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Usedom Großes Potenzial in der IT-Branche
Vorpommern Usedom Großes Potenzial in der IT-Branche
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11:40 23.01.2019
Steffen Harder arbeitet als Softwareentwickler bei Intero Technologies in Stralsund. Er passt Computerprogramme an, damit Kunden damit arbeiten können, also etwa ihre Firmenprozesse abbilden können. Quelle: Dana Frohbös
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Stralsund/Greifswald

„Wir haben das Glück, dass wir hier wachsen konnten“, sagt Lars Lifson. Der 41-Jährige ist einer der beiden Geschäftsführer bei Intero Technologies in Stralsund. Noch bis vor kurzem hatte das IT-Unternehmen in der Heinrich-Heine-Ring nur einen Flur zur Verfügung. „Jetzt haben wir fast die ganze Etage für uns“, sagt Lars Lifson. „Unser Ziel ist natürlich, die auch mit Leuten zu füllen.“ Denn noch stehen einige der Büros leer.

Die Situation bei Intero steht sinnbildlich für eine wachsende Branche. „Die Nachfrage nach Fachkräften ist innerhalb der letzten drei Jahre deutlich gestiegen“, sagt Sören Deglow, Teamleiter bei der Agentur für Arbeit in Stralsund. Im Jahr 2015 hat es in Vorpommern in der IT-Branche einen Stellenzuwachs von 41 gegeben, im letzten Jahr lag diese Zahl bereits bei 89.

Stralsund ist guter Standort für IT-Firmen

Eine Online-Tauschbörse für Visitenkarten – das war die Idee eines Kunden aus Köln und im Jahr 2006 gleichzeitig die Geburt der IT-Firma Intero Technologies. „Der Kunde hatte zwar das Geld, aber nicht die nötigen Ressourcen, um solch ein E-Business zu kreieren“, sagt Lars Lifson,. „Und uns war damals klar: Wenn man ein Projekt im E-Business macht, dann in Stralsund“. Vor allem die Nähe zur Hochschule mit ihren zahlreichen Studiengängen der Informatik hatte den Ausschlag dazu gegeben.

Im Zuge des Visitenkarten-Auftrages ist das Team bei Intero Technologies dann innerhalb weniger Wochen auf über 50 Mitarbeiter gewachsen. „Damals war es noch einfach, Leute zu finden“, sagt Lars Lifson, der das Unternehmen gemeinsam mit Frank Löffler aufgebaut hat. Gerold Blakowski, Professor an der Hochschule, stand den beiden beratend zur Seite. „Er hatte durch seine Tätigkeit Kontakt zu vielen frisch gebackenen Entwicklern“, sagt Lars Lifson. Heute ist es deutlich schwieriger, geeignetes Personal zu finden. Das weiß auch David Wulff von der Greifswalder Firma Rapidrabbit. „Wenn ich zehn Leute mehr hätte, würde ich auch mehr Aufträge annehmen“, sagt der Unternehmer. Denn die seien durchaus da und kommen unter anderem von Tesa oder Rolex. Mit seinem zehnköpfigen Team entwickelt er Smartphonesysteme für Android und iOS.

Wachstum durch Fachkräfte begrenzt

Der Bedarf nach Fachkräften steigt. „Die unbesetzten Stellen in der IT-Branche haben sich vorpommernweit bereits innerhalb der letzten drei Jahre nahezu verdoppelt – von 17 auf 33“, sagt Sören Deglow. Mit dem Projekt „IT 1000+“ strebt die Hochschule seit sieben Jahren das Ziel an, bis zum nächsten Jahr 1000 neue Jobs in der IT-Branche zu schaffen. Aktuell gibt es in Vorpommern 796 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Weil aber das Wachstum durch die Fachkräfte begrenzt ist, muss es vor allem darum gehen, Interessierten die Chance zu geben, sich mit dem Thema zu beschäftigen, sagt Mario Gleichmann, Vorstand der IT-Lagune.

Dieser Verein wurde vor sechs Jahren von IT-Interessierten gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die IT-Branche in Vorpommern nach vorne zu bringen. Regelmäßig gibt es Netzwerkabende und Messen. „Anfang April wollen wir in der Stralsunder Innenstadt den sogenannten Makerport eröffnen“, sagt Mario Gleichmann. Hinter dem Projekt steckt neben dem Verein auch ein Zusammenschluss aus Hansestadt, Hochschule und der Wirtschaftsförderung. Dieser „Hafen der Macher“ in der Wasserstraße 68 wird der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. „Interessierte wie Studenten können da mit 3D-Druckern arbeiten, Multicopter bauen oder Geschäftsideen ausprobieren“, sagt Mario Gleichmann. „Der Makerport ist eine Kombination aus Fablab und Cowork“. Die Hoffnung: Es entstehen neue Start-ups.

Makerport und IT-Center

Der Makerport ist aber nur die Vorstufe für das spätere IT-Center Vorpommern, das die IT-Lagune in Kooperation mit der Wirtschaftsakademie Nord mit einem Standort nahe der Hochschule plant. Denn neben dem Fachkräfteproblem sei vor allem auch der Mangel an geeigneter Bürofläche ein Hemmnis fürs Wachstum der Branche. „In Stralsund gibt es einfach nichts mehr, gar nichts“, sagt Mario Gleichmann. Auf einer Ackerfläche mit einer Größe von 200.000 Quadratmetern soll bis 2021 ein Bürogebäude entstehen. „Das ist schon ganz konkret, wir stehen kurz vor der Fördergeldplanung.“ Bisher hätten neun IT-Firmen einen Bedarf von 4.200 Quadratmetern angemeldet, womit das Gebäude schon zur Hälfte ausgebucht wäre.

Auch IT-Startups und IT-Neuansiedlungen sollen dort Platz finden. „Wir rechnen mit 450 neuen Arbeitsplätzen.“ Aber nicht nur die Suche nach geeigneten Mitarbeitern ist eine Herausforderung. Man legt auch wert darauf, sie am Ort zu halten. Dazu müsse man ihnen schon etwas bieten, denkt Lars Lifson. Denn: „Wenn sie Wechselabsichten haben, brauchen sie sich quasi gar nicht mehr bewerben.“ Daher werden sie bei Intero mit Obst und Getränken versorgt. Zudem gibt es regelmäßig Teamevents.

IT in der Schule bedeutet Word und Excel

Rapidrabbit setzt vor allem auf die Nachwuchsförderung. „Wir nehmen seit zehn Jahren regelmäßig Praktikanten“, sagt David Wulff. Er fordert aber unbedingt eine umfassendere Ausbildung, vor allem an den Schulen. „Die Hochschule ist die Lebensader für alle IT-Firmen hier in der Gegend“, sagt er. Die Absolventen seien heiß begehrt. „Und Informatik an den Schulen bedeutet leider immer noch Word und Excel.“

Mehr lesen: Mit verschiedenen Projekten will die IT-Lagune Schüler für Informatik begeistern.

140 Aussteller kommen zur Supa

Am 11. April 2019 findet die 13. Stralsunder Unternehmens-, Praktikanten und Absolventenbörse (Supa) in der Hochschule Stralsund statt. In der Zeit von 13 bis 17 Uhr sind alle Interessierten herzlich in die Häuser der drei Fachbereiche Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Wirtschaft eingeladen. Zur Supa werden 140 Aussteller erwartet. Schüler, Studenten und Hochschulabsolventen sollen die Gelegenheit erhalten, potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen und sich zu vernetzen. Der nächste Netzwerkabend der IT-Lagune findet am 28. März statt. In der Zeit von 19 bis 21 Uhr sind alle IT-Interessierten herzlich in die Wasserstraße 68 in Stralsund eingeladen.

Dana Frohbös

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