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Usedom Im 27. Buch geht’s um die Flucht
Vorpommern Usedom Im 27. Buch geht’s um die Flucht
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00:00 19.07.2017
„„Während sie die Staatsgrenze passierten, träumten sie vom besseren Leben, jedoch war der Alltag im Exil oft nicht sonderlich rosig.“ Jaroslaw Molenda, Schriftsteller
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Swinemünde

„Die Flucht um jeden Preis. Die berühmten Flüchtlinge und Auswanderer aus der Volksrepublik Polen“ – so lautet der Titel des 27. Buches von Jaroslaw Molenda, dem bekannten Swinemünder Schriftsteller und Abenteurer. Diesmal begibt sich der Autor auf Spurensuche nach bekannten polnischen Persönlichkeiten aus der Welt der Kultur und des Sports, die sich auf den Weg in den Westen, darunter nach Deutschland, machten.

„Sie sind aus politischen Gründen ausgewandert, weil sie woanders eine Karriere und oft auch viel Geld machen wollten. Während sie die Staatsgrenze passierten, träumten sie vom besseren Leben, jedoch war der Alltag im Exil oft nicht sonderlich rosig”, erzählt Jaroslaw Molenda.

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In seinem neuen Buch widmet sich der Autor dem alten kommunistischen Polen. In jener Zeit waren die geschlossene Grenze und die Isolierung vom westlichen Einfluss eine übliche Methode, die Gesellschaft unter Kontrolle zu halten. Eine Flucht war sehr schwierig, dennoch haben es viele Polen versucht. Auch bekannte und in der Gesellschaft beliebte Personen versuchten, aus dem Land zu kommen.

„Der Schauspieler Zdzislaw Maklakiewicz hatte in dem Film ,Rejs’ einen bekannten Spruch gesagt, und zwar, dass er die Lieder besonders mag, die er früher schon gehört hat. Ich habe ebenfalls beschlossen, eine bereits früher angefangene Geschichte fortzuschreiben“, erzählt Molenda. „Als ich vor zwei Jahren mein Buch ,Die Fluchten aus der Volksrepublik Polen’ geschrieben hatte, sammelte ich so viel neuen Stoff, dass ich damit bereits den Beginn der Fortsetzung fertig hatte. Und auch jetzt, nachdem ich das Buch ,Die Flucht um jeden Preis’ fertig geschrieben habe, kann ich auch verraten, dass noch der dritte Teil der Geschichte folgen wird“, sagt Jaroslaw Molenda.

In dem Buch des Swinemünder Abenteurers versammeln sich Geschichten von Persönlichkeiten aus der Welt der Kultur und des Sports, die auch in der Bundesrepublik Deutschland Asyl beantragt hatten.

Wladyslaw Kozakiewicz, ein berühmter Stabhochspringer und Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Moskau 1980, repräsentierte nach der Emigration 1985 sogar die BRD, nachdem er ausgereist war, was eine große Enttäuschung in Polen hervorrief.

Die sozialistische Regierung wollte auch dem Schriftsteller Marek Hlasko nicht verzeihen, dass er seinen Asylantrag in der BRD gestellt hatte. „Die sozialistische Regierung hätte es gewiss besser ertragen können, wenn er sich in einem anderen Land als Westdeutschland um Asyl bemüht hätte“, erzählt Jaroslaw Molenda. „Marek Hlasko selbst hatte aber immer eine große Sehnsucht nach seiner Heimat, unabhängig davon, ob er in den USA, in Israel oder in Deutschland weilte. Er schaffte es im Exil einfach nicht, zurecht zu kommen“, berichtet der Autor.

Leider ist das Buch in der deutschen Sprache derzeit nicht erhältlich. In Polen ist es schon sehr populär. Vielleicht kommt aber bald eine Ausgabe auf Deutsch. Schließlich ist die Geschichte der polnischen Auswanderer oft eng mit Deutschland als neuer Heimat verknüpft.

Wenn Jaroslaw Molenda nicht gerade Bücher schreibt, bummelt der 52-Jährige durch die Welt. „Meine erste exotische Liebe ist Griechenland, die zweite ist Peru.“ Innerhalb der letzten 25 Jahre hat er vier Kontinente und einige Dutzend Länder besucht. Er ist ein Mitglied von South American Explorers und des Polnischen Abenteuer-Clubs und war ein Mitentdecker von präkolumbianischen Ruinen in Peru.

Er ist einer der drei ersten Polen, die zu den am höchsten gelegenen Inka-Ruinen Incahuasi auf fast 4000 Meter gelangt ist. Kürzlich wurde Molenda vom polnischen Verteidigungsminister für seine Dienste für die Verteidigungsbereitschaft seines Landes ausgezeichnet. Auch das Reisen animiert ihn zum Schreiben: Der Swinemünder ist auch Autor mehrerer Reisebücher.

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