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Usedom Erdgasgegner: Mit heutiger Sitzung beginnt der Protest
Vorpommern Usedom Erdgasgegner: Mit heutiger Sitzung beginnt der Protest
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00:00 25.02.2016
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Bansin

Auf die heutige Sitzung der Heringsdorfer Gemeindevertreter setzt der stellvertretende Bürgervorsteher Helmut Friedrich (UWG) große Hoffnungen: „Das ist der Startpunkt“ im Kampf gegen die geplante Erdgas-Förderung. Auf Antrag des CDU-Abgeordneten Matthias Mantei soll das Kommunalparlament dem Bürgermeister den Auftrag erteilen, „alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Förderung von Erdgas auf dem Gebiet der Gemeinde zu verhindern“. Außerdem will Mantei einen zeitweiligen Ausschuss „Erdgasförderung“ mit neun Sitzen ins Leben rufen lassen — und hat auch in diesem Punkt Friedrichs Unterstützung: „Wir müssen alles unternehmen, um einen riesigen Imageschaden für unsere Gemeinde und die Insel Usedom abzuwenden.“

Friedrich ist ein Routinier im Kampf gegen die von der in Lingen/Ems ansässigen Engie E&P Deutschland GmbH betriebenen Pläne, von den Kaiserbädern aus ein riesiges, bis weit in die Ostsee reichendes Gasvorkommen anzuzapfen. Vor knapp 15 Jahren war Engie-Vorläuferin Erdöl-Erdgas Gommern GmbH mit ihren Plänen gescheitert, von einer Bohrstelle direkt am Schloonsee aus die Lagerstätte anzuzapfen.

Friedrich, seinerzeit Bürgervorsteher der noch eigenständigen Gemeinde Bansin, sieht außer dem neuen Firmennamen kaum einen Unterschied zu damals: „Das Gas ist noch genauso giftig.“

Das ist auch das Hauptargument von Lutz Piehler, damals Verwaltungschef des für Bansin zuständigen und inzwischen im Amt Usedom-Süd aufgegangenen Amtes „Am Schmollensee“: Nicht nur das sogenannte Sauergas berge erhebliche Gesundheitsrisiken, auch das aus der Lagerstätte geförderte Wasser sowie der Bohrschlamm „sind giftig und müssen entsorgt werden“ — was einen starken Anstieg des Lkw-Verkehrs in den Kaiserbädern mit sich bringe. „Und wenn die ersten Urlauber schon stornieren, weil Wildschweine die Promenade umgraben, werden sie bei einer Gasförderung erst recht nicht mehr kommen“, fürchtet er um den wichtigsten Wirtschaftszweig Usedoms.

Piehler, seit inzwischen mehr als zehn Jahren im Ruhestand, sieht die aktuelle Debatte über die Engie-Pläne als große Chance für die Bevölkerung: „Mein Appell an die Einwohner ist, alles ganz genau zu hinterfragen.“ Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass er den heutigen Engie-Leuten genauso wenig traut wie den damaligen Vertretern von Erdöl-Erdgas Gommern (EEG): So zitiert der einstige Verwaltungschef aus Aufzeichnungen von 1998, wonach EEG die Aufbereitung des Sauergases zu Heizgas als „für alle Zeiten vom Tisch“ bezeichnete; lediglich zur Verstromung sei das Vorkommen geeignet.

Engie wirbt hingegen unter anderem damit, das Gas in das regionale Versorgungsnetz einspeisen und Privathaushalten wie Betrieben damit günstigen Brennstoff anbieten zu können.

Seine Hoffnungen setzt Lutz Piehler nun in ein neuerliches, von Engie angestrebtes Raumordnungsverfahren. 2002 ist EEG in einem solchen Verfahren gescheitert, weil die Förderpläne „nicht mit den Erfordernissen der Raumordnung übereinstimmt oder diesen angepasst werden kann“; jene räumt auf Usedom dem Tourismus den Vorrang ein.

Deshalb ist Piehler auch überzeugt: „Die Raumordnung ist das einzige, womit wir das Bergrecht angreifen können.“ Denn laut Bergrecht hat Engie einen sogar einklagbaren Anspruch auf Ausbeutung der Lagerstätte. Siegfried Denzel



OZ

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