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Usedom Die Fackel brennt: Erdgas für Mahlzow
Vorpommern Usedom Die Fackel brennt: Erdgas für Mahlzow
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06:00 13.12.2018
Mit der symbolischen Fackelzündung wurde das Gasnetz für 20 Haushalte in Mahlzow offiziell angeschlossen.
Mit der symbolischen Fackelzündung wurde das Gasnetz für 20 Haushalte in Mahlzow offiziell angeschlossen. Quelle: Flemming Goldbecher
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Wolgast

Erst hörte man nur ein leises Zischen, gefolgt von einer etwa drei Meter in den Abendhimmel lodernden Stichflamme. Neben einigen Bürgern, die die symbolische Fackelzündung am gestrigen Dienstag in Zecherin bestaunten, war auch der Wolgaster Bürgermeister Stefan Weigler vor Ort, um sich das nur wenige Augenblicke dauernde Spektakel anzusehen. Überwacht wurde die Zündung von Mitarbeitern der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH (GVP), die für den Anschluss des wolgaster Ortsteils Mahlzow ans Erdgasnetzwerk verantwortlich ist.

In Wolgast bezieht der Großteil der Einwohner seine Energie bereits aus Erdgas. Mit 20 Haushalten zog Mahlzow nun nach. Weitere sollen laut GVP-Geschäftsführer Volker Höfs folgen: „Ich gehe davon aus, dass wir in absehbarer Zukunft um die 30 Häuser mit Erdgas versorgen werden.“ Einzelne Bürger seien in der Vergangenheit auf Mitarbeiter der GVP zugegangen, um sich über die Möglichkeit einer Installation von Erdgasleitungen zu erkundigen. Die bisherigen Methoden der Energiezufuhr durch Öl, Kohle und Flüssiggas seien unattraktiv geworden, so Höfs.

Weitere Erdgasanschlüsse geplant

Nun hätten sie, anders als bei älteren Energiequellen, die Möglichkeit, zwischen 150 verschiedenen Anbietern in der Region zu wählen. Bald sollen auch weitere Gemeinden von den Vorteilen einer Gasleitung profitieren. Für Januar kommenden Jahres ist der Anschluss des Netzes in Schalense geplant. In einer Kooperation zwischen der GVP und der Kommunikationstechnik-Firma Plückhahn soll dort gleichzeitig eine neue Breitbandverbindung gelegt werden.

„So können wir uns die Tiefbaukosten teilen“, meint Höfs. Diese Art der Zusammenarbeit habe sich Bürgermeister Stefan Weigler auch für Mahlzow gewünscht. „Es wäre schön, wenn nun auch Mahlzow über besseres Internet verfügen würde. Aber leider war keiner der Versorger dazu bereit“, so Weigler. Dennoch sei das neue Gasnetz eine Aufwertung für den wolgaster Ortsteil. Zudem verbuche man den Anschluss der Leitung auch als wirtschaftlichen Erfolg, da die Stadt als Gesellschafter der GVP aktiv ist.

Deutsche Bahn verkomplizierte die Arbeiten

Bis vor einigen Monaten drohte das Vorhaben noch zu scheitern. Der Grund: die Bahnschienen am Ortseingang. Bei Tiefbau-Unternehmungen dieser Art verkompliziert eine Kreuzung der Gleise die Arbeiten enorm. „Die Deutsche Bahn hat da extrem hohe Auflagen und arbeitet bei solchen Angelegenheiten meist etwas statisch“, erklärt Höfs die Verzögerungen beim Bau. Schließlich habe die Bahn aber eingelenkt, zur Erleichterung des Gasnetz-Betreibers, der seine Arbeiten fast ein Vierteljahr unterbrechen musste. „Dieser bürokratische und finanzielle Mehraufwand lohnt sich nur, wenn es genug Kunden gibt“, meint Höfs.

So wie in Mahlzow. 100 000 Euro habe man in den neuen Gasanschluss installiert. Die aufwendige Schienenquerung verteuerte das Ganze, aber in der Zwischenzeit entschlossen sich weitere Bürger, auf Erdgas umzustellen, was die Mehrkosten der GVP deckte. Einmalig 750 Euro kostet der Anschluss pro Haushalt. Im Vergleich zum Öl- und Kohleheizen sei Erdgas deutlich kostengünstiger, macht GVP-Chef Höfs klar. Und noch einen Unterschied nennt er: Den geringeren Ausstoß von Kohlendioxid. „Emissionsfrei ist auch diese Methode nicht, aber auf jeden Fall deutlich umweltfreundlicher.“

Flemming Goldbecher

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