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Usedom Fall Maria K.: Schuhe eines mutmaßlichen Täters gefunden
Vorpommern Usedom Fall Maria K.: Schuhe eines mutmaßlichen Täters gefunden
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13:58 08.05.2019
Die Tatverdächtigen im Fall Maria K.: Nicolas K. und Niko G. aus Zinnowitz. Quelle: privat
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Zinnowitz

Neuigkeiten im Fall Maria K. aus Zinnowitz. Die Polizei hat jetzt die Schuhe eines der beiden Täter gefunden. Dringend Tatverdächtig sind die beiden Zinnowitzer Nicolas K. (19) und Niko G. (21), gemeinschaftlich in der Nacht zum 19. März die 18-jährige Maria K. aus Zinnowitz ermordet zu haben. Die mutmaßlichen Täter sitzen in den Justizvollzugsanstalten von Neustrelitz und Stralsund. Laut Staatsanwaltschaft Stralsund sind beide teilgeständig – das bedeutet, einer schiebt dem anderen immer die größere Tatbeteiligung zu.

Die Polizei hat die Vernehmungen der mutmaßlichen Täter in der Haft fortgesetzt. Einer der Tatverdächtigen hatte laut Staatsanwaltschaft dabei gestanden, dass er die Schuhe, die er am Tattag getragen hat, in einen Wassergraben in der Nähe geworfen hat. Das Messer will er in die Ostsee geworfen haben.

Mordwaffe wird noch gesucht

Die Ermittler haben intensiv nach den Schuhen gesucht und diese nun auch in dem Wassergraben gefunden. Damit wird erhärtet, dass die in Untersuchungshaft sitzenden Männer tatsächlich die Tat begangen haben.

Die Polizei sucht mit mehreren Tauchern an der Seebrücke in Zinnowitz nach der Tatwaffe im Fall Maria K.

Vom Tatwerkzeug fehlt allerdings noch jede Spur. Die Polizei hatte mit einem Großaufgebot vor zwei Wochen in Zinnowitz nach der Mordwaffe im Fall Maria K. gesucht. Dabei kamen mehrere Polizeitaucher aus Schwerin zum Einsatz. Die Suche der Taucher erstreckte sich rund um die Zinnowitzer Seebrücke und bis zu 50 Meter in die Ostsee hinein. Zahlreiche Schaulustige beobachteten rund um die Tauchgondel die Suchaktion. Die Suche war erfolgt, weil einer der beiden Beschuldigten in Befragungen den Hinweis gegeben, dass das Tatwerkzeug im Wasser liegen könnte.

Entsetzen und Angst auf der Insel

Beide Männer sollen in der Nacht zum 19. März die junge Frau auf brutale Weise in ihrer Wohnung in der Zinnowitzer Waldstraße erstochen haben. Maria K., die im dritten Monat schwanger war von einem 16-Jährigen aus dem Raum Anklam, wohnte dort seit Juli vergangenen Jahres allein. Marias Familie – ihre Mutter und die beiden zehn und fünf Jahre alten Brüder – lebt auf dem Gelände des christlichen Jugenddorfwerkes in Zinnowitz und wird dort betreut.

Der Mord hatte in Zinnowitz und auf der gesamten Insel Usedom für Entsetzen und Angst gesorgt. Die Tatsache, dass die mutmaßlichen Täter sogar die Abgebrühtheit besaßen, die Gedenkandacht für Maria K. am 3. April in der Zinnowitzer Kirche zu besuchen, machte besonders die Zinnowitzer Jugendlichen sprachlos. Viele kannten sich aus regelmäßigen Treffen im Jugendclub des Ortes bzw. waren sogar mit Maria persönlich befreundet.

Zeugen werden noch befragt

Die Staatsanwaltschaft Stralsund möchte möglichst so schnell es geht Anklage erheben, hatte in der Vorwoche der stellvertretende Behördenleiter, Oberstaatsanwalt Sascha Ott, gesagt. Spätestens sechs Monate nach Beginn der U-Haft muss laut Gesetz der Prozess begonnen haben. Im Mordfall Maria K. wäre das Mitte Oktober. Um die vorgeschriebenen Ladungsfristen einzuhalten, müsste spätestens Ende August/Anfang September die Anklage erhoben werden. Noch keine Aussage gibt es zum Prozess selbst, also ob sich beide Tatverdächtige in einem Verfahren vor dem Schwurgericht verantworten müssen. Denkbar wäre, dass der Prozess des 19-jährigen Festgenommenen, der vom Alter her in der Rechtsprechung noch als Heranwachsender gilt, möglicherweise abgetrennt wird.

In der Evangelischen Kirche von Zinnowitz auf Usedom haben viele Trauergäste Platz genommen, um von Maria K. Abschied zu nehmen.

Weiter geht auch die Befragung zahlreicher Zeugen. Die Vernehmungen seien so wichtig, um weitere Hintergründe zum Tatmotiv zu erfahren, heißt es aus Polizeikreisen. Besonders wichtig ist es für die Ermittler herauszufinden, ob neben den bislang bekannten niederen Beweggründen – vieles deutet auf pure Mordlust hin – für die Tat auch noch Heimtücke hinzukomme.

Zinnowitz: Der Fall der getöteten Maria K.

26. April: Keine Spur vom Mord-Messer in der Ostsee

24. April: Hier sucht die Polizei mit Tauchern in der Ostsee nach der Mordwaffe im Fall Maria K.

17. April: Verdächtiger im Fall Maria K. drohte Freundin: „Sagst du was, bringe ich dich auch um!“

17. April: Fall Maria K.: Tatverdächtige belasten sich gegenseitig – Motiv Mordlust?

17. April: Polizei sucht jetzt nach zwei Tatwaffen

16. April: Entsetzen in Zinnowitz: „Die mutmaßlichen Täter lebten mitten unter uns“

16. April: Tatverdächtige waren bei Gedenkandacht für Maria K. dabei

16. April: Zwei Tatverdächtige im Mordfall Maria K. festgenommen

11. April: Getötete Maria K. in Stralsund beigesetzt

3. April: Die Polizei hofft jetzt auf Urlauber

2. April: Viele Trauergäste bei Gedenkgottesdienst

1. April: Polizei sucht mit diesen Fotos nach Hinweisen

1. April: Zinnowitz trauert – Abschied von getöteter Maria K. (18)

30. März: Erstochene Maria: Jetzt spricht die Mutter

27. März: Spurensuche auf dem Wertstoffhof Neppermin

25. März: Polizei sucht jetzt bundesweit nach Täter

25. März: Sechs Tage nach ihrem Tod: Ermittlungen im Fall Maria K. weiter ohne heiße Spur

24. März: Gedenken in Zinnowitz: Blumen und Kerzen erinnern an Maria K.

21. März: So zeigte sich Maria K. in den sozialen Medien

21. März: Maria K. (18): Das ist das Todesopfer von Zinnowitz

20. März: Spurensuche in Zinnowitz: Warum musste Maria K. sterben?

20. März: Ostseebad Zinnowitz steht unter Schock

20. März: Obduktionsbericht: 18-Jährige aus Zinnowitz wurde erstochen

19. März: Zinnowitz: 18-Jährige tot in Wohnung aufgefunden

Cornelia Meerkatz

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