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Usedom Trauer in Wolgast: 500 Menschen gedenken der toten Leonie
Vorpommern Usedom Trauer in Wolgast: 500 Menschen gedenken der toten Leonie
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15:54 25.01.2019
In Gedenken an Leonie - unter diesem Motto nahmen am Donnerstagabend rund 500 Leute an einer Kundgebung in Wolgast teil. Quelle: Tilo Wallrodt
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Wolgast

Riesige Anteilnahme: Rund 500 Wolgaster waren am Donnerstagabend der Aufforderung vier privater Organisatoren zu einer Kondolenz-Kundgebung für die sechsjährige Leonie aus Torgelow gefolgt. Das Mädchen soll von ihrem Stiefvater so misshandelt worden sein, dass es an den Folgen starb.

Die Menschen, darunter viele Familien mit Kindern, die Laternen in den Händen hielten, wollten dem leiblichen Vater des Mädchens, dem Wolgaster Oliver E., ihr Mitgefühl und ihre Verbundenheit ausdrücken. Viele kannten Leonie und ihren kleinen Bruder, der jetzt beim Vater lebt, persönlich. Denn die Familie wohnte bis zu ihrem Umzug vor sechs Monaten in der Herzogstadt. Die Kinder gingen hier in die Kita.

Große Anteilnahme: Leonies Vater ist überwältigt

Wolgast ist angesichts der Tat erschüttert und steht fest zur Familie“, sagte Christian Madeia, einer der Organisatoren. „Es war eine absolut spontane Idee, die wir innerhalb von vier Tagen geplant und vorbereitet haben. Wir wollten ein Zeichen gegen Kindesmisshandlung setzen. Viele Menschen schauen immer noch weg bei Gewalt in der Häuslichkeit. Es sollte kein Kind mehr aus solchen niederen Beweggründen sterben müssen“, sagte er. Aus diesem Anlass hielt während des Gedenkens Vivi Brümmel eine bewegende Rede. §Es war sehr emotional. Viele Menschen haben geweint“, so Madeia. Leonies Vater war überwältigt von der Anteilnahme am Tod seiner Tochter und dankte für diese Unterstützung und Hilfe. Sie würden ihm Kraft und Trost geben.

500 Wolgaster gedachten am Donnerstagabend der getöteten Leonie und versicherten ihrem Vater Oliver E. ihr tiefes Mitgefühl. Der 27-jährige Wolgaster zeigte sich von der Anteilnahme zutiefst berührt.

Da die Organisatoren es aus Unwissenheit versäumt hatten, die Genehmigung für das Abstellen von Kerzen, Plüschtieren und Engeln bei der Stadt einzuholen, disponierten die Organisatoren kurzerhand um. Mit Hilfe der Polizei und der eigenen Ordner um Daniel Brunstermann wurde der Trauerzug in die Goethestraße zum dortigen An- und Verkauf geleitet, wo Madeia arbeitet. Dessen Arbeitgeber hatte gestattet, dass vor seinem Privathaus Kerzen, Blumen und Plüschtiere sowie Kondolenzbriefe abgelegt werden.

Kerzenmeer für Leonie

Ein Meer von 340 Kerzen ziert nun die Fläche vor dem Gebäude. Auch Polizisten und die Feuerwehr Hohendorf, die mit vor Ort war, waren mit Kerzen dabei. Die abgelegten Plüschtiere liegen auf Wunsch des Vaters jetzt im Schaufenster und werden später einer gemeinnützigen Einrichtung wie dem Greifswalder Hospiz gespendet.

Die Organisatoren danken der Polizei und dem städtischen Ordnungsamt für die unkomplizierte Genehmigung der Kundgebung. „Nur im Falle der Kerzen wäre ein bisschen mehr Kulanz gut gewesen“, meint Christian Madeia. Etliche Teilnehmer der Veranstaltung zeigten sich enttäuscht, weil kein Vertreter der Stadt dabei war. Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) hatte am Dienstag an der offiziellen Gedenkfeier in der Torgelower Christuskirche teilgenommen.

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Cornelia Meerkatz und Tilo Wallrodt

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