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Usedom Frust bei der Vorpommern-CDU: „Menschlich ein Desaster“
Vorpommern Usedom Frust bei der Vorpommern-CDU: „Menschlich ein Desaster“
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00:00 25.10.2016
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Greifswald

Die Enttäuschung innerhalb der CDU Vorpommern-Greifswald über ihren geschassten Parteikollegen Sascha Ott sitzt tief: „So sollte man als Partei, die sich gerade auf christliche Werte beruft, nicht mit einem Menschen und fünffachen Familienvater umgehen“, sagt Axel Hochschild, Vorsitzender der CDU Greifswald. „Wenn man wegen Kleinigkeiten öffentlich zerstört wird, tut uns das im Herzen weh“, erklärt Egbert Liskow, CDU-Kreischef und Landtagsabgeordneter.

Der Landesvorsitzende Lorenz Caffier hatte Ott als designierten Justizminister zurückgezogen, nachdem am Freitag bekannt geworden war, dass Ott mehrere Beiträge auf einer AfD-Facebookseite mit „Gefällt mir“ markiert hat (die OZ berichtete).

„Bis zu diesem Wochenende hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass man wegen eines Likes eines öffentlichen Zeitungsartikels auf einer AfD-Seite seinen politischen Hut nehmen muss. Menschlich ein Desaster“, sagt Hochschild. „Als ehemaliger Richter und Direktor eines Amtsgerichts und seit 2016 als ständiger Vertreter des Oberstaatsanwalts in Stralsund, wäre er für das Ministeramt geradezu fachlich prädestiniert gewesen“, so Hochschild weiter.

Sascha Ott gibt sich indes kämpferisch: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Es waren ja keine eigenen AfD-Beiträge, die ich geliked habe, sondern mich interessierende Zeitungsartikel.“ Bei einen Zeitungsbericht sei es beispielsweise darum gegangen, dass sich Christen und Muslime an einer bayrischen Grundschule prügelten und das Kreuz von der Wand gerissen wurde. Das habe er interessant gefunden.

Ott fordert eine Rückkehr seiner Partei zu konservativen Inhalten. „Alles drängt zur Mitte. Wir haben unseren rechten Flügel verloren.“ So könne es nicht weitergehen. Eine ganze Reihe von ehemaligen CDU-Mitgliedern sitze jetzt für die AfD im Schweriner Landtag. „Ich möchte, dass die Konservativen in der CDU wieder angesehen sind. Ich will, dass wir offen sind für AfD-Mitglieder, deren Ansichten auf dem Grundgesetz fußen. Viele waren einmal Mitglied der CDU, fühlten sich aber nicht mehr vertreten“, betont er. Die CDU brauche den rechten Flügel dringend, wenn sie nicht noch mehr Schaden nehmen wolle. Er wisse genügend Mitstreiter an seiner Seite. „Ich habe sehr viel Zuspruch erhalten, nicht nur aus der CDU.“

Hinter Ott steht auch Frank Hardtke, Bürgerschaftsmitglied der Kompetenz für Vorpommern. „Das ist eine menschliche Sauerei. So etwas macht man nicht mit seinen eigenen Leuten“, sagt Hardtke. Das hätte man klären müssen, bevor man jemanden zum Justizminister nominiert, schimpft er in Richtung Landes-CDU. „20 Prozent der Menschen in MV haben die AfD gewählt. Da kann man nicht sagen, mit denen will ich nichts zu tun haben“, so Hardtke.

Beruflich will sich Ott weiter voll auf seine Tätigkeit als Vizechef der Stralsunder Staatsanwaltschaft konzentrieren und in der Bürgerschaft mitarbeiten. Ott war übrigens drei Jahre lang im Schweriner Justizministerium tätig, hat dort die Gerichtsreform mit vorbereitet.

Katharina Degrassi und Cornelia Meerkatz

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