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Usedom Hohendorfer feiern ihre Geschichte
Vorpommern Usedom Hohendorfer feiern ihre Geschichte
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17:59 08.06.2019
In der Pfarrscheune stieß Hans-Jörg Knuth auf diese Verkleidung des früheren Kirchengestühls, auf welchem die Gutsherrn des Kirchspiels Hohendorf einst Platz nahmen. Quelle: Tom Schröter
Hohendorf

Einen interessanten Fund hat der Hohendorfer Hans-Jörg Knuth in der alten Pfarrscheune des Dorfes gemacht: Dort lagerte seit der umfangreichen Kirchensanierung in den 1990-er Jahren ein beträchtlicher Teil jener Verkleidung, hinter welcher einst die Adelsvertreter umliegender Güter der Predigt lauschten. Die Namen der Gutsherrn, wie zum Beispiel von Köller, von Lepel, von Bülow, von Behr und von Dechow sind, ebenso wie ausgewählte Bibelsprüche, noch sehr gut zu lesen und auch die Farbgebung der dazugehörigen Familienwappen hat sich sehenswert erhalten.

Ausstellung in der Pfarrscheune geplant

Der Fund steht im Zusammenhang mit der Erforschung der Ortsgeschichte, die jetzt im 700. Jahr der Ersterwähnung Hohendorfs intensiviert wurde. Am 30./31. August und am 1. September soll das Jubiläum groß gefeiert werden. Eine Ausstellung in besagter Pfarrscheune soll Aufschluss über die Ortshistorie geben. Dort ist dann auch das erwähnte, von Hans-Jörg Knuth neu platzierte einstigen Kirchendekor zu bestaunen.

„Der größte Teil des Materials, das wir für die Ausstellung brauchen, ist schon fertig“, berichtet Volker Schubert, der sich zusammen mit Regina Präckel als Ortschronist betätigt. Dabei können sich die beiden unter anderem auf Aufzeichnungen des früheren Hohendorfer Schuldirektors Karl Lietzow und auf Dokumente in Wort und Bild stützen, die Mitarbeiterinnen einer ABM nach der Wende eifrig zusammen trugen. Wie Volker Schubert sagt, wird Hohendorf erstmals in der Anklamer Chronik in einer Urkunde vom 5. Dezember 1319, damals noch als „Hogendorp“ erwähnt. „Entstanden“, da ist sich der 74-Jährige sicher, „ist unser Dorf aber bereits im Jahr 1230.“

Hier ein Blick auf Hohendorf vom Wasserberg aus in Richtung Bahnhof und Ortskern mit Kirche, aufgenommen um das Jahr 1900. Quelle: Archiv Tom Schröter

Etliche neue Erkenntnisse zur Geschichte des Dorfes, das mehr als einmal vom Unglück in Form von Pest, Brand, Überschwemmung, Plünderung und Krankheit heimgesucht wurde, traten in jüngerer Zeit zu Tage. „Anhand einer alten Karte konnten wir zum Beispiel die Standorte unserer beiden einstigen Windmühlen links und rechts der Chaussee in Richtung Zarnitz wieder ausfindig machen“, schildert Hans-Jörg Knuth, der seit der Eingemeindung des Dorfes nach Wolgast im Jahr 2012 die Ortsteilvertretung leitet.

Viele Firmen fungieren als Sponsoren

Knuth freut sich auch, dass viele Firmen aus der Region als Sponsoren die 700-Jahr-Feier finanziell unterstützen. Die im Stadthaushalt reservierten 15000 Euro reichten bei weitem nicht aus, um die Kosten zu decken. Am Abend des 30. August stehen eine Andacht in der Kirche und die Eröffnung der historischen Ausstellung auf dem Programm. „Auch unsere Vereine, wie der Fußballverein Hohendorf 69, der Hohendorfer Carnevalclub, die Ortsgruppe der Volkssolidarität, der Anglerverein sowie der Rassegeflügelzüchterverein Wolgast und Umgebung werden sich auf Info-Tafeln in der Pfarrscheune präsentieren“, blickt Hans-Jörg Knuth voraus. Die Peeneland Agrar GmbH informiert über ihre Sparten Milchproduktion und Ackerbau.

Für den 31. August ist ein großer historischer Festumzug von der Peenestraße bis zum Festplatz neben dem Gewerbegebiet vorgesehen. Sogar die alte Pferdezugspritze der 1927 gegründeten örtlichen Freiwilligen Feuerwehr soll an dem Tag nach langer Ruhepause wieder angespannt werden. Viele Akteure sowie ein Schalmeienorchester und ein Spielmannszug haben ihr Kommen zugesagt, so dass der Festumzug eine runde Sache wird. Auf dem Festplatz soll bis 3 Uhr morgens gefeiert und am Folgetag, dem 1. September, abschließend auch noch zum musikalischen Frühschoppen eingeladen werden.

Tom Schröter

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