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Usedom Heringsdorfer holt Bronze bei Poker-WM
Vorpommern Usedom Heringsdorfer holt Bronze bei Poker-WM
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10:46 31.03.2019
Sven Kautermann mit der Bronzemedaille, die er bei der Poker-WM gewann. Quelle: Henrik Nitzsche
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Heringsdorf

Sein Gegenüber hat schon über eine Million Dollar an Preisgeld verdient – beim Pokern. Fintan Gavin aus Irland ist ein Vollprofi. Mit ihm sitzt Sven Kautermann an einem Tisch. Auf Augenhöhe, der Amateurspieler und der ausgebuffte Ire, der Pokern professionell betreibt. „Ich hatte schon Respekt, war aber gut vorbereitet. Ich habe mich auf mein Tablet konzentriert“, sagt der Heringsdorfer.

Er war Teil der deutschen Poker-Nationalmannschaft, die von der Weltmeisterschaft in der irischen Grafschaft County Meath mit Bronze zurückgekehrt ist. Gold ging an die Ukraine, Silber an den Gastgeber. „Kauti“, wie ihn seine Freunde nennen, wurde zudem viertbester Spieler des Turniers. „Das war ein großartiges Erlebnis und eine interessante Erfahrung. Ein, zwei Hände fehlten uns zu Silber“, so Kautermann, der vor fünf Jahren in den Kaiserbädern mit seiner Pokerliebe auch andere ansteckte. Als HSV Insel Usedom reisen inzwischen zwei Poker-Teams (aktuell 14 Mitglieder) regelmäßig zu Turnieren in der Heads Up Liga des Deutschen Poker Sportbundes.

Geschick der Spieler ausschlaggebend

Zurück nach Irland: Fünf Männer und eine Frau gehörten zu jedem Team. Beim Match Poker Nations Cup handelt es sich um einen Wettkampf der besonderen Art. Das Geschick der Spieler ist ausschlaggebend für den Erfolg. Es geht um Strategie. Um Geld geht es nicht. Sechs Spieler sitzen an einem Tisch – allerdings ohne Chips und Karten. Hier wird mit einem Tablet digital gepokert. Die Hole Cards (Karten, die jeder Spieler zu Beginn einer Runde verdeckt erhält), die an jedem Tisch die gleichen sind, werden an die Geräte gesendet. Bewertet werden die Spielweise und die gewonnenen Hände. „Insgesamt wurden bei dem Turnier 500 Hände in acht Sessions gespielt“, sagt Kautermann.

Trainingsmarathon absolviert

Was den WM-Spielen vor einer Woche in Irland vorausging, war ein Trainingsmarathon, wie es der Heringsdorfer bezeichnet. Per Skype spielten die sechs Teammitglieder auf einer Online-Trainingsplattform viele Hände. Vor dem Abflug nach Irland gab es ein Trainingslager in Hamburg. Doch im Vergleich zu anderen Sportarten steht dahinter kein starker Verband, der die WM-Teilnahme finanziert. „Den größten Teil müssen wir aus eigener Tasche bezahlen“, sagt der 49-Jährige. Welche Unterschiede es zwischen den Nationen gibt, zeigte sich beim Turnier. Die Deutschen hatten einen Trainer dabei, die Ukrainer gleich einen ganzen Stab und einen Physiotherapeuten. Schließlich sitzen die Akteure mehrere Stunden an den Tischen.

In dem Monitorraum konnten die Trainer die Partien an den Tischen verfolgen. Quelle: Sven Kautermann

Live-Spiel ist besser als am Tablet

In dieser Form des Pokerns ist es gar nicht so leicht, den Spieler zu lesen, wie die Experten sagen. Kopfhörer sind verboten, Sonnenbrillen gibt es auch nicht, Alkohol schon gar nicht. „Ich bin überhaupt kein Online-Spieler, live ist viel besser. Das ist wie ein weißes Blatt, was vor mir liegt. Mit jeder Hand füllt sich das Blatt und ich erfahre mehr über meine Mitspieler. Einer spielt ängstlich, der andere zurückhaltend oder aggressiv.“ Letzteres erlebte der Heringsdorfer bei den abschließenden Sessions von Spielern aus China und Indien. „Weil die Nationen bereits abgeschlagen zurücklagen, spielten die Mitglieder sehr offensiv und machten das Spiel so kaputt. Da gab es viele All-In-Situationen.“

All In gehen Kauti & Co. wieder am Wochenende mit dem HSV-Team. Dann kann er von seinen Erfahrungen in Irland berichten. Und davon, dass der Nationalcoach am Freitagabend zügig Bettruhe angeordnet hatte, während die Iren nach den ersten Sessions noch lange an der Bar bleiben durften.

Die nächste WM ist in Peru – da würde „Kauti“ auch gerne mal hinfliegen!

Abschlusstabelle:

Ukraine: 1837 Punkte

Irland: 1784

Deutschland: 1780,5

Cornelia Meerkatz und Henrik Nitzsche

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