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Usedom Unterwegs mit knatterndem Briten
Vorpommern Usedom Unterwegs mit knatterndem Briten
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17:06 20.07.2019
Hans Olbertz (74) aus Plauen liebt Motorräder der britischen Marke Ariel. Quelle: Henrik Nitzsche
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Peenemünde

Dieser Brite ist in die Jahre gekommen. Aber er läuft noch – Spitze 130 km/h. 1938 wurde das Motorrad der Marke „Ariel“ in Birmingham gebaut. Es gehört Hans Olbertz, der mit dem ungewöhnlichen Modell am Wochenende seine Runden auf dem Peenemünder Flugplatz drehte. Im Kreise vieler Anhänger historischer Fahrzeuge, die beim ADMV Classic Cup am Start waren. Olbertz Zweirad trägt die Startnummer 111 – eine Schnapszahl. Getrunken und gefeiert wird erst am Abend – „jetzt ist Wettkampf“, sagt der 74-Jährige aus Plauen, der in diesem Jahr ein Jubiläum feiert. „60 Jahre aktiven Motorsport“, sagt Olbertz, der die „Ariel Red Hunter“ vor elf Jahren in England gekauft hat. Charakteristisch für den Red Hunter (roten Jäger) ist der dunkelrote Benzin- und Öltank. Und weil er Fan dieser Motorräder ist, die von 1932 bis 1959 produziert wurden, hat er sich ein Jahr später ein Ariel-Seitenwagen-Gespann zugelegt. „Beide Maschinen waren im Schrottzustand. Ich habe sie restauriert. Gegenwärtig baue ich noch eine 250er und 350er der Marke auf.“ Zeit für andere Dinge bleiben da kaum für den einstigen Taxifahrer, der erstmals auf dem Flugplatz Peenemünde ist. Er schwärmt vom Kurs und von der Insel, schränkt aber zur Streckenbeschaffenheit ein: „Ältere Modelle haben keine Federung. Das ist ein bisschen hart.“

Hier spielen Pferdestärken keine Rolle

Hart wird es für die Fahrer auf der Strecke allerdings nicht. Für die historischen Renn- und Sportfahrzeuge geht es nicht um Schnelligkeit sowie Mann gegen Mann. „Hier geht es um Gleichmäßigkeit. Bei dieser Art des Fahrens spielen die Kubikzahl oder die Pferdestärken eher eine untergeordnete Rolle. Der Gewinner ist der Fahrer, der sein Fahrzeug über eine bestimmte Distanz am gleichmäßigsten mehrfach um die Strecke bewegt. Orientiert wird sich an der ersten fliegenden Runde. Die Zeit zählt. Wer drüber oder drunter liegt, bekommt die Sekunden dazu“, sagt Thomas Hattwig vom veranstaltenden Verein ADMV Classic Cup, der sich 2005 in Dresden gründete. An diesem Wochenende sind 80 historische Fahrzeuge dabei. Mehrere Trabant 601, Fiat, Ford Escort, Polski Fiat oder Lada Samara – Technik vergangener Tage war hier reichlich zu bestaunen.

Das sind die Klassiker des Rennsports

„Meine Familie ist am Strand und ich fahre das Safety Car“, sagt Jens Smollich, der mit seinem Trabi unter dem Rennvolk auffällt. Smollich ist begeisterter Rennfahrer, der zu DDR-Zeiten in einem Formel-Rennwagen gesessen hat. Beim Classic Cup führt der Dresdner jedes Mal das Feld an in der Einführungsrunde. Stolz sitzt er in seinem Trabant Tramp Baujahr 1991, von denen nur 300 Stück gebaut worden sein sollen. Vor vier Jahren hat er den gelben Flitzer mit viel Schnickschnack, der mit seinem VW-Motor locker 130 km/h fährt, im Internet gekauft. „Ein Rentner hatte den Trabi so wie er jetzt ist in einem Autohaus in Zahlung gegeben“, so Smollich.

Rennmaschine Marke Eigenbau

Kaufen musste Rolf Herrmann nur viele Ersatzteile, um sich sein Schmuckstück selbst zusammenzubauen. Der 65-Jährige aus der Nähe von Zittau bringt eine IFA DKW Eigenbau von 1955 an den Start. Vor elf Jahren hat er die Rennmaschine zusammengebaut. Der getunte MZ-Motor bringt 14 PS und rund 135 km/h auf die Straße. Seit zehn Jahren ist der Sachse beim Classic Cup dabei – siebenmal hat er in seiner Kategorie schon gewonnen. Seine Frau Gabriele ist diesmal nicht mit dabei. Ansonsten pflegt und hegt sie die Rennmaschinen. „Sie putzt und führt kleine Reparaturen aus. Ich muss nur fahren“, sagt Herrmann und schmunzelt. Warum seine Frau eine Affinität zum Motor- und Rennsport hat, erklärt er so: „Sie war die letzte Betriebsleiterin von Betriebsstätten Robur Zittau.“

Henrik Nitzsche

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