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Usedom Geschichte: Zwei Projekte sind bereits gescheitert
Vorpommern Usedom Geschichte: Zwei Projekte sind bereits gescheitert
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00:00 14.01.2016
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• Zwischen 1981 bis 1987 erkundete der VEB Erdöl und Erdgas Grimmen das Erdgaslager in Heringsdorf. 1982 wurde am Schloonsee nahe der Gemeindegrenze zwischen Heringsdorf und Bansin auf Heringsdorfer Gemarkung, 1983/84 auf dem Heringsdorfer Sportplatz gebohrt. Im Ergebnis wurde die in 3000 Meter Tiefe gelegene Sauergas-Lagerstätte entdeckt. Während der Bohrungen war Heringsdorf in Sicherheitszonen geteilt. Das Leben darin unterlag — abgestuft nach der Entfernung zum Bohrturm — Sicherheitsregeln zu Aufenthalten an der frischen Luft und Evakuierungen. Die Promenade war zeitweise gesperrt. Geplant waren weitere Erkundungsbohrungen in den Ahlbecker Dünen. In Heringsdorf entstanden die ersten Bauarbeiterwohnungen. 1987/88 wurde das Projekt auf Eis gelegt — offiziell, weil für die aus England einzuführende Technik Devisen fehlten.

•1990 sorgte Erdöl und Erdgas Grimmen wegen illegaler Verkippung von Bohrschlamm an einer ehemaligen Bohrstelle in Bansin und auf der Fläche des Kleinen Schloonsees für Unmut. Umweltschützer beklagten, dass das zuvor als Mülldeponie genutzte Areal nicht ausreichend gesichert war und Schadstoffe ungehindert ins Grundwasser gelangen könnten.

• Im Oktober 1990 wurde der Bohrturm am Schmollensee abgebaut.

1994 verkaufte die Treuhand die Bergwerksrechte an die EEG Erdgas Erdöl GmbH Gommern, einer Tochter des französischen Unternehmens Gaz de France. Das Unternehmen bemühte sich um die Genehmigung zur Förderung und Aufarbeitung des gefährlichen Sauergases. Rund eine Million Mark zahlte Gaz de France für das sechs Hektar große Grundstück am Schloonsee. 1999 sollte die Förderung beginnen. Als Ausgleich wurde die renaturierte Fläche des Kleinen Schloonsees als touristisch nutzbares Gebiet angeboten. Die Bürgermeister Heringsdorfs und Bansins hielten sich nicht an die mit Unternehmen und Wirtschaftsministerium vereinbarte Absprache zum Stillschweigen über die Pläne und machten das Vorhaben öffentlich.

• Auf der Insel Usedom bahnte sich in dieser Zeit eine neue touristische Ära an. Viele Einwohner sahen in den Förderplänen eine Gefahr für den Tourismus. Im Ergebnis wurde die Aktionsgemeinschaft Insel Usedom ohne Erdgasabbau (AFU) gegründet, die zeitweise bis zu 60 Mitglieder hatte. Wichtige Unternehmen und Verbände, wie der Tourismusverband Insel Usedom (TVIU) und der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) unterstützten die Kritiker. Mehr als 5000 Einwohner und Gäste unterzeichnen eine Unterschriftensammlung, die sich gegen das Vorhaben richtet. Im August 1996 stimmten unterdessen die Fraktionen von CDU und SPD im Schweriner Landtag einer Gasförderung auf Usedom zu; allerdings unter dem Vorbehalt, dass es keine Tourismusschädigung geben darf.

• 1996 wurde Peter J. Tettinger († 2004) Professor am Bochumer Uni-Institut für Berg- und Energierecht, mit der Erarbeitung eines Gutachtens beauftragt, das die Interessen von Industrie, Tourismus und Natur abwägen soll.

• Auftraggeber waren die Gemeinden Heringsdorf und Bansin. Die Hälfte der 120 000 Mark teuren Kosten bezahlte der Kurzweckverband Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin. 3000 Mark die Gemeinde Zinnowitz, 35000 Mark Hotels, Pensionen und touristische Dienstleister und den Rest 77 private Spender.

• Im Mai 1997 liegt das 161-seitige Gutachten vor. Der Experte hält das Vorhaben mit Tourismus und Naturschutz für unvereinbar.

• 2002 wird das Projekt im Rahmen eines Raumordnungsverfahrens abgelehnt.

Quellen: Archiv OSTSEE-ZEITUNG, http://www.erdoel-erdgas-deutschland.de/tag/sauergas/;



OZ

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