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Usedom Meisterstück: Nach Paske gehts jetzt über die Brücke
Vorpommern Usedom Meisterstück: Nach Paske gehts jetzt über die Brücke
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18:09 04.10.2019
Seit die Pontonbrücke fertig ist, kommen Regina und Bernd Hauser gern auf diesem Weg in die Stadt.
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Usedom

„Den Hafen kann man jetzt wirklich vorzeigen“, sagt Adolf Blum froh und erntet ringsum Zustimmung. Blum ist einer von vielen Besuchern des Hafenfestes am Freitagnachmittag, das die Stadt anlässlich der offiziellen Übergabe des neuen Kleinods veranstaltete.

Hochoffiziell war es bereits am Mittwochnachmittag geworden. In das Festzelt am Hafen waren neben Investor Heinz-Egon Achterkerke von der Marinapark GmbH auch Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph (CDU), Bürgermeister Jochen Storrer, Planer Holger Groß, Ariane Gerds von der Landesentwicklungsgesellschaft, Landrat Michael Sack (CDU) und Gastronom Lars Lindemann, der im Hafen die Gastronomie entwickeln soll, gekommen. „An der Kaikante der Stadt Usedom ist mit dem Usedomer See-Zentrum ein zukunftsfähiges Projekt entstanden – ein touristisches Herzstück mit maritimem Flair. Das maritime Herz der Stadt Usedom schlägt nun kräftiger denn je“, betonte Rudolph unter dem Beifall vieler Usedomer. Es werde damit eine Lücke im Sportboothafennetz an der Ostsee- und der Binnenküste geschlossen.

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Freuen sich über den schönen Hafen: Heinz-Egon Achterkerke, Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph, Bürgermeister Jochen Storrer, Planer Holger Groß, Ariane Gerds von der Landesentwicklungsgesellschaft, Landrat Michael Sack und Gastronom Lars Lindemann (v.l.). Quelle: Cornelia Meerkatz

Wasserwanderrastplatzmit 70 Plätzen

Gleichzeitig seien die Voraussetzungen geschaffen, um gewerblich-touristische Unternehmen, etwa aus den Bereichen Wassersport, Radtourismus, Golf und Camping, anzusiedeln. „Bei der Umsetzung dieses wichtigen Projektes haben die Beteiligten intensiv zusammengearbeitet, Ideen geplant und wieder verworfen, sich gestritten und wieder zusammengefunden. Das ist gelebte Demokratie“, so der Staatssekretär. Das neue See-Zentrum liegt am östlichen Stadtrand am Usedomer See, der über die Zufahrt zwischen West- und Ostklüne vom Stettiner Haff aus erreichbar ist. Das Gesamtvorhaben „Usedomer See-Zentrum“ setzt sich aus einer Reihe von Einzelmaßnahmen zusammen. Es umfasste den Ausbau des Hafens zu einem öffentlichen Wasserwanderrastplatz mit 70 Liegeplätzen samt Schiffsanleger. Zudem wurde eine Pontonbrücke zum Ortsteil Paske mit Klappbrücke und zwei Schwimmstegen errichtet, die auch als Rad- und Gehweg dienen.

Eine fantastische Beleuchtung

„Vor allem die neu geschaffene Verbindung zum Ortsteil Paske ist ein Meisterstück. Die Gegend eignet sich hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge und Fahrradtouren in die Usedomer Natur“, sagte Rudolph. Die Gesamtinvestition beträgt rund 19 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium förderte mit 15,3 Millionen Euro, dazu kommen Städtebaufördermittel sowie Kofinanzierungen aus dem Infrastruktur- und dem Innenministerium. Wolfgang Lange würde sich allerdings wünschen, dass hier mal wieder ein Fischer seinem Broterwerb nachgeht. Christa Meier ist ausnahmslos froh, dass man hier jetzt so schön spazieren gehen kann. „Wir sind schon ein paarmal auch abends hier gewesen. Die Beleuchtung ist einfach fantastisch.“

Auch Ingetraut Große-Schütte aus Rankwitz freut sich über den neuen Anziehungspunkt. „Mein Mann und ich haben das Baugeschehen die ganze Zeit über verfolgt und sind angenehm überrascht, wie letztlich alles geworden ist. Natürlich muss der Hafen noch durch eine Gaststätte vervollkommnet werden“, fügt sie hinzu.

Das Hafenfest war für die Senioren eine willkommene Gelegenheit, sich mit Nachbarn und Freunden zu treffen. Quelle: Ingrid Nadler

Mit einer besonderen Erinnerung hat es den 91-jährigen Siegfried Trieglaff in seine Geburtsstadt gezogen. „Ich hatte als junger Mann ein Techtelmechtel mit einer hübschen Fischerstochter aus Paske. Damit ich mir den Umweg sparen konnte, hat sie mich immer über den See nach Usedom gerudert.“ Kein Wunder, dass der heute in Zinnowitz lebende Senior die neue Pontonbrücke beinahe ehrfürchtig betreten hat. „Klasse, was ihr hier geschafft habt!“, lobt er.

Die Mexikanerin Yaxnic Carrillo, die mit ihrer Familie seit zwei Jahren im Usedomer Ortsteil Wilhelmsfelde wohnt, hatte im Nu eine Schar Kinder um sich versammelt, die nach Herzenslust naschen und toben durften Quelle: Ingrid Nadler

Von Ingrid Nadler und Cornelia Meerkatz