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Usedom Gransow: Rettungswache gehört nach Lassan
Vorpommern Usedom Gransow: Rettungswache gehört nach Lassan
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14:48 25.03.2019
Bürgermeister Fred Gransow steht vor dem Lassaner Feuerwehrgerätehaus, das unter anderem um eine Rettungswache erweitert werden könnte. Quelle: Tom Schröter
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Lassan

Der Lassaner Bürgermeister Fred Gransow (CDU) plädiert dafür, dass die im Lassaner Winkel einzurichtende Rettungswache unmittelbar in Lassan angesiedelt wird. Einen entsprechenden Antrag habe er an Kreis-Sozialdezernent Dirk Scheer (parteilos) gerichtet.

Gransow begründet seinen Vorschlag mit der günstigen Lage Lassans. „Von unserer Stadt aus kann der Rettungswagen im Notfall fächerförmig schnell in jede beliebige Richtung ausrücken, ob nach Klotzow, Murchin oder Zemitz.“ Zudem verweist der Bürgermeister darauf, dass sich im Lassaner Stadtgebiet zwei Schulen und zwei Kindergärten befinden und der Bau einer Mutter-Kind-Klinik in Aussicht stehe. Auch viele Touristen frequentierten insbesondere während der warmen Jahreszeit die Stadt am Peenestrom und nutzten zum Beispiel den Wasserwanderrastplatz im Stadthafen.

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Rettungsfrist wird derzeit nicht eingehalten

Am 24. September vorigen Jahres hatte der Kreistag von Vorpommern-Greifswald einstimmig dafür votiert, im Lassaner Winkel eine Rettungswache zu etablieren. Hintergrund sind die in diesem Teil des Landkreises nicht einzuhaltenden Rettungsfristen von zehn Minuten. In Klotzow bei Lassan beispielsweise werden diese um mehr als das Doppelte überschritten. Das ist zum einen dem miserablen Straßenzustand in dieser Ecke geschuldet, andererseits kann der tagsüber eingesetzte Rettungshubschrauber nachts nicht fliegen.

Da derzeit ein Landesgutachten zu den Rettungsdienststellen erstellt wird, sollte der Landkreis mit den Krankenkassen eine schnelle mobile Lösung für den Lassaner Winkel verhandeln. Damit ließe sich die Zeit überbrücken, bis das Land die endgültigen Standorte vorstellt.

Lassan legt Projekt für Spritzenhaus-Anbau vor

Der Lassaner Bürgermeister hat unterdessen bereits vorgedacht. Von einem Ingenieurbüro ließ er einen Entwurf für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses an der Anklamer Straße in Lassan erstellen. „Auf der Rückseite soll ein Anbau mit vier Fahrzeug-Stellplätzen entstehen“, so der 58-Jährige. In dem neuen Gebäudeflügel solle nicht nur der Rettungstransportwagen (RTW) untergebracht werden. Auch ein Katastrophenschutz-Fahrzeug des Landkreises, das ebenfalls künftig in Lassan stationiert werden soll, sowie der gerade in Dienst gestellte neue Einsatzleitwagen der örtlichen Feuerwehr und das Fahrzeug des Stadtbauhofes fänden in dem Anbau Platz.

„Auf diese Weise“, so erklärt Gransow, „könnten wir also gleichzeitig unseren Bauhof vom Gelände der Grundschule abziehen und ihn am Spritzenhaus ansiedeln. Dort stehen auch Abstellflächen für den Bauhof zur Verfügung; zudem soll hier ein zeitgemäßer Sozialtrakt für die Mitarbeiter entstehen.“ Die Investitionskosten in Höhe von insgesamt 1,2 Millionen Euro könnten über Förder- und städtische Mittel abgesichert werden.

Vereinshaus als Übergangslösung

„Bis der Anbau fertig ist, können wir auch eine gute Übergangslösung für die Rettungswache in Lassan anbieten“, informiert das Stadtoberhaupt weiter. Das Vereinshaus in der Schulstraße biete geeignete Möglichkeiten, um das Personal vorübergehend unterzubringen. Auch Sanitärräume seien vorhanden. Zudem sei hier Platz, um eine Unterstellmöglichkeit für den RTW zu schaffen.

Gransow hofft, dass sein Angebot beim Landkreis Gehör findet. Eine ins Spiel gebrachte Einrichtung der Rettungswache an der Bundesstraße 110 habe seiner Meinung nach einen entscheidenden Nachteil: „Die Straße von der B 110 in Richtung Klotzow ist unbefestigt und in einem sehr schlechten Zustand. Von Lassan aus sind die umliegenden Ortschaften hingegen unkompliziert und schnell zu erreichen.“

Tom Schröter

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