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Usedom „Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter“
Vorpommern Usedom „Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter“
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14:37 24.12.2018
Marianne (l.) und Frank Römer (2.v.l) kamen 1993 aus dem Erzgebirge an die Ostsee, um die Heimleitung der Seeklause zu übernehmen. Im Jahr 2000 kauften sie die Anlage. Die Tochter Anne soll das Objekt mit ihrem Ehemann Marcus Korinth eines Tages übernehmen. Quelle: Hannes Ewert
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Trassenheide

Früher wollte Frank Römer Küchenchef werden. Der Kindheitstraum des gerlernten Koches ist allerdings mehrere Jahrzehnte her. Es reichte damals „nur“ für den Stellvertreter, dafür ist der 54-Jährige heute der Inhaber von einem der größten Hotelanlagen der Insel Usedom. Seit 1. April 1993 betreibt der gebürtige Leipziger zusammen mit seiner Frau Marianne die „Seeklause“ in dem Ostseebad. Mit einer Reihe von Veranstaltungen feierte das Team der Seeklause in diesem Monat das 40-Jährige Bestehen des Hauses. Am 1. Mai 1978 wurden an dieser Stelle zum ersten Mal Arbeiter aus dem Braunkohlekraftwerk Lippendorf und später der Vereinigten Kraftwerks AG als Feriengäste untergebracht.

„Zum allerersten Mal war ich 1988 in der Seeklause – als ganz normaler Urlaubsgast zu DDR-Zeiten“, erinnert sich Frank Römer. Damals, so erzählt er, gab es noch Wertmarken für Wurst und Käse beim Abendessen. Auf der Speisekarte standen Kartoffelsalat mit Würstchen, Bockwurst mit Brötchen oder auch eine Suppe – kein Vergleich mit dem Angebot von heute. Mit den Jahren entwickelte sich die Ferienanlage zu den größten Urlaubsressorts der Insel. 1993 bekam Frank Römer durch seinen ehemaligen Arbeitgeber das Angebot, aus dem Erzgebirge an die Ostsee zu ziehen, um dort mit seiner Frau die Objektleitung in Trassenheide zu übernehmen.

Mit 15 Angestellten fing das Ehepaar Römer an. Drei davon arbeiten noch heute im Unternehmen. „Wir hatten am Anfang 20 000 Übernachtungen pro Jahr, heute sind es rund 100 000 und wir beschäftigen 90 Mitarbeiter, davon 31 Auszubildende. So etwas wie eine saisonale Winterpause spüren wir nur sehr wenig. Deshalb können wir die Kollegen seit 2003 auch das ganze Jahr beschäftigen“, sagt er.

Für 750 000 D-Mark kaufte Frank Römer das Areal im Jahr 2000. „Die Anlage hatte einen Zustand von 1978. Um auf die Toilette zu gehen, musste man über den großen Hausflur gehen, nur 24 der 72 Zimmer verfügten über ein Handwaschbecken“, erklärt er. Die Kaufsumme war für ihn für damalige Verhältnisse viel Geld. Regelmäßige Verhandlungen mit Kreditinstituten waren an der Tagesordnung. „Bis heute haben wir 15 Millionen Euro in die Anlage investiert. Ohne eine gute Bank an der Seite funktioniert dies natürlich nicht. Das ganze Hotel arbeitet wie ein lebender Organismus. Man muss immer wieder Geld reinstecken und es damit füttern“, erklärt er sinnbildlich. Für ihn ist die „Seeklause“ nicht nur eine Arbeitsstelle. „Man lebt mit der Arbeit“, sagt er. Nur wenn es von der Insel runtergeht, können die Römers von der Arbeit Abstand gewinnen. „Doch so richtig funktioniert das auch nicht. Man versucht ja überall Ideen aufzugreifen, um sie hier ähnlich umzusetzen – vom neuen Besteck bis hin zum Spielplatz“, erklärt er. Römer mag es, Neues zu probieren oder zu wagen. „Ich möchte nicht nur etwas kopieren, sondern weiterentwickeln“, sagt er. Mit den Jahren wuchs die Anlage stetig – heute verfügt das Hotel über vier Hektar Grundstück.

Es wurde vieles verändert, neu gebaut, vergrößert, modernisiert und optimiert, bis das Haus im Jahr 2005 ein neues Gesamtkonzept erhielt. Auch in den nächsten Jahren soll der Komplex erweitert werden. „Die Mitarbeiter bekommen nun noch bessere Arbeitsbedingungen. Dort, wo jetzt die Abfallcontainer stehen, entsteht ein zweistöckiges Wirtschaftsgebäude“, erklärt er. „Ohne gutes Personal funktioniert der Hotelbetrieb nicht. Ich bin sehr stolz auf alle“, sagt Römer auf die Frage, was ihn besonders stolz macht.

Wenn Römer seinen 60. Geburtstag feiert, möchte er etwas kürzer treten. „Meine Tochter Anne Korinth übernimmt dann mit ihrem Mann Marcus das Steuerrad der Seeklause“, erklärt er. Der Übernahmeprozess ist allerdings schon eingeläutet. „Das geht nicht von heute auf morgen. So etwas muss über viele Jahre wachsen“, sagt er. Römer möchte dann nur noch beratende Tätigkeiten übernehmen, seine Ehefrau Marianne will mehr Zeit mit den Enkelkindern verbringen.

Hannes Ewert

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