Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom „Habe viel Glück gehabt“: Manfred Wenisch (82) führt das älteste Hotel von Ahlbeck
Vorpommern Usedom „Habe viel Glück gehabt“: Manfred Wenisch (82) führt das älteste Hotel von Ahlbeck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 12.10.2019
Bekannter Ahlbecker Unternehmer: Manfred Wenisch führt mit der „Meereswelle“ das älteste Hotel des Seebads. Zum Ensemble im Zentrum des Ortes gehören auch eine beliebte Konditorei und das Privathaus der Familie. Quelle: Stefan Sauer
Anzeige
Ahlbeck

„Zwei Mal Kirsch, zwei Mal Pflaume... ach geben Sie mir einfach von jeder Sorte zwei Stücke.“ Die Frau hinter dem Tresen schaut verzückt in die Auslage. Dirk Wenisch lächelt und legt den Kuchen aufs Papptablet.

Die Konditorei mit Café im Zentrum von Ahlbeck hat einen Namen auf der Insel – wie die ganze Usedomer Unternehmerfamilie Wenisch. In der Seestraße rund um den Robert-Koch-Platz liegt heute ihr Domizil. Mit dem Privathaus, der Konditorei und dem Hotel-Restaurant „Meereswelle“, das Seniorchef Manfred Wenisch (82) kurz nach der Deutschen Einheit gekauft hat.

Bildergalerie: Die schönsten Bauten der Usedomer Kaiserbäder

Nirgendwo weltweit gibt es so viele Bäderstilvillen wie in den Usedomer Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Hier eine Auswahl der schönsten Häuser.

„Ich habe viel Glück gehabt“

„Wenn ich zurückblicke, war das verrückt damals. Ich habe einfach vom grünen Tisch entschieden, dass ich dieses Haus haben wollte“, blickt das Familienoberhaupt zurück. Das ehemalige Kurhaus des Ortes mit Sichtachse zur Ostsee besitzt Prestige. Es wurde 1875 gebaut, gilt als ältestes Hotel von Ahlbeck. „Über Sanierungskosten und Zustand der Immobilie habe ich mir damals keine Gedanken gemacht“, gibt Manfred Wenisch zu. „ Und es ist ja alles gut gegangen. Ich habe auch viel Glück gehabt“, sagt er heute mit einem Lächeln.

Haus für 500 000 Mark von der Treuhand gekauft

Weil er damals einen guten Kredit von der Bank bekam, konnte der gebürtige Insulaner das viele Jahre als FDGB-Heim genutzte Haus für 500 000 Mark von der Treuhand kaufen. Dann ging’s los: Neue Fenster, neue Teppiche, neue Küche: „Wir haben alles nach und nach gemacht. Stets mit einheimischen Handwerkern. Zwei Millionen Euro sind bestimmt in die Sanierung geflossen“, sagt der Inhaber.

Die Konditorei betrieb er immer parallel. Er hat sie bereits 1984 eröffnet, noch zu DDR-Zeiten, teilt sich heute die Leitung mit Sohn Dirk, der selbst am Backofen steht und wie der Vater gelernter Konditor ist. 14 Zimmer hat das Hotel, klein aber fein – viele Stammgäste. „Etwas mehr im Internet wollen wir machen, um auch neue Klientel anzusprechen“, sagt der Seniorchef.

Noch „ein bisschen ranklotzen“ mit 82

Seine Familie hat eine lange Unternehmertradition in Ahlbeck. Sein Großvater Franz gründete das erste Kaufhaus in Ahlbeck, seine Eltern betrieben einen Textil- und Kunstgewerbeladen. Sohn Dirk stieg schon als junger Mann mit in die Konditorei ein.

Dessen zwei Söhne, Manfred Wenischs Enkel, die bereits studieren, haben bislang aber kein Interesse – orientieren sich eher außerhalb der Insel, einer der beiden studiert in Australien. „Aber es wird schon weitergehen mit unserem Betrieb“, hofft der Senior. „Und ein bisschen ranklotzen kann ich ja auch noch mit meinen 82“, sagt er augenzwinkernd. Wer ihn so sieht, voller Energie, glaubt das sofort.

OZ-Serie „Wem gehört das Land?“

Die OZ stellt in der Serie „Wem gehört das Land?“ Eigentümer in wichtigen Orten und Lagen in Mecklenburg-Vorpommern vor. Denn sie bestimmen durch ihre Aktivitäten maßgeblich die Entwicklung mit. Die Kaiserbäder auf Usedom sind der 4. Teil der Reihe. Zuvor erschienen sind Binz auf Rügen, ein Überblick zu Eigentümern in der Landwirtschaft und die Halbinsel Wustrow.

Lesen Sie mehr Teile der OZ-Serie:

„Wem gehört das Land?“

OZ-Serie „Wem gehört das Land?“

Die OZ stellt in der Serie „Wem gehört das Land?“ Eigentümer in wichtigen Orten und Lagen in Mecklenburg-Vorpommern vor. Denn sie bestimmen durch ihre Aktivitäten maßgeblich die Entwicklung mit. Die Kaiserbäder auf Usedom sind der 4. Teil der Reihe. Zuvor erschienen sind Binz auf Rügen, ein Überblick zu Eigentümern in der Landwirtschaft und die Halbinsel Wustrow.

Lesen Sie mehr Teile der OZ-Serie:

„Wem gehört das Land?“

Von Alexander Loew

Bernd Herrgott fing als Fahrzeughändler in Ahlbeck auf Usedom an und machte seinen Kfz-Meister. Dann wechselte er in den Tourismus. Heute hat der 51-Jährige drei Häuser und noch mehr Pläne.

12.10.2019
Usedom Wem gehört das Land? – Usedomer Kaiserbäder Video: Die Schönheit der Usedomer Kaiserbäder aus der Luft

Nirgendwo weltweit gibt es mehr Bäderstil-Bauten als in den Kaiserbädern der Insel Usedom. Über 200 Villen begeistern in Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin die Betrachter. Aus der Luft bekommt man eine spektakuläre Perspektive auf sie.

12.10.2019

Er ist Chef von fast 500 Mitarbeitern und besitzt allein in den Kaiserbädern sechs Hotels. Doch über seine Häuser hinaus setzt sich der Manager stark für die Entwicklung von Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin ein: „Hier ist 20 Jahre lang viel zu wenig passiert“, mahnt der 55-Jährige.

12.10.2019