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Usedom Gefahr für Kinder: Usedomer unzufrieden mit neuer Haltestelle an B 110
Vorpommern Usedom Gefahr für Kinder: Usedomer unzufrieden mit neuer Haltestelle an B 110
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19:16 04.12.2019
Das Straßenbauamt Neustrelitz hat auf der B 110 am Ortsausgang von Görke eine neue Bushaltestelle errichtet. Doch einigen Görkern, wie Kerstin Werner und Reinhard Friede, birgt sie zu viele Gefahren. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Görke

„Im Zuge der Straßenerneuerung der B 110 in Görke auf Usedom wurde die Bushaltestelle in Richtung Stadt Usedom durch das Straßenbauamt Neustrelitz umgesetzt. Die Gemeinde Dargen wurde darüber nicht informiert. Die neue Haltestelle befindet sich in unmittelbarer Nähe des Kreuzungsbereiches und die zulässige Geschwindigkeit für unsere Ortsdurchfahrt beträgt 70 km/h. Wir sind zu Recht um die Sicherheit unserer Schulkinder besorgt“, schreibt Gemeindevertreterin Kerstin Werner.

Beim Straßenbauamt Neustrelitz versteht man die Aufregung nicht. Der für Unterhaltung und Instandsetzung zuständige Sachgebietsleiter Tom Arenhövel sagt auf Nachfrage der OSTSEE-ZEITUNG, dass es richtig ist, dass am Ortsausgang Linkerhand Richtung Zirchow und Ahlbeck eine Bushaltestelle errichtet wurde. „Bislang hatte das Dorf gar keine Bushaltestelle“, so das Sachgebietsleiter.

Es gab nur ein Haltestellenschild

Tatsächlich stand bis vor der Sanierung der Fahrbahndecke auf der Bundesstraße 110 in der Gemeinde Görke lediglich ein Haltestellenschild auf dem Grünstreifen am Fahrbahnrand. Eine normgerechte Bushaltestelle war das ganz sicher nicht. „Wir konnten an der Stelle des bisherigen Schildes keine Haltestelle bauen. Dazu fehlte einfach der Platz, denn es sind keine Nebenanlagen vorhanden.

Das Straßenbauamt Neustrelitz hat auf der B 110 am Ortsausgang von Görke eine neue Bushaltestelle errichtet. Doch einigen Görkern, wie Kerstin Werner und Reinhard Friede, birgt sie zu viele Gefahren. Quelle: Cornelia Meerkatz

Der winzige Grünstreifen muss als Lichtraum zwischen der Fahrbahn und dem ebenfalls winzigen Gehweg bestehen bleiben. „Dann hätte jemand etwas von seinem privaten Grundstück zur Verfügung stellen müssen. Doch das ist eher unwahrscheinlich und auch nicht gewollt“ erklärt Tom Arenhövel. Also habe die Behörde geschaut und sich dazu auch mit der Amtsverwaltung in der Stadt Usedom und der Usedomer Bäderbahn, die auf dieser Strecke fährt, verständigt. Dabei sei festgelegt worden, dass die Bushaltestelle an diese Stelle kommt, so Arenhövel.

Viele schnelle Kraftfahrer unterwegs

Er verweist darauf, dass fünf Wochen lang die Fahrbahnerneuerung auf der B 110 erfolgt ist. In dieser Zeit sei weder der Dargener Bürgermeister – Görke ist ein Ortsteil davon – noch irgendein Bürger auf die Bauarbeiter zugekommen und hätte den Hinweis gegeben, dass man mit der Wahl der Fläche unzufrieden sei. Sein Verständnis für den Unmut der Bürger halte sich daher in Grenzen. „Zu meckern, wenn alles fertig ist, kann jeder. Es ist doch nicht schwer, uns einen Hinweis zu geben, weil noch mal darüber gesprochen werden müsste“, erklärt er.

Kerstin Werner und Reinhard Friede wollen nicht undankbar erscheinen. Aber für die Schulkinder hätten sie sich schon eine andere Lösung gewünscht – auch weil die Mädchen und Jungen aus Bossin nun im Kreuzungsbereich die Bundesstraße queren müssen. „Und hier herrscht ziemlicher Verkehr. Es dürfen 70 km/h gefahren werden, auch innerorts. Doch viele Kraftfahrer geben deutlich mehr Gas“, moniert Werner. Dann zeigt sie auf den Spiegel, der extra an der Seitenstraßeneinmündung direkt neben der Haltestelle angebracht ist. „Ohne dieses Teil hätten wir oftmals keine Chance, aus dem Dorf auf die Bundesstraße zu gelangen, weil keine freie Sicht vorhanden ist“, schildert sie.

Buswartehäuschen fehlt

Zudem hätte sie sich gewünscht, dass gleich ein kleines Buswartehäuschen mit errichtet wird, damit die Kinder nicht bei Wind und Regen im Freien stehen. „Das ist hier sowieso eine zugige Ecke“, meint sie. Tom Arenhövel verweist darauf, dass Buswartehäuschen zur Daseinsvorsorge gehören und dafür die Gemeinde zuständig ist. „Allerdings gab es bislang am Haltestellenschild auch kein Wartehäuschen“, merkt er an.

Auch den Hinweis von Görker Bürgern, dass die neue Bushaltestelle nicht behindertengerecht gebaut worden sei, lässt er nicht gelten. „Wir haben sie im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten bei dieser Ausgleichsmaßnahme barrierefrei gebaut. Sollten Niederflurbusse auf der Strecke verkehren, haben die Borde genau die richtige Höhe zum Absenken des Einstiegs. Es gebe für Sehbehinderte Sonderborde mit sogenannten Einstiegsfeldern. Das sind farblich andere Borde, die schnell zu erfassen sind.

Für den Sachgebietsleiter steht fest: Die neue Bushaltestelle ist eindeutig eine Verbesserung gegenüber der bisherigen Situation. Dennoch will er die sprichwörtliche Tür nicht ganz zuschlagen: „Wenn die Bürger der Gemeinde Görke so riesige Probleme mit der neuen Haltestelle haben, dann können gerne der Bürgermeister oder auch Gemeindevertreter einen Termin für ein klärendes Gespräch mit dem Straßenbauamt vereinbaren“, sagt er.

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