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Usedom Status als „Erholungsort“ – Stadt Wolgast muss weiter warten
Vorpommern Usedom Status als „Erholungsort“ – Stadt Wolgast muss weiter warten
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20:25 25.10.2019
Vertreter der Stadt führten am 10. April dieses Jahres Mitglieder des Beirates für Kur- und Erholungsorte MV durch die Stadt. Quelle: Tilo Wallrodt
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Wolgast

Gern würde sich die alte Herzogstadt Wolgast mit dem Prädikat eines staatlich anerkannten Erholungsortes schmücken. Doch auch der jüngste Anlauf, als solcher anerkannt zu werden, war nicht von Erfolg gekrönt. „Wir haben vom Beirat für Kur- und Erholungsorte MV zwar viel Lob geerntet, konnten aber unser eigentliches Ziel nicht erreichen“, berichtet Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos). Gleichzeitig betont er: „Der Beirat hat unser Anliegen aber nicht abgelehnt, sondern nur verschoben.“

Am 10. April hatten Vertreter der Schweriner Kommission die Stadt am Peenestrom ausführlich in Augenschein genommen – mit dabei Gerd Lange, der für Tourismus zuständige Referatsleiter im Schweriner Wirtschaftsministerium. Die Abordnung der Stadt präsentierte Wolgast damals bei Kaiserwetter von seinen schönsten Seiten. Aufgesucht wurden die historische Altstadt mit Runge-Haus, Schlossinsel, Fischmarkt, Lustwall, Postel und 100Haus, St. Petri-Kirche und altem Rathaus. Auch auf Attraktionen, wie den Familientierpark, die Badestelle am Dreilindengrund, die Stadtbibliothek samt Lesesaal und vieles mehr wurden die Gäste hingewiesen.

Ortsumgehung wäre „ein Segen“ für die Stadt

„Der Beirat zeigte sich von der Entwicklung unserer Stadt beeindruckt“, sagt Weigler. „Aber die Emissionen“, so wurde uns später mitgeteilt, „die vom regen Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße 111 von und zur Insel Usedom ausgehen, sind für einen Erholungsort zu stark.“

Bereits während des Stadtrundgangs im April hatte Referatsleiter Lange erklärt, dass ihm der durch die B 111 verursachte immense Verkehrslärm Sorge bereite, wenn es um die Titel-Anerkennung gehe, und erklärt: „Es wäre ein Segen, wenn die Ortsumgehung gebaut würde.“ Weil der Startschuss für die Ortsumgehung inzwischen absehbar sei, habe die Kommission ihre Entscheidung lediglich vertagt, so Weigler: „Wenn die Umgehungsstraße gebaut wird, soll die Angelegenheit wieder auf die Tagesordnung kommen.“

Gerd Lange (links), der für Tourismus zuständige Referatsleiter im Schweriner Wirtschaftsministerium, und Bürgermeister Stefan Weigler am 10. April während des Stadtrundgangs. Quelle: Tilo Wallrodt

Jüngst hatte ein Sprecher der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), welche die Ortsumgehung plant, auf Anfrage mitgeteilt: „Wenn der Planfeststellungsbeschluss in 2019/2020 erlassen und rechtskräftig wird, also nicht beklagt wird, könnte der Baubeginn in 2020/2021 erfolgen.“ Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist die Ortsumgehung Wolgast mit Bruttobaukosten von 94,5 Millionen Euro aufgeführt.

Vorstoß in Sachen Bäderregelung

Wolgast verspricht sich Vorteile aus dem avisierten offiziellen Status als Erholungsort. So könnte die Stadt, wie in den Vorjahren, wieder von der Bäderregelung profitieren. Unter anderem dürften Supermärkte sonntags öffnen, sagt der Bürgermeister, für den „jedes Argument zählt, um Urlauber nach Wolgast zu locken“. Und auch unabhängig vom Erholungsort-Titel wolle sich die Stadt darum bemühen, dass für Wolgast ebenfalls wieder die Bäderregelung gilt. „Wir wollen den Antrag lediglich für die Altstadt inklusive dem Bereich am Platz der Jugend und die Schlossinsel stellen“, sagt Weigler. „Hierzu müssen wir nachweisen, dass sich an den verkaufsoffenen Sonntagen mehr Touristen in Wolgast aufhalten als Einwohner im betreffenden Gebiet leben.“ Der entsprechende Nachweis solle 2020 geführt, der Antrag dann im Folgejahr gestellt werden.

Erholungsorte sind auch berechtigt, eine Fremdenverkehrsabgabe von Personen und Unternehmungen zu kassieren, denen Vorteile aus dem Tourismus erwachsen. Im Falle Wolgast, so rechnet das Stadtoberhaupt vor, käme so ein Betrag von etwa 20 000 Euro zusammen. Das Geld sei zwingend für das touristische Marketing zu verwenden. Wolgast benötige beispielsweise eine neue Imagebroschüre, um wirksam mit den aktuellen Angeboten für sich zu werben. Die heute im Umlauf befindliche Broschüre stamme noch aus dem Jahr 2009.

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Von Tom Schröter

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