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Usedom Schwerer Start für neuen Bürgermeister
Vorpommern Usedom Schwerer Start für neuen Bürgermeister
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23:01 26.06.2019
Der neuen Gemeindevertretung in Benz gehören an: Uwe Keick, Ralf Betge, Enrico Tesch, Maik Reimer, Marco Sauck, Ulrike Adam, Sebastian Siegmund und Karl-Heinz Schröder (v.l.). Quelle: Cornelia Meerkatz
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Benz

Kein Abschied auf der Welt fällt schwerer als der Abschied von der Macht. Das Sprichwort von Charles Maurice de Talleyrand hätte das Motto der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung Benz sein können. 24 Zuhörer waren ins „Schwalbennest“ gekommen, um zu sehen, wie der Sieger der Kommunalwahl in ihrer kleinen Gemeinde, der Einzelbewerber Enrico Tesch, die Bürgermeistergeschäfte vom langjährigen Amtsinhaber Karl-Heinz Schröder (CDU) übernimmt. Zum Gemeinderat gehören neben Tesch und Uwe Keick (beides Einzelbewerber) noch Ulrike Adam, Ralf Betge, Maik Reimer, Marco Sauck, Karl-Heinz Schröder und Sebastian Siegmund (alle CDU).

Der Anfang harmonisch: Dankesworte, die Zusage, Enrico Tesch in seiner Arbeit zum Wohle der Gemeinde zu unterstützen und keine Spaltung zuzulassen, das Überreichen der Ernennungsurkunde, Blumen und Übergabe des Dienstsiegels an Tesch durch Schröder. Problemlos verlief auch noch die Wahl des 1. Stellvertreters des Bürgermeisters. Einstimmig votierten alle Gemeindevertreter für Ulrike Adam von der CDU. Doch dann wird deutlich, wie wahr das Eingangszitat ist: Karl-Heinz Schröder, der an diesem Abend alle Vorschläge „im Namen der CDU-Fraktion“ einbringt, schlägt sich selbst zum 2. stellvertretenden Bürgermeister vor. Bürgermeister Enrico Tesch hält dagegen, schlägt erst Marko Sauck vor, der – mit Blick auf Schröder – ablehnt. Gefragt werden alle weiteren CDU-Mitglieder, doch keiner hat Traute. Uwe Keick als Einzelbewerber nimmt dann die Nominierung an.

Abgestimmt wird geheim, René Bergmann als Verwaltungschef des Südamtes baut umgehend eine kleine Wahlkabine auf. Doch bevor jeder Abgeordnete seinen Stimmzettel ausfüllen darf, wird’s mucksmäuschenstill im „Schwalbennest“: Der neue Bürgermeister stellt seinem Vorgänger mehrere unliebsame Fragen zu einem auf Gemeindegelände abgestellten Privatboot, zu Mäharbeiten der Gemeindearbeiter auf Privatgelände und deren Bezahlung, zum Pachtvertrag eines Kutters. Zu all diesen Dingen habe er keine Unterlagen und Nachweise gefunden. „Aus diesem Grund lehne ich eine Zusammenarbeit mit Karl-Heinz Schröder ab, denn ich habe kein Vertrauen zu ihm“, sagt Tesch und fordert den in der Bürgermeisterwahl Unterlegenen auf, sein Mandat in der Gemeindevertretung niederzulegen ... Anschließend die Wahl des 2. Stellvertreters: Fünf Stimmen für Schröder, zwei für Keick, eine ungültige Stimme. Die Ernennung erfolgt umgehend.

Bei der Besetzung der Ausschüsse, zwei (Entwicklungsausschuss und Schulzweckverband) erfolgen auf Antrag erst in der kommenden Sitzung, bleibt der Bürgermeister seiner ablehnenden Haltung Schröder gegenüber treu: Immer dann, wenn der CDU-Mann Mitglied werden soll, so beim Bau- und Wirtschaftsausschuss, und dem Sozialausschuss stimmt er dagegen. Erst recht beim Amtsausschuss, dem viele Jahre Karl-Heinz Schröder in seiner Funktion als Benzer Bürgermeister vorstand. Die Gemeinde kann neben dem Bürgermeister auf Grund ihrer Einwohnerzahl einen zweiten Vertreter entsenden. Schröder will unbedingt – und wird bei zwei Gegenstimmen gewählt. Das lautstarke Gemurmel zeigt die Lagerbildung im Saal an: die einen können es nicht fassen, dass der 67-Jährige erneut nach der Macht im Amt strebt, die anderen signalisieren Zustimmung.

Enrico Tesch lässt sich nicht beirren, arbeitet Punkt für Punkt gewissenhaft ab –Mehrheitsentscheidungen sind für ihn in einer Demokratie zu akzeptieren. Am Ende der Sitzung versichert er noch einmal den Gemeindevertretern und Zuhörern, dass unter seiner Leitung ausschließlich das Wohl der Gemeinde und kein persönliches Imponiergehabe im Mittelpunkt stehe.

Cornelia Meerkatz

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