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Usedom Aktion in Ahlbeck: Ein Vollrausch und die Folgen sind nicht cool
Vorpommern Usedom

In Ahlbeck: Ein Vollrausch und die Folgen sind nicht cool

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14:19 18.12.2019
Gabor Arndt (vorn mit Rauschbrille) fand: „Es war komisch. Man sieht alles doppelt und schätzt die Entfernung nicht so gut ein.“ Quelle: Dietmar Pühler
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Ahlbeck

Alkohol? Kenn Dein Limit“, so überschrieb Polizeihauptkommissar Silvio Gückstock seine Infoveranstaltung zum Thema Alkohol an der Europäischen Gesamtschule Insel Usedom. „Wir sind derzeit beim Thema Nerven“, erklärte die Biologielehrerin der Klasse 8Gb, Susann Funke. Da passe es gut, über die Wirkung von Alkohol auf das Nervensystem und das Gehirn zu sprechen.

Es sei Wunsch der Klasse gewesen, den Präventionsberater der Polizeiinspektion Anklam einzuladen. Silvio Gückstock arbeitet seit Kurzem im Polizeirevier Heringsdorf und ist für die ganze Insel Usedom zuständig. Der Hauptkommissar ist viel auf Achse, um mit Kindern und Jugendlichen über Alkohol, Drogen, Mobbing, Extremismus, Rassismus und Gewalt unter Jugendlichen zu sprechen. Am Dienstag ging es jedoch nur um den Alkohol. „Unter kenn-dein-limit.info gibt es im Internet alle möglichen Infos zu Alkohol und Drogen“, sagte er einführend, bevor er das Wissen der Achtklässler testete.

Polizeihauptkommissar Silvio Gückstock lies Konrad Klare den Alkoholtest machen. Wie bei allen anderen Klassenkameraden auch zeigte das Messgerät bei Konrad 0,0 Promille. Quelle: Dietmar Pühler

 

Ob jeder gleich viel Alkohol vertrage, ob es dabei einen Unterschied zwischen Männern und Frauen gebe, wollte er wissen und klärte auf, dass die Blutalkoholkonzentration abhängig vom Körpergewicht, Geschlecht und Gesundheitszustand ist. Unter den 14-Jährigen waren einige, die schon Alkohol konsumiert hatten. „Ich hab ein bisschen übertrieben, mir ging es danach nicht so gut“, gab ein Schüler zu.

Silvio Gückstock machte auch auf die Gesetzeslage aufmerksam. „Wenn du 16 bist und kaufst für einen Zwölfjährigen Bier, machst du dich strafbar. Das ist bei Zigaretten genauso“, verdeutlichte er.

In seinen Vortrag hatte er auch einige abschreckende Bilder eingebaut. Erst eines von einer fröhlichen Runde vom „Ballermann“, wo junge Leute mit Riesenstrohhalmen aus einem Eimer Sangria süffeln, dann eines vom Danach beim Erbrechen in die Kloschlüssel. „Vorsicht vor Fotos im Netz. Das ist sehr unschön und peinlich. Eure Enkel werden es finden, wenn sie nach Euch googlen“, warnte der Präventionsberater.

Ein Kurzfilm mit zwei Probanden, die zunächst nüchtern, dann mit 0,6 Promille und später mit 1,3 Promille einen Hütchen-Parcours mit dem Auto durchfahren mussten, zeigte die fatale Wirkung von Alkohol am Steuer. „Ab 0,2 Promille kommt es zu Wahrnehmungsstörungen durch bewegliche Lichtquellen“, erklärte Gückstock.

Mit Rauschbrillen unterwegs: Schülerinnen und Schüler der Klasse 8Gb der Ahlbecker Europaschule tasten sich leicht schwankend durch den Hütchen-Parcours. Quelle: Dietmar Pühler

Zum Schluss der Doppelstunde durften sich die Achtklässler sogenannte Rauschbrillen aufsetzen, die es in den Ausführungen mit 0,8 und 1,3 Promille gab. Mit diesen auf der Nase wurde deutlich, wie sich der Alkohol auf die Wahrnehmung und Koordinationsfähigkeit auswirkt. „Es war komisch. Man sieht alles doppelt und schätzt die Entfernung nicht so gut ein“, berichtete Gabor Arndt. Was für den Schüler aus Ahlbeck ein lustiges Spiel war, kann im Straßenverkehr tödlich enden.

„Wir wollen so früh wie möglich aufklären“, betonte Silvio Gückstock. Das Feedback in den Schulen sei durchaus positiv. Er hofft, „dass bei manchem die Denkweise geändert wird“, so der Präventionsberater. Die Rauschbrillen werden im Laufe der Woche noch von anderen Klassen der Europaschule genutzt, informierte Susann Funke. Dann wird sie selbst im Biologieunterricht über das Thema Alkohol sprechen.

Von Dietmar Pühler

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