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Usedom Hadrian GmbH setzt weiter auf modernste Maschinen
Vorpommern Usedom Hadrian GmbH setzt weiter auf modernste Maschinen
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00:00 10.07.2013
Die nagelneue, 750 000 Euro teure Laserschneidmaschine für Feinbleche ist der Arbeitsplatz von Eric Lubaß (32).
Die nagelneue, 750 000 Euro teure Laserschneidmaschine für Feinbleche ist der Arbeitsplatz von Eric Lubaß (32). Quelle: Fotos: Tom Schröter
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Wolgast

„Wer auf diesem Markt bestehen will, braucht die effektivsten Maschinen“, sagt Geschäftsführer Frank Dannenberg (52). In der Wolgaster Hadrian GmbH & Co Metall- und Kunststofftechnik KG hielt jetzt modernste Laserschneidtechnik Einzug. „Die Anlage TruLaser 5030 arbeitet mit der drei- bis fünffachen Geschwindigkeit ihres Vorgängers und eignet sich besonders für die Bearbeitung von dünnem Blech von nur ein bis drei Millimeter Stärke“, so Dannenberg. Geringerer Energieverbrauch und reduzierte Fehlerquote seien weitere wichtige Vorteile.

Die Anforderungen, die an die Mitarbeiter des Unternehmens gestellt werden, sind ebenso enorm. In den vergangenen Jahren etablierte sich der Wolgaster Betrieb als zuverlässiger und zertifizierter Zulieferer für die Schienenfahrzeug- Industrie, die höchste Ansprüche an die Qualität stellt. Die Produktvielfalt ist groß, die Stückzahl dagegen relativ gering. Flexible Maschinen sind laut Dannenberg daher die Voraussetzung für die Abarbeitung der Aufträge.

Als Direktlieferant der Stadler Pankow GmbH, das Deutsche Unternehmen der Schweizer Stadler Rail Group, z. B. entstehen in der Werkhalle an der Nexöer Straße in Wolgast komplette Maschinenraum- und Übergangsraumverkleidungen. Diese sind für 189 Waggons von insgesamt 35 elektrischen Triebzügen vom Typ „Flirt“ bestimmt, die ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 grenzüberschreitend u. a.

auf der Strecke München-Rosenheim-Salzburg eingesetzt werden sollen. Frank Loreck (24) bringt an einer im Oktober 2012 für rund 500 000 Euro angeschafften Spezialmaschine für die Türversteifungen benötigte Aluminiumprofile in die gewünschte Form. „Diese Maschine verfügt über 24 Werkzeuge für die Arbeitsgänge Fräsen, Bohren, Sägen und Gewindeschneiden“, erläutert Dannenberg.

Für den Hersteller Bombardier fertigen die Hadrianer u. a. Batteriekästen für einen Hochgeschwindigkeitszug, der später in Italien fahren soll, sowie zehn Meter lange Kabelkanäle, die aus miteinander verklebten Blechen bestehen und an der Zugunterseite montiert werden. Die Hoppecke Batteriesysteme GmbH aus dem Sauerland lässt in Wolgast Batteriekästen für S-Bahn-Wagen herstellen, die einmal Besucher in der chinesischen Stadt Macau, die als das Mekka der Spieler in Südostasien gilt, befördern sollen. Siemens orderte bei Hadrian Verkleidungen sowie Teile für Führerstände und Toiletten, die in neuen Zügen auf dem „Thameslink“, einer 225 Kilometer langen Eisenbahnstrecke von Bedford durch London nach Brighton, Verwendung finden.

Über das Qualitätsmanagement und die -sicherung wacht in der Hadrian GmbH seit Jahresbeginn Stefan Dannenberg (27), der Sohn des Firmenchefs. Er hat an der Universität in Karlsruhe Maschinenbau studiert und sich für seine aktuelle Tätigkeit zusätzlich qualifiziert.

Wolgaster Unternehmen benötigt etwa 2300 Tonnen Metall pro Jahr

2300 Tonnen Metall durchlaufen jährlich die verschiedenen Verarbeitungsprozesse in der 2007 eingeweihten Produktionsstätte an der Nexöer Straße.


80 Mitarbeiter stehen bei der Wolgaster Hadrian GmbH & Co. Metall- und Kunststofftechnik KG momentan in Lohn und Brot. Laut Aussage des Geschäftsführers würde das Unternehmen gern weitere Arbeitskräfte, wie etwa Maschinenbediener und auf die Bearbeitung von Dünnblechen spezialisierte Schweißer, einstellen.

12Millionen Euro betrug der Jahresumsatz des Betriebes im vergangenen Jahr. Der überwiegende Teil der Aufträge kommt inzwischen aus der Schienenfahrzeug-Industrie, wobei die Hadrianer mit mehreren namhaften Herstellern kooperieren.

Tom Schröter