche

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